Schul- und Bildungspolitik im Umbruch

Die Schul- und Bildungspolitik in Deutschland ist in einer Umbruchsphase, die mit den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts vergleichbar ist. Auch damals wurde sich die Öffentlichkeit bewusst, dass Deutschland im internationalen Vergleich mit einem sehr traditionellen Schulsystem ins internationale Abseits geraten war. "Sputnik-Schock" und "Bildungskatastrophe" (Georg Picht) waren die Schlagworte.

Heute kämpfen wir in Deutschland und Bayern erneut um den Anschluss an internationale Entwicklungen. Heute gilt noch stärker als damals: In einer globalisierten Welt ist Bildung der einzige Garant dafür, dass Deutschland nicht auch wirtschaftlich ins Hintertreffen gelangt.

Eine sich immer rasanter ändernde Gesellschaft, die demografische Entwicklung und die hohe Bedeutung von Bildung im Bewusstsein der Eltern fordern neue und kreative Wege in der Schul- und Bildungspolitik. Damit beschäftigen wir uns intensiv in der Abteilung. Ein solcher neuer Weg ist die regionale Schulentwicklung (RSE). Unser Ziel: Überschaubare Schulen in Wohnortnähe mit attraktiven Abschlüssen und hoher Akzeptanz bei Eltern und Wirtschaft.

Daneben beschäftigen uns aber auch die zahlreichen Baustellen der Bildungspolitik wie z. B. der Übergang Kindergarten - Grundschule, der Niedergang der Hauptschule, das G8 und die Frage der Länge der Grundschule.

 

Dr. Fritz Schäffer
Leiter der Abteilung Schul- und Bildungspolitik im BLLV