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Qualifizierte, überall einsetzbare Lehrer jetzt gefragt

Wie gut Schulen jetzt auf Distanzunterricht vorbereitet sind und warum es gerade in der Pandemie eine integrierte Lehrerbildung braucht, erklärt BLLV-Präsidentin Simone Fleischmann im Interview mit der Süddeutschen Zeitung.

5.000 Schülerinnen und Schüler befinden sich bereits in geteiltem oder Distanzunterricht. Und auf viele andere wird es zukommen. Im Interview mit der Süddeutschen Zeitung erklärt BLLV-Präsidentin Simone Fleischmann, dass die Schulen jetzt besser darauf eingestellt sind als noch im Frühjahr.

Online-Kommunikation zwischen Lehrern und Schülern eingeübt

So hätten Lehrkräfte jetzt mit Schülerinnen und Schülern Online-Kommunikation eingeübt. Fleischmann bremst aber hier die Erwartungen: „Ein neues perfektes Modell von Fernlernen oder hybridem Lernen können noch nicht alle Lehrer beherrschen. Schule kann nicht in dieser kurzen Zeit nachholen, was zehn Jahre lang verschlafen wurde."

Zu wenig quer über die Schulformen einsetzbare, qualifizierte Lehrkräfte

Geld in digitale Endgeräte zu stecken ist gut, betont Fleischmann. Die Pandemie falle aber mit einem historischen Lehrermangel zusammen: „Das können wir nicht durch Endgeräte und Daten-Flatrates ausgleichen. Wir haben einfach zu wenig qualifizierte Lehrkräfte, die wir quer über die Schulformen einsetzen können.“ Die Herausforderung einer Pandemie sei jetzt vor allem durch eine integrierte Lehrerbildung zu stemmen. 

"Rekoren sind wichtigsten Manager der Krise"

Was Fleischmann von der Politik jetzt erwartet: Schulen sollen in die Eigenverantwortung entlassen werden. „Die Rektorinnen und Rektoren sind die mit Abstand wichtigsten Manager in der Krise. Sie könnten, wenn sie freier über Personal und Budget verfügen könnten, die Situation besser meistern.“

Fleischmann warnt außerdem davor, dass je nach Schulart, auch digitaler Unterricht nicht so gelebt werden könne, wie es vielleicht in der Theorie wünschenswert wäre. In der Praxis seien Schülerinnen und Schüler von Brennpunkt-Schulen oftmals mit ganz anderen Sorgen belastet und drohen so durch ein soziales Netzt zu fallen. 

--> zum Interview in der Süddeutschen Zeitung

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Am: 26.10.2020