Pläne des Kultusministeriums zur Entbürokratisierung Startseite Topmeldung

Wir brauchen weniger Bürokratie und mehr Zeit für die Kinder!

Am 31. Januar kündigte Kultusministerin Anna Stolz eine große Entbürokratisierungsaktion für Bayerns Schulen an. Ein Kommentar von Karin Leibl, Beisitzerin im BLLV Landesvorstand und Mitglied in verschiedenen Gremien des BLLV.

Was für ein schönes Motto der Kultusministerin! Entbürokratisierung ist in aller Munde, ist aber zunächst ein trockener Begriff. Diesen zu einem pädagogischen Thema zu machen, spricht uns Lehrkräften aus der Seele und trifft uns natürlich in unserem pädagogischen Ethos.

Dass dieses Mal nicht die Juristinnen und Juristen und Verwaltungsbeamten im KM Vorschriften machen, sondern die Praktikerinnen und Praktiker vor Ort gefragt werden, macht das Ganze nochmal klüger. Jeder ist gefragt, niemand kann sich ärgern, dass er fremdbestimmt ist.

Was genau hat Ministerin Anna Stolz geplant? „In einem ersten Schritt hat sich Kultusministerin Anna Stolz in einem persönlichen Schreiben an den Hauptpersonalrat und die Schulaufsicht gewandt und um Vorschläge in Abstimmung mit den Schulen gebeten, wo bürokratische Hemmnisse aus deren Sicht abgebaut werden könnten.“ Weiterhin sollen die Vorschläge auf der Homepage gesammelt werden und für alle einsichtig sein.

Die Praktikerinnen und Praktiker sind gefragt

Wie beim Schriftwesen bei Grund- und Mittelschulen muss jedoch klar sein: Die Lehrkraft vor Ort, die Schule vor Ort muss entscheiden können, muss einen Handlungsspielraum haben. Der BLLV hat in einer Mitgliederbefragung eruiert, was den Lehrerinnen und Lehrern auf der Seele brennt, was abgeschafft werden soll. Die gesammelten Ergebnisse liegen der Ministerin schon vor. Und es wurde klar: Wo die eine Lehrkraft sagt, dass beispielsweise Klassenfahrten mit Hotelbuchungen, Busunternehmen abfragen etc. durchaus von externen Kräften gemacht werden können, sieht die andere Lehrkraft das als pädagogische Aufgabe und würde sich ärgern, wenn das jemand anderer machte.

Jedoch müssen Lehrkräfte auch lernen abzugeben. Bestes Beispiel ist hier die Systembetreuung. In großen Kommunen machen das technische Experten der Stadt, in vielen Gemeinden und in Schulen, die dem Landkreis zugehörig sind, oftmals immer noch Lehrkräfte, auch wenn das KMBek genau beschreibt, dass es sich bei Lehrkräften nur um pädagogische Systembetreuungen handelt. Aber die betroffenen Lehrerinnen und Lehrer möchten oft gar nicht erst, dass jemand Fremdes da mitmischt. Dann darf man sich aber nicht beschweren, dass man überlastet ist.

Lehkräfte vor Ort befragen

Dass die Schulaufsicht gefragt wird dies in Abstimmung mit den Schulen zu machen, MUSS ein Appell sein die Lehrkräfte vor Ort zu befragen. Gerne anonym, damit sie nicht Sorge tragen müssen als faul oder unpädagogisch zu gelten vor den Dienstvorgesetzten. Jetzt muss erlaubt sein offen nachzudenken und zu hinterfragen, was pädagogisch Sinn macht und was ein Relikt ist. In den letzten Jahren sind so viele neue Aufgaben an die Schulen und die Lehrkräfte delegiert worden. Da muss auch an anderer Stelle gespart werden können. Oder hinterfragt werden, ob die neuen Regelungen wirklich gebraucht werden.

Die Belastung von Lehrkräften und Verwaltungen durch sinnlose Bürokratie ist enorm. Wir müssen hier entlastet werden, damit wir wieder unserer pädagogischen Arbeit nachkommen können, die oft vernachlässigt werden muss, um uns selbst zu schützen.

 

Falls Sie Anregungen haben, wo Sie Potenziale für Entbürokratisierung an Ihrer Schule oder in Ihrem Bereich sehen, schreiben Sie uns gerne mit dem Betreff "Entbürokratisierung" an online(a)bllv.de

BLLV-Papier: Entbürokratisierung – konkrete Möglichkeiten der Entlastung der Beschäftigten an Bayerns Schulen

Hier geht es zum Maßnahmenpapier (PDF) des BLLV zur Entbürokratisierung Bayerns Schulen, zur Entlastung der Lehrkräfte von Verwaltungstätigkeiten, sowie zur Optimierung der Verwaltungstätigkeiten aller Beschäftigten an Bayerns Schulen ...
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