LEITFADEN SchülerfotosDatenschutzMedienrecht

Erstellen und Verwenden von Schülerfotos

Digitale Schnappschüsse sind bei Schulveranstaltungen schnell gemacht, leicht vervielfältigt und mühelos veröffentlicht. Da es sich bei Schülerfotos um personenbezogene Daten handelt, sollten Lehrkräfte die entsprechenden Rechtsvorschriften kennen.

Für Lehrkräfte, die Fotos ihrer Schüler/innen anfertigen und diese für bestimmte Zwecke wie das Erstellen und Verteilen eines Fotoalbums zum Ende des Schuljahres oder die Dokumentation von Unterrichtserlebnissen nutzen möchten, gelten gemäß DSGVO – besonders Art. 4, 6 und 7 – folgende Hinweise:

Persönlichkeitsrecht

Es besteht das für jedermann geltende grundgesetzlich geschützte Recht am eigenen Bild. Dies bedeutet, dass jede Person das Recht hat, selbst zu bestimmen, ob sie auf Fotos erscheinen möchte, wo und wie diese Fotos aufbewahrt und ggfs. verwendet werden.

Datenschutzrechtliche Vorgaben

Die Erhebung, Speicherung und Verarbeitung von Daten ist grundsätzlich verboten – es sei denn, ein Gesetz gestattet dies oder es liegt eine freiwillig erteilte, jederzeit widerrufliche Genehmigung durch den/die Rechteinhaber vor.

Für das Erstellen von Schülerfotos existiert keine gesetzliche Grundlage, so dass eine Genehmigung erforderlich ist.

Durch die Digitalisierung haben sich sowohl das Anfertigen als auch das Speichern und Verwenden von Fotos grundlegend geändert. Sobald mit einem elektronischen Gerät wie dem Handy oder einer Digitalkamera Fotos von Personen gemacht werden, handelt es sich um Daten, daher ist diese Genehmigung erforderlich.

Sinn und Zweck des Datenschutzes ist es, Personen und insbesondere Kinder und Jugendliche davor zu schützen, dass ihre Fotos z.B. im Internet verbreitet werden und/oder in Hände gelangen, in die sie keinesfalls gelangen sollten.

Datenschutzkonforme Einwilligung der Betroffenen

Einwilligungen sind rechtswirksam, wenn sie:

  • sich auf einen bestimmten Fall beziehen, d.h. generelle Einwilligungen sind unwirksam
  • die einwilligende Person klar und verständlich über die Verarbeitung der Daten informiert wurde
  • die betroffene Person darüber informiert wurde, dass die Einwilligung freiwillig ist und die Einwilligung jederzeit widerrufen werden kann
  • der Zeitpunkt des Löschens der Daten genannt wird; dies ist unbedingt einzuhalten.

Die jeweiligen Einwilligungen sind schriftlich vor den Aufnahmen von den Erziehungsberechtigten einzuholen; sind die Schüler 14 Jahre alt oder älter, müssen auch diese die erforderliche Einwilligung abgeben.

Falls Sie zu diesem Thema weitere Beratung benötigen oder trotz aller Umsicht mit Vorwürfen der Missachtung des Datenschutzes konfrontiert werden, wenden Sie sich gern an die Rechtsabteilung des BLLV. Folgende Unterlagen benötigen wir bei Konflikten für Ihre Beratung:

1. Eine kurze schriftliche Sachverhaltsschilderung sowie schriftliche Dokumente – falls
    vorhanden – in Kopie
2. Falls es schriftliche Beschwerden über Fotoveröffentlichungen gibt, diese ebenfalls in Kopie.

Zusammenstellung: CB, BS - Stand: 4. Oktober 2018