Quarantäne-Regelungen und Lüftungsanlagen-Problematik 07.09.2021 StartseiteLuftfilterLüftenBildungsgerechtigkeit

Praktikabel und gerecht geht anders

BLLV-Präsidentin Simone Fleischmann kritisiert, dass es den Corona-Regeln zum Schulstart noch an Einheitlichkeit fehlt. Außerdem moniert sie, dass die Gelder für Lüftungsanlagen zu spät freigegeben wurden.

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Kürzlich verständigten sich die Gesundheitsminister der Länder auf einfachere Quarantäne-Regeln bei Coronafällen in Schulen. Grundsätzlich solle bei einem Fall nicht mehr für die gesamte Klasse Quarantäne angeordnet werden. Symptomfreie Kinder, die als enge Kontaktpersonen in Quarantäne sind, sollen sich frühestens nach fünf Tagen mit einem negativen Test freitesten können.

Wie praxistauglich die Regeln sind, insbesondere für Gymnasien, wo Schülerinnen und Schüler fast jede Stunde den Unterrichtsraum wechseln, stellt BLLV-Präsidentin Simone Fleischmann in Frage.

Einheitliche Regeln wichtig

Zwar wünscht auch sie sich so viel Präsenzunterricht wie möglich, fordert aber deutlich, dass alle Gesundheitsschutzmaßnahmen für das Klassenzimmer getroffen werden müssen, die möglich sind – und zwar bayernweit einheitlich.

Einbau von Lüftungsanlagen zu langsam vorangeschritten

In diesem Zusammenhang bemängelt sie, dass Lüftungsanlagen noch nicht flächendeckend eingebaut wurden. Der Grund: Die Fördermittel kamen zu spät. Und dies führte dazu, dass klamme Kommunen die Anlagen noch nicht eingebaut haben, reiche hingegen schon. Was bezogen auf die neuen Quarantäneregeln (die bei einem Corona-Fall zwischen Klassen mit und ohne Lüftungsanlagen unterscheiden) heißt: Mehr Unterrichtsausfall für Schulkinder in klammen Kommunen, mehr Präsenzunterricht für Schulkinder in reichen. Ein schmerzhafter Schlag für die Bildungsgerechtigkeit.

Fleischmann kritisierte im Münchner Merkur (8.9.2021, "Luftfilter nur in jedem dritten Klassenzimmer"), dass auch nach anderthalb Jahren Pandemie noch immer nicht überall die Möglichkeit für guten Unterricht unter Corona-Bedingungen geschaffen worden sei. „Und so reden wir wieder nur über Corona-Rahmenbedingungen und nicht über Inhalte oder darüber, wie wir es unseren Schülern erleichtern können, mit der Pandemie umzugehen.“

>> BLLV-Präsidentin Simone Fleischmann im BR zu den Quarantäneregeln

>> Auf süddeutsche.de sagt Simone Fleischmann zur Lüftungsanlagen-Problematik: Gerade die Schulen aus einem schwierigeren sozio-ökonomischen Umfeld, wo die Schülerinnen und Schüler besonders auf Präsenzunterricht angewiesen wären, konnten sich ohne Fördergelder nicht einfach so welche einbauen. 

>> Simone Fleischmann im Wochenanzeiger: "Es seien die Schülerinnen und Schüler an den Mittelschulen, die in den kommenden Jahren am meisten leiden, sagte Fleischmann. Der Lehrermangel schlage genau an den Stellen zu, wo das System ohnehin die größten Schwächen hat. "Die Stunden im Ganztag werden dort gekürzt, der Lehrermangel schlägt dort jetzt und in den kommenden Jahren am stärksten zu und jetzt sind es dann dort wohl auch noch diese Jugendlichen, die in Quarantäne müssen, weil die Lüfter fehlen?""