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Lesekompetenz fördern braucht mehr Personal als Konzepte

Eine aktuelle Studie konstatiert bei Viertklässlern eine „substanziell geringere“ Lesekompetenz im Vergleich mit 2016. BLLV-Präsidentin Simone Fleischmann sieht das in der Schulpraxis bestätigt und benennt Maßnahmen, dem entgegenzuwirken.

23.03.2022

Die Untersuchung des Dortmunder Instituts für Schulentwicklung (IFS) kommt zu einem klaren Ergebnis: Die 4.300 getesteten Grundschüler der vierten Klasse waren 2021 bezüglich ihrer Lesekompetenz etwa ein halbes Jahr im Hintertreffen. Die Schülerinnen und Schüler haben zwischen Beginn der Corona-Regelungen an Schulen im März 2020 und Beginn der Untersuchungen im Juni 2021 nur ein Drittel der Unterrichtsstunden in Präsenz absolviert. Studienleiterin Nele McElvany spricht von „massiven Lernrückständen“.

BLLV-Präsidentin Simone Fleischmann sieht die Ergebnisse der Studie in der Praxis bestätigt: „Sie spiegeln letztlich das, was wir täglich in den Grundschulen auch in Bayern vorfinden.“ Angesichts der Schlüsselrolle der Lesekompetenz für gelingende Bildungsbiografien warnt sie: „Das ist ein alarmierendes Ergebnis, zumal wir nur wenige Möglichkeiten haben, diese Defizite auszugleichen.“ Denn durch den durch Corona weiter verschärften Lehrermangel steht zu wenig Personal zur Verfügung, und die Expertinnen und Experten für individuelle Förderung sind anderweitig eingebunden worden, um Lücken zu schließen.

Jetzt endlich Weichen stellen, um individuell zu fördern!

Aus Sicht des BLLV nutzen Förderprogramm wie „gemeinsam.Brücken.bauen“ oder die Fachintegrierte Leseförderung Bayern (FiLBY), die vom Kultusministerium als geeignete Gegenmaßnahmen ins Feld geführt werden, auch nur bedingt, wenn vor Ort die Menschen fehlen, um diese mit Leben zu füllen. "Es ist grundsätzlich gut, wenn Förderprogramme existieren“, sagt Simone Fleischmann. “Allerdings haben wir derzeit mit drei Krisen an den Schulen in Bayern zu kämpfen - mit dem Lehrkräftemangel, mit der Corona-Pandemie und mit der notwendigen Integration von geflüchteten Kindern aus der Ukraine."

Die Rahmenbedingungen, um Nachholbedarf bei der Lesekompetenz durch differenzierte individuelle Förderung auszugleichen, sind also schlicht nicht gegeben.
 
» zum Bericht auf BR24: „Studie: Geringere Lesekompetenz bei Grundschülern durch Pandemie

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