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Im Gespräch mit MdL Simone Strohmayr und Margit Wild (SPD) 20.09.2021 PolitikGesundheitsschutzLeistungsdruckMultiprofessionalität

Mehr Beachtung für die Kleinsten

Dass die Grundschulen bei den Bemühungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie vernachlässigt wurden, darin sind sich die Geschsprächsteilnehmerinnen ebenso einig, wie darüber, dass es ein verändertes Lern- und Leistungsverständnis braucht.

Die Grundschulen standen bei den Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie auf der Prioritätenliste weit unten – das war Konsens bei einem Gespräch zwischen BLLV-Präsidentin Simone Fleischmann und Sabine Bösl, der stellvertretenden Leiterin der Abteilung Schul- und Bildungspolitik, mit den SPD-Politikerinnen Margit Wild und Dr. Simone Strohmayr.

"Der Fokus lag allein auf Abschlussklassen", sagte Wild, beim nächsten Mal müsse man insbesondere auf die ersten und zweiten Klassen achten. Einig war man sich auch über die Fragwürdigkeit der Maßnahmen zur Bekämpfung des Lehrermangels.

"Dass man bei den Kindern mit dem meisten Förderbedarf die Lehrerinnen und Lehrer abzieht, um den Unterricht aufrecht zu erhalten, ist für die SPD so nicht tragbar", betonte Strohmayr. "In der Grundschule brauche es mehr Ressourcen vor allem zur Förderung des sozial-emotionalen als auch des kognitiven Lernens", mahnte Bösl an.

Einig war man sich auch darüber, dass es multi-professionelle Teams braucht, ebenso wie ein verändertes Lern- und Leistungsverständnis, weg von vergleichenden Leistungserhebungen auf der Basis von Ziffernnoten hin zu lernförderlichen Lernstandserhebungen und individuellen Fördermaßnahmen.

Artikel aus der bayerischen schule #5/2021