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Gut vorbereitet ins erste Schuljahr

Mit dem ersten Schultag beginnt ein neuer Lebensabschnitt. Dafür braucht es nicht nur Schultüte und Schulranzen, sondern auch Vertrauen und Sicherheit. Der BLLV-Elternratgeber gibt Tipps, damit der Start gut gelingt.

„Der Einschulungstag ist ein wichtiger Tag im Leben eines Kindes, es soll ein Tag der Freude sein und kein Tag mit Hektik und Stress“, erklärt Simone Fleischmann, Präsidentin des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbands (BLLV). „Gerade der erste Tag ist aufregend, etwas ganz Neues kommt auf Kinder zu. Das Wichtigste ist, dass Eltern ihren Kindern Sicherheit geben und Vertrauen schenken. Dieser Tag ist ganz und gar der Tag des Kindes!“

Deswegen sollten Eltern diesen Tag gemeinsam mit ihrem Kind planen. Wer soll dabei sein? Was will das Kind anziehen? Gehen Sie zum Essen in ein Lokal oder treffen sich alle zuhause? Was passiert am Nachmittag? Bevor der Tag anfängt, gehen Sie diesen mit Ihrem Kind ganz genau durch. „Wenn du im Klassenzimmer bist und deinen ersten Schultag erlebst, warten wir auf dich und sind schon ganz gespannt, was du zu erzählen hast. Wenn die Schule aus ist, gehen wir in die Kirche und dann mit all deinen Gästen zum Essen.“ Wenn Kinder von Anfang an Klarheit und Transparenz erfahren, dann sind neue Situationen besser zu bewältigen und lange nicht so aufregend.

Keine Angst machen

Je näher der erste Schultag rückt, umso größer wird die Aufregung. Folgende Tipps können dabei helfen, dem Kind Sicherheit und Vertrauen zu geben:

  • Sprechen Sie mit Ihrem Kind über Ihre eigenen Erlebnisse am Einschulungstag! Machen Sie Ihrem Kind aber keine Ängste, sondern stimmen sie es froh und vermeiden Sie auch die eventuell „negativen Erzählungen“ der älteren Geschwister über die Schule.

  • Äußerungen, wie „Jetzt beginnt der Ernst des Lebens!“ oder „So geht das nicht weiter!“ helfen nicht. Sprechen Sie nur positiv von der Schule und vermeiden Sie Drohungen.

  • Geben Sie Ihrem Kind Sicherheit, indem Sie bereits vor Beginn der Schule signalisieren, dass Sie immer für seine Sorgen und Nöte ein offenes Ohr haben.

  • Machen Sie Ihrem Kind auch bewusst, dass nur der erste Schultag so ein ganz besonderer Tag ist und der „normale“ Schultag anders aussieht.

  • Bestärken Sie Ihr Kind bereits am ersten Schultag, dass es die Schule gerne haben wird. Viele schöne Erlebnisse warten! Und es gibt viel Neues zu lernen.

„Genießen auch Sie diesen ersten Schultag Ihres Kindes und feiern Sie diesen als einen ganz besonderen Tag“, rät Simone Fleischmann. „Je mehr Sicherheit, Zuversicht und Freude Eltern an diesem Tag ausstrahlen, desto sicherer und freudiger wird das Kind den ersten Tag meistern – und seine weitere Schulzeit.“ Und keine Sorge, wenn Ihr Kind nicht so viel vom ersten Schultag oder der Schule insgesamt erzählt. Drängen Sie nicht. Warten Sie ab und geben Sie Ihrem Kind die Chance, selbst zu entscheiden wann es was erzählt. 

Was kommt in die Schultüte?

Zum ersten Schultag gehört natürlich auch die Schultüte. Oft ist sie prall gefüllt mit meist ungesunden Leckereien. Doch es geht auch anders. Süßigkeiten müssen nicht völlig aus der Schultüte verschwinden, es empfiehlt sich allerdings ihren Anteil zu reduzieren. Als Alternative eignen sich zum Beispiel ein Päckchen Buntstifte, Füller, witzige Radiergummi, ein kleiner Geldbeutel, Stofftierchen, Tagebücher oder Poesiealben - schließlich dauert es mit dem Schreiben nicht mehr allzu lange. Viele Kinder freuen sich auch über ein Hörspiel oder einen Gutschein für einen Kino- oder Museumsbesuch.

