Statement von BLLV-Präsidentin Simone Fleischmann Startseite Topmeldung

Jetzt die Grundschule stärken! Es reicht – keine Streichungen!

Laut Ministerpräsident und Kultusministerium soll mehr Deutsch und Mathematik an Grundschulen unterrichtet werden, allerdings ohne die Zahl der Unterrichtstunden insgesamt zu erhöhen. Wie und was gestrichen werden soll, wird jetzt diskutiert.

Die Grundschule ist in aller Munde: Das Streichkonzert hat begonnen! Die einen wollen Musik reduzieren, die anderen Religion, die nächsten Kunst oder Sport aufs Spiel setzen und wieder andere Englisch streichen. Und dann heißt es: Der Lehrermangel an der Grundschule sei bald Geschichte. Wie passt das jetzt eigentlich zusammen? Und dann kommt doch noch hinzu, dass wir bei PISA so schlecht abgeschnitten haben. Die Basiskompetenzen sind gefährdet: Wir verlieren zum einen die Starken und zum anderen die Schwachen. Die Grundschulkinder verlassen die Grundschule und können nicht mehr richtig lesen, rechnen oder schreiben.

Und allen Ernstes wollen wir jetzt die Frage stellen, welche Fächer gestrichen werden können? Der BLLV sagt dazu Nein! Die Kinder an der Grundschule brauchen mehr! Mehr Bildung, mehr Förderung und mehr Differenzierung. Keinesfalls weniger!

Wie soll denn der Ganztagsanspruch ab 2026 erfüllt werden?

Wie sollen wir denn die Starken und deren Talente fördern und die schwachen Kinder mitnehmen? Wie kann denn ganzheitliche Bildung gelingen? Oder ist es jetzt auf einmal nicht mehr wichtig, dass Kinder neben Lesen, Rechnen und Schreiben auch noch Zukunftskompetenzen erlangen, Demokraten werden, politisch gebildet die Schule verlassen und und und …

Für den BLLV heißt es nun: Nicht weniger Unterricht an der Grundschule ist gefragt, sondern mehr. Es geht um Verbesserungen in allen Bereichen. Die Inklusion, die Integration, die Digitalisierung, die individuelle Förderung und die Ganztagsschule - unsere altbekannten „Big Five“ - brauchen mehr Unterricht, mehr Personal und mehr Förderung. Die Kinder an den Grundschulen haben lange genug gelitten unter jahrzehntelangem Lehrermangel, der Corona-Zeit und den fehlenden Förderchancen nach PISA. Und jetzt denkt man allen Ernstes über Streichungen nach.

Der BLLV sagt Nein!

Waren es nicht die Kolleginnen und Kollegen an der Grundschule, die bereits wegen des Sparmaßnahmenpaktes von Piazolo Einschränkungen akzeptieren mussten? Die Einschränkung der Altersteilzeit an der Grundschule, das Hinausschieben des Antragsruhestands, die Streichung des sogenannten Sabbatjahrs, die Mehrarbeit, das Arbeitszeitkonto: Alles wurde hingenommen. Die Kolleginnen und Kollegen haben alles gegeben, um diese schwierige Zeit in Corona und nach Corona zu meistern. Wie selbstverständlich nehmen sie das neu eingestellte zusätzliche Personal mit, das nie Lehramt studiert hat. Sie tun alles dafür, dass die Kolleginnen und Kollegen, die neu an den Schulen sind, bestens unterstützt werden, damit es den Kindern an der Grundschule gut geht.

Jetzt halten Sie weiter durch und lassen sich auch noch für fehlende Basiskompetenzen der Kinder beschuldigen.

Vor Ort an den Schulen wird schon lange entschieden, wo rote Linien sind. Welche Fächer leider wegfallen müssen, weil Lehrkräfte krank sind. Wo man Schwerpunkte setzen muss, weil es gar keine Chance gibt, diesen Unterricht vorzuhalten. Wir haben schon in den Ferien so zusammengestrichen, dass wir so in das Schuljahr starten konnten, dass dann die Politiker sagen konnten: Wir starten eigentlich ganz gut …

Wir vor Ort haben schon lange das getan, wo sich jetzt die große Politik in die Haare kommt. Wir lösen die Probleme, wir streiten nicht. Weil wir die Profis vor Ort sind, gelingt uns das so gut!

Irgendwann ist es aber gut. Die Grundschule legt die Grundlagen. Die Grundschule lebt die Heterogenität. Die Grundschule schultert alle Aufgaben. Jetzt reicht es! Keine Streichungen an der Grundschule.

Ganz im Gegenteil: Wir fordern Verbesserungen in allen Bereichen. Für die Kinder und für die Kolleginnen und Kollegen!

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