(c) Johannes Geyer, Fotostudio Poing
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Diskussion über Zukunft von Schule und Bildung: ganzheitlich, gleichwertig!

Bei der Diskussion zum Thema „Schulstandort Poing – fit für die Zukunft“ auf Einladung der Freien Wählergemeinschaft mit Kultusminister Piazolo und weiteren Experten fordert BLLV-Präsidentin Simone Fleischmann ganzheitliches Denken und A13 für alle.

Zwei Grundschulen, Realschule, Mittelschule, ein sonderpädagogisches Förderzentrum und ab 2024 ein neues Gymnasium und alle in kurzer Entfernung zueinander: So sieht die Schullandschaft in Poing im Landkreis Ebersberg nahe München aus.

Ein guter Ort also, um sich über Schule konkret und Bildung im Allgemeinen auszutauschen. Auf Einladung der Freien Wählergemeinschaft FWG mit Moderator und drittem Bürgermeister Günter Scherzl taten dies Kultusminister Michael Piazolo, die örtliche Realschulrektorin Sylvie Schaubelt, der Vorsitzende des Bayerischen Philologenverbands Michael Schwägerl, Landesschülersprecher der Gymnasien Joshua Grasmüller und BLLV-Präsidentin Simone Fleischmann, wie die Süddeutsche Zeitung und der Münchner Merkur berichten.

Ganzheitlich lernen statt fächerzersplittert

Fleischmann freut sich über eine „Begegnung der Schulen“, die für Schülerinnen und Schüler sehr positiv sei. Mit dem Kultusminister ist sie sich einig, dass nicht jeder „Missstand in der Gesellschaft“, wie Piazolo formulierte, in Schulen getragen werden dürfe: „Immer wenn sich da draußen etwas verändert, sollen wir da drinnen etwas anders machen", kritisierte sie.

Insbesondere der Forderung nach immer neuen Fächern erteilt Fleischmann eine deutliche Absage und plädiert stattdessen für den Ansatz ganzheitlicher Bildung, den der BLLV vertritt, in dem Kinder und Jugendliche individuell und handlungsorientiert lernen und neben Grundlagenwissen vor allem kognitive Kompetenzen, emotionale Intelligenz, kulturelle Fähigkeiten und eine demokratische Werteorientierung erwerben – in einem übergreifenden Konzept. "Die Welt da draußen ist ja auch nicht in Fächer gegliedert“, stellt die BLLV-Präsidentin klar.

A13 für alle!

Die Diskussionsteilnehmer sind sich einig, welch großes Potenzial die Digitalisierung insbesondere für die individuelle Förderung einer heterogenen Schülerschaft birgt. Realschulrektorin Schnaubelt konstatierte aber mangelnde Vorbereitung junger Kolleginnen und Kollegen, für die der BLLV mit seinem Modell einer modular aufgebauten Lehrerbildung mit Freiräumen für neue Anforderungen wie Digitalisierung einen Lösungsansatz bietet. "Derjenige Lehrer ist stark, der einen Bauchladen an Methoden hat", betont Simone Fleischmann die Bedeutung unterschiedlicher Unterrichtsmedien und -formen.

Mit Blick auf den Lehrermangel an Grund-, Mittel- und Förderschulen, auf den der BLLV wiederholt hinweist, warnt Simone Fleischmann vor der Einstellung von Aushilfskräften, wie im Bundesland Berlin schon mehrheitlich gängig. Damit die Arbeit an diesen Schularten attraktiver werde, „braucht es für Grund- und Mittelschullehrer die gleiche Einstiegsbesoldung wie für alle anderen“, fordert die BLLV-Präsidentin abschließend.

» Zum Bericht auf merkur.de
» Zum Bericht auf sueddeutsche.de

(c) Johannes Geyer, Fotostudio Poing


Weitere Informationen

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Am: 15.11.2019