Infoportal soll Lehrkräfte unterstützen Startseite Topmeldung
Arbeitsbedingungen Psyche Schulpsychologe

Multiprofessionalität geht (teilweise) auch digital!

Der BLLV fordert seit Jahren multiprofessionelle Teams an den Schulen. Digitale Angebote können Lehrerinnen und Lehrern bei vielen Aufgaben zusätzlich Hilfe bieten: Ein neues Infoportal soll jetzt Lehrkräften helfen, psychisch aufällige Kinder zu unterstützen.

Ein Kommentar von Karin Leibl, Vorsitzende des BLLV-Kreisverbands Ingolstadt

Seit dem Corona-Lockdown und den damit verbundenen Auswirkungen sehen viele Pädagoginnen und Pädagogen mit einem besonderen Augenmerk auf die psychische Gesundheit der Schülerinnen und Schüler. Auch Schulpsychologen, auch Beratungslehrkräfte stehen vor Grenzen.

Es ist nicht leicht, die uns anvertrauten Kinder und Jugendlichen weiter zu geben. Seit Jahren schon gibt es die Webseite www.ich-bin-alles.de, auf der sich Kinder und Eltern informieren können, anonym und ohne Stigmatisierung, und sie erleben dort, dass auch andere Kinder ähnliche Probleme haben. Eltern finden wertvolle Tipps und Querverweise.

Infoportal soll Lehrkräfte unterstützen

Im Frühjahr dieses Jahres machte sich der Urheber der Webseite, die Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie der LMU München, auf den Weg, das Angebot auch Lehrkräften nahezubringen. Auf https://schule.ich-bin-alles.de können sich Lehrerinnen und Lehrer informieren, sensibilisieren und werden auf hilfreiche Stellen verwiesen.

Loslassen fällt uns Pädagoginnen und Pädagogen nicht immer leicht. Aber wir sehen, dass wir manchmal nicht mal erkennen, wenn unsere Schülerinnen und Schüler psychische Probleme haben. Und dass der Grad zwischen Abwiegeln und Aufbauschen schwer ist und wir nicht wissen, ob wir helfen müssen und wie wir helfen können.

Bericht des Bayerischen Rundfunks

Über das Neue Angebot der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie der LMU München:

Rund 20 Prozent der Schülerinnen und Schüler zeigen psychische Aufälligkeiten. Die Zahl der Kinder und Jugendlichen mit psychischen Erkrankungen ist in den vergangenen 20 Jahren deutlich gestiegen. Zu den psychischen Belastungen zählen leichte Depressionen, häufig gepaart mit sozialen Ängsten und Prüfungsängsten. Lehrerinnen und Lehrer sind damit oft überfordert, gerade zu Zeiten des Lehrkräftemangels - und, noch wichtigter: sie sind nicht dafür ausgebildet Kinder und Jugendliche mit psychischen Erkrankungen zu begleiten.

Lehrkräfte sind meist keine Schulpsychologinnen und -psychologen und sie können beispielsweise nur schwer unterscheiden, was Symptome für psychischen Auffälligkeiten und was "normale" Pubertätsmerkmale sind.

"Wir wollen den Lehrkräften fundierte Informationen an die Hand geben, damit sie mit den Schülerinnen und Schülern kommunizieren und sie unterstützen können." so die Psychologin Lucia Iglhaut der Kinder- und Jugendpsychiatrie der LMU München im BR-Interview. Das Infoportal soll nicht nur bei psychischen Belastungen unterstützen, sondern präventiv helfen und die psychische Gesundheit nachhaltig stärken.

» zum Infoportal ich bin alles@schule



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