Sozial benachteiligte Kinder trifft es am härtestenStartseite

Bildungsgerechtigkeit in Gefahr

Durch die vom Corona-Virus ausgelösten Schul- und Kita-Schließungen verlieren weniger privilegierte Kinder viel Sicherheit. Das darf nicht sein.

Es ist unbestritten: Bildungserfolg hängt immer vom sozioökonomischen Status der Eltern ab. Deshalb trifft die Corona-Krise auch hier wieder die Kinder, die es ohnehin schwerer haben. Während gut situierte Eltern etwa durch home office jetzt bessere Möglichkeiten haben, mit ihren Kindern gemeinsam zu lernen, sind Eltern aus weniger privilegierten Gesellschaftsschichten dazu oftmals nicht in der Lage. Sie müssen zum Beispiel zur Arbeit auf die Baustelle. Oder können ihre Kinder eben nicht mit teuren mobilen Endgeräten, die für digitale Lernangebote unabdinglich sind, ausstatten.

„Um diese Kinder machen wir uns große Sorgen“, sagt BLLV-Präsidentin Simone Fleischmann. Nicht nur, dass diese Kinder womöglich weniger zum Lernen angehalten werden. Sie werden auch emotional mit ihren Ängsten rund um den Corona-Virus eventuell weniger aufgefangen. Gerade für Kinder, deren Nest zuhause nicht ganz so warm ist, sind Schulen, Lehrerinnen und Lehrer genauso wie Erzieherinnen und Erzieher eine wichtige Anlaufstelle. Und die fällt jetzt weg.

Über gefährdete Kinder muss dringend ein Schutzschirm aufgespannt werden 

Die Liste der Kinder, die die Corona-Krise besonders hart trifft, lässt sich lang weiterführen: Was passiert mit Kindern von Eltern, wo beide Eltern zuhause sind - arbeitslos und nicht in optimaler physischer oder psychischer Verfassung? Was passiert mit den Kinder der Familien, die auf der Liste von Jugendämter stehen? Simone Fleischmann appelliert deshalb an Jugendämter und verwandte Stellen, dass dringend überlegt werden müsse, wie ein Schutzschirm über diese Kinder gerade jetzt aufspannt werden könne.

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Am: 19.03.2020