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BLLV fordert Verbesserungen für Schulleitungen

BLLV-Präsidentin verlangt anlässlich des Deutschen Schulleiterkongresses, die Berufsgruppe zu entlasten

04.03.2016

Pressemitteilung - Ganztagsbetreuung organisieren, mit Kitas Kontakte pflegen, Dienstbesprechungen leiten, Abrechnungen prüfen, Konzepte für Inklusion und Integration umsetzen und Ansprechpartner für Lehrer, Schüler und Eltern sein - Schulleiterinnen und Schulleiter an Bayerns Schulen brauchen dringend Entlastung. Die Integration von Flüchtlingskindern stellt sie nun aber vor eine Herausforderung, wie sie in dieser Form noch nie da gewesen ist. „Schulen verändern sich gerade, weil sie sich verändern müssen“, erklärte die Präsidentin des BLLV, Simone Fleischmann, anlässlich des Deutschen Schulleiterkongresses in Düsseldorf. Darin würden große Chancen liegen: Die Chance für ein verändertes Verwaltungsverhalten, die Chance, den Schulen mehr Spielräume und Eigenverantwortung zu geben und die Chance für ein neues Professionsverständnis. „Damit solche Veränderungen gelingen, muss sich ein neues Bewusstsein über das Berufsbild von Schulleiterinnen und -leitern etablieren dürfen.“ Sie seien diejenigen, die Schulen managen und gestalten. „Um diese anspruchsvolle Aufgabe bestens erledigen zu können, braucht es mehr Freiheit, vor allem aber auch deutlich mehr Zeit - und weniger Dienstverpflichtung.“

Der BLLV fordere dies seit Jahren, durchgreifende Verbesserungen ließen aber immer noch auf sich warten. „Nun stehen wir vor der großen Aufgabe, junge Menschen mit Migrationshintergrund, ohne Deutschkenntnisse, vielfach traumatisiert, in die Gesellschaft einzugliedern. Schulen sind hierfür der beste Ort, vorausgesetzt, die Schulleitungen und ihre Kollegien finden vor, was sie benötigen und können vorhandene Mittel und Kräfte so einsetzen, wie es sinnvoll ist und zu ihrem Schulprofil passt“, sagte die BLLV-Präsidentin.

Dringend erforderlich sei es daher  vor allem, den Schuleiterinnen und -leitern die Zeit zu geben, die sie für diese wichtige Aufgabe benötigen. „Sie müssen Zeit haben, etwa für die Organisation von Dolmetschern, den Einsatz multiprofessioneller Teams, die Zusammenarbeit mit Schulpsychologen und Sozialpädagogen,  für Gespräche mit Eltern, die Motivation ihrer Kollegien - oder aber auch, um Gespräche mit Kindern und Jugendlichen zu führen, um deren Bedürfnisse es schließlich in erster Linie geht.“

Viele Schulleiterinnen und -leiter hätten das Gefühl, mit jedem Tag komme eine neue Aufgabe hinzu. Nebenbei müssten sie auch noch unterrichten. „Das ist angesichts der Aufgabenfülle aber schlicht nicht mehr leistbar.“

„Wir brauchen endlich die Einsicht, dass sich dieser anspruchsvolle, moderne und emotionale Beruf nicht so nebenher machen lässt, wovon die Politik aber ganz offensichtlich immer noch ausgeht.“ Erneut forderte Fleischmann daher: 

  • eine massive Erhöhung der Anrechnungsstunden für Schulleitungen sowie
  • eine vorübergehende Entlastung von anderen Aufgaben und Verpflichtungen.

Die BLLV-Präsidentin appellierte an die Politik, auch die wertvolle Arbeit der vielen Verwaltungsangestellten nicht zu vergessen. „Die meist weiblichen Beschäftigten werden mit der zunehmenden Aufgabenfülle kaum noch fertig.“ Der BLLV habe dazu erst vor kurzem eine Petition an den Bayerischen Landtag gerichtet. Die zentrale Forderung lautet, die Arbeitszeit den Veränderungen im Alltag und die Bezahlung den tatsächlichen Aufgaben anzupassen.

 

Andrea Schwarz, BLLV-Pressereferentin M.A. Tel: 089/ 72 100 129, presse (at) bllv.de