Schulleitung

Verwaltungsangestellte brauchen Entlastung

BLLV richtet Petition an den Bayerischen Landtag und fordert darin Entlastung durch mehr Arbeitszeit und bessere Bezahlung

28.01.2016

Pressemitteilung - Bayerns Verwaltungsangestellte an Schulen schlagen Alarm: „Die Arbeitszeit muss den Veränderungen im Alltag und die Bezahlung den tatsächlichen Aufgaben angepasst werden“, fordert die Leiterin der Fachgruppe Verwaltungsangestellte im BLLV, Petra Müller, heute in München. Die Aufgaben würden ständig mehr, aktuell auch bedingt durch die vielen Flüchtlingskinder, die an den Schulen aufgenommen werden müssen. Dass die Bezahlung der meist weiblichen Kräfte in keinem Verhältnis zu den erbrachten Leistungen stehen würde, sei nicht neu: „Wir haben uns zwar in den vergangenen Jahren über Verbesserungen freuen können, doch die Freude hielt nie lange an. Leider waren sämtliche Erleichterungen noch nicht ganz eingeführt, wurden schon wieder Veränderungen in der Verwaltung der Schulen vollzogen bzw. notwendig. Wir laufen ständig hinterher“, erklärte Müller. Sie forderte eine spürbare Entlastung und eine bessere Bezahlung für alle Verwaltungsangestellten an Schulen. Unterstützt wird sie von BLLV-Präsidentin Simone Fleischmann. Die beiden übergeben heute Abgeordneten aller Fraktionen aus dem Ausschuss öffentlicher Dienst eine Petition zur Situation der Beschäftigten. Die Petition unterzeichneten weit über 15.000 Unterstützer/innen. Für Fleischmann und Müller steht fest: „Die große Anzahl der Unterzeichner unserer Petition macht deutlich, wie groß die Not in unseren Schulsekretariaten ist.“ Dringend erforderlich sei es angesichts der aktuellen Probleme an den Schulen, die Zuteilungsrichtlinien kurzfristig anzupassen und zu verbessern.

 

Seit den Sommerferien habe sich die Situation der Verwaltungsangestellten noch einmal verschärft, so Müller. Viele Kolleginnen würden vor der Herausforderung stehen, Flüchtlingskinder neu aufzunehmen. „Weil die Kinder und Eltern in der Regel kein Deutsch sprechen, erhöht sich der Bearbeitungsaufwand erheblich. Es fallen zum Beispiel vermehrt Telefonate mit Bildung-und-Teilhabe-Stellen, Ausländerbehörden, Asylberatung usw. an. Wir versuchen unser Bestes und greifen auch auf Online-Übersetzungsangebote zurück, um Fragen oder Anweisungen in arabische Sprache und Schrift zu übersetzen.“

Mit der Aufnahme allein sei es aber noch nicht getan, denn auch die Bewältigung des schulischen Alltags gestalte sich aufwändig, „z.B. wenn ein/e Schüler/in unentschuldigt fehlt, wenn bei Behörden wegen Klassenfahrten nachgefragt werden muss oder wenn es um die Abrechnung von eigens angeschafftem Unterrichtsmaterial geht. Für alle diese Aufgaben gibt es keine zusätzliche Arbeitszeit, was viele Kolleginnen frustriert.“ Weil gleichzeitig auch alles andere erledigt werden müsse, arbeiteten viele Kolleginnen bis zur Erschöpfung. „Das macht mir große Sorgen“, so Müller. 

Beispiel offene Ganztagesklassen: Beim Bildungsgipfel 2009 sei zwar vereinbart worden, dass die Kommunen die Verwaltung der offenen Ganztagsklassen verantwortlich übernehmen, dies sei aber in den meisten Fällen nicht umgesetzt. „Die Leidtragenden sind wir, die -  im Interesse der Schüler/innen - deutlich mehr Arbeit leisten. Besonders belastet sind die Beschäftigten mit Teilzeitarbeitsverträgen.“ Die Liste ließe sich noch erweitern, zum Beispiel mit den immer wieder durchgeführten Vertragsreduzierungen durch jahrgangskombinierte Klassen, den Mehraufwand für Flexklassen, Inklusionsklassen, Schulen mit Individualisierung (z.B. Kunstgrundschulen), usw. 

Zwar habe es in den letzten Jahren immer wieder Verbesserungen für die Situation der Verwaltungsangestellten gegeben, „dafür sind wir auch dankbar. Sie haben aber nur zu kurzzeitiger Entlastungen geführt.“ Der Unmut sei daher groß. Und die Bezahlung tue ihr Übriges: Die neuen Eingruppierungsrichtlinien hätten dazu geführt, dass den neu eingestellten Verwaltungsangestellten an Grundschulen der Aufstieg in die Entgeltgruppe 5 verwehrt ist. „Das ist faktisch eine geringere Bewertung unserer Tätigkeit“, kritisierte die BLLV-Fachgruppenleiterin.

Sie und Fleischmann hoffen nun, dass sich der zuständige Fachausschuss im Bayerischen Landtag mit dem Thema beschäftigen wird und schnelle wie spürbare Verbesserungen eingeleitet werden.


 

Andrea Schwarz, BLLV-Pressereferentin M.A. Tel: 089/ 72 100 129, presse (at) bllv.de