Worauf beim Schulranzen achten?

Für den Schulanfang sind auch eine Reihe neuer Anschaffungen nötig. „Prinzipiell lohnt es sich bei Neuanschaffungen in gute Qualität zu investieren“, betont BLLV-Präsidentin Simone Fleischmann. „Kinder sind sehr enttäuscht, wenn ihre Schulmaterialien schnell kaputt gehen oder keine guten Arbeitsergebnisse ermöglichen.“

Vor allem der Schulranzen muss hohe Anforderungen erfüllen. Damit die Wirbelsäule eines Kindes keinen Schaden nimmt, braucht der Ranzen ein stabiles Tragegestell und gut verstellbare, breit gepolsterte Tragegurte. Um Kinder vor Unfällen zu schützen, sollte der Ranzen durch rückstrahlende und fluoreszierende Teile sowohl bei Tageslicht als auch bei Dunkelheit gut sichtbar sein. Weil Kinder höchstens ein Zehntel ihres Körpergewichts auf dem Rücken tragen sollten, muss der Ranzen außerdem so leicht wie möglich sein.

Es muss aber nicht das gesamte Schulmaterial neu gekauft werden. „Warum sollen Kinder nicht einen gebrauchten, aber noch gut erhaltenen Lesekasten oder Schulranzen nutzen? Eltern können im Freundes- und Bekanntenkreis danach fragen oder am ‚Schwarzen Brett’ der Schule eine entsprechende Anfrage aushängen“, empfiehlt Fleischmann. „Viele sind froh, wenn die noch intakten Materialen weitere Verwendung finden.“ Auch „Tauschbörsen“ machen Sinn - und sie machen Spaß. Es gibt auch Internetplattformen, die Möglichkeiten anbieten, gut erhaltene Schulmaterialien zu günstigen Preisen zu ersteigern. Doch Vorsicht: Bitte nur seriöse Seiten anklicken.

Die Schule hat begonnen und im Geldbeutel wird es knapp

Der Schulanfang ist nicht nur aufregend, sondern auch teuer. Jeder, der Schulkinder zuhause hat, weiß, Schule kostet richtig Geld. Insbesondere der Schulanfang hat es in sich. „In vielen Haushalten geht es jetzt knapp zu“, weiß Simone Fleischmann. „Später kommen zur Grundausstattung auch noch Kopier- und Materialgeld hinzu, der Ausflug oder die gemeinsame Klassenfahrt müssen finanziert werden, und dann sind ja auch noch die Sportsachen zu bezahlen. Jeder, der Schulkinder zu Hause hat, weiß, Schule kostet richtig Geld.“ In schwierigen Situationen können sich Eltern an folgende Stellen wenden:

  • Viele Gemeinden stellen einen Fond bereit, den die Schulleitung verwaltet, wenn es um die Anschaffung von Schulmaterialien für die Schulanfänger geht. „Eltern sollten versuchen, möglichst offen mit der Klassenleitung oder der Schulleitung über ihre Situation zu sprechen“, empfiehlt Fleischmann. „Sie können sich auf Verschwiegenheit verlassen. Beide wissen am besten, welche Möglichkeiten der finanziellen Unterstützung an der Schule möglich sind.“

  • Wer staatliche Unterstützung erhält, kann weitere Möglichkeiten zur finanziellen Unterstützung einzufordern. In diesem Fall sollten sich Eltern an die jeweiligen Jugendreferate der Gemeinden bzw. der Städte wenden. Dort gibt es die entsprechenden Anträge.

  • Wenn ein Kind eine Offene oder Gebundene Ganztagsschule besucht, sind staatliche Zuschüsse zur Finanzierung des Essens möglich. Die nötigen Formblätter sind bei der Schulleitung erhältlich.

  • Häufig bieten auch Jugendämter finanzielle Hilfen an, die Eltern nutzen können. „Auch hier gilt: Bitte keine Scheu, denn Jugendämter erfüllen heute vielfältige Aufgaben, u. a. eben diese, finanzschwache Familien zu unterstützen“, so Fleischmann, die sich eines wünscht: „Ein knapper Geldbeutel der Eltern darf keinesfalls zu Bildungsnachteilen der Kinder führen."

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