Bild: Beim Lernen alleine zuhause anstatt mit Freundinnen und Freunden im Klassenzimmmer beschleicht viele Kinder und Jugendliche ein Gefühl von Einsamkeit und Schwere. Schließlich fand auch der sonstige Kontakt in Lockdown-Zeiten nur in digitaler Form statt.
Pressemitteilung zum Welttag der psychischen Gesundheit - 8.10.2021 08.10.2021 ThemenPressemitteilungMultiprofessionalitätPsyche

BLLV im Gespräch mit Prof. Dr. Schulte-Körne: Was brauchen Kinder und Jugendliche jetzt?

Corona hat in der gesamten Gesellschaft tiefe Spuren hinterlassen. Doch junge Menschen und insbesondere Kinder und Jugendliche sind durch die Pandemie und ihre Auswirkungen besonders belastet. Bei ihnen haben psychische Belastungen, Depressionen und psychosomatische Beschwerden deutlich zugenommen. Prof. Dr. Schulte-Körne schildert im BLLV-Kamingespräch eindrücklich, was sie jetzt brauchen und wie zentral dabei die Rolle der Schule und der Lehrerinnen und Lehrer ist.

Inzwischen ist vielfach belegt, dass Kinder und Jugendliche unter der Corona-Krise und ihren Folgen besonders leiden. Hier spielen verschiedene Faktoren eine Rolle: Einerseits machen sie sich Sorgen um die eigene Gesundheit oder die von Ange­höri­gen und Freunden, andererseits fehlen ihnen durch Kontakt­be­schränkungen und Schulschließungen soziale Beziehungen, feste Tages­struk­turen, Freizeitmöglich­keiten und gemeinsame Erfahrungen mit Gleichaltrigen. Hinzu kommt der Mangel an Sport und Bewegung, zu viel an Handys und Spiele­konsolen verbrachte Zeit und möglicherweise durch Corona verursachte oder verstärkte Probleme in der Familie.

Schule ist als sozialer Lern- und Lebens­raum unverzichtbar

Der aktuellen Studie des Bundes­instituts für Bevölkerungs­forschung zufolge hat sich die "gesundheits­bezogene Lebens­qualität" bei rund 1,7 Millionen Jugend­lichen im Alter von 11 bis 17 Jahrendurch die Pandemie und den damit ver­bunden­en Schulschließungen erheblich verschlechtert. Niedergeschlagenheit, Depressionen, Verhaltens­auffällig­keiten sowie psycho­somatische Beschwerden wie Kopf- oder Bauchschmerzen haben stark zugenommen.

Jetzt zählt Zeit für jedes einzelne Kind

BLLV-Präsidentin Simone Fleischmann: "Corona hat uns mit aller Deutlichkeit gezeigt, wie wichtig und unverzichtbar Schule als sozialer Lern- und Lebens­raum ist. Die Bezie­hungen zwischen den Schülerinnen und Schülern sind so wichtig. Genau wie die Beziehung der Kinder und Jugendlichen zu ihren Lehrerinnen und Lehrern. Schul­­­schließungen haben eben gravierende Auswirkungen auf die seelische Gesund­heit, die Lebens­qualität und Persönlichkeits­entwicklung unserer Kinder und Jugend­lichen. Deshalb sind wir froh, dass Schule in Präsenz wieder möglich ist. Jetzt müssen wir schauen, dass wir den Bedürfnissen der Kinder und Jugend­lichen gerecht werden und ihnen das geben, was sie brauchen – und damit meine ich erstmal nicht nur das bloße Aufholen von Lernrück­ständen, sondern vor allem viel Zeit für das einzelne Kind, professionelle Unter­stützung und individuelle Förderung durch uns Lehrerinnen und Lehrer."

"Corona – was brauchen unsere Kinder und Jugendlichen jetzt?"
Genau das ist Thema des BLLV-Kamingesprächs am kommenden Montag, 11. Oktober 2021. Zu Gast ist Prof. Dr. med. Gerd Schulte-Körne, Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie der LMU München. Der Experte spricht mit BLLV-Präsidentin Simone Fleischmann und Brigitte Dittmer-Glaubig, Leiterin der Abteilung Berufswissen­schaft, über die Nöte der Schülerin­nen und Schüler und darüber, was sie jetzt brauchen, wie man ihnen helfen kann und was das für Lehrerinnen und Lehrer bedeutet.

Eine Teil­nahme ist live oder per Livestream möglich.

Termin:                              11. Oktober 2021 um 19 Uhr
Dauer:                                ca. 60 Minuten
Ort:                                     live am Bavariaring 37 oder per Livestream
>> Infos und Anmeldung

>> hier geht es direkt zum Livestream


>> Zur BIB-Studie "Belastungen von Kindern, Jugendlichen und Eltern in der Corona-Pandemie" vom Juli 2021