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Regional entscheiden ist richtig, Zusammenhalt statt Polemik!

Lautstarke Kritik, weil Gesundheitsämter bei Schulen nicht stur nach Stufenplan vorgehen, sondern nach Lage vor Ort entscheiden? Für BLLV-Präsidentin Fleischmann der falsche Weg. Situativ entscheiden sei angesagt, Respekt und Zusammenhalt erst recht.

Das dynamische Infektionsgeschehen dieser Tage fordert den Menschen viel ab, und die letzten Monate haben sowieso schon viel Geduld, Kraft und Nerven gekostet. Das wird mit Polemik und Alarmismus nicht besser, die sich momentan in vielen kritischen Einlassungen zur Frage zeigen, ob es richtig ist, dass Gesundheitsämter regional entscheiden, die Schwellenwerte des Corona-Stufenplans nicht einfach stur umzusetzen, sondern wie vorgesehen situativ festlegen, welche Maßnahmen vor Ort angezeigt sind.

„Die gute Lösung in einer schweren Krise wie Corona, ist die, die beide Ziele – so viel Unterricht live wie möglich und maximalen Gesundheitsschutz – vereint!“, analysiert BLLV-Präsidentin Simone Fleischmann  im Interview mit dem Radiosender Antenne Bayern und stellt klar: „Diese gute Lösung muss die Staatsregierung bieten und das ist eine verdammt harte Entscheidung. In einer Krise Hektik verbreiten, in einer Krise polemisch argumentieren, ist da für mich der falsche Weg.“

Mit Bedacht durch die Krise

Die Verantwortung für den Gesundheitsschutz von Kindern, Lehrern, Eltern und der Gesellschaft insgesamt liege bei den Gesundheitsämtern, betont Fleischmann: „Wir haben den Dreistufenplan, wir haben die ganz klare Ansage, dass lokal und regional entschieden wird. Das finde ich richtig. Das ist nicht einfach, aber es ist richtig. Ob das jetzt im einzelnen Ort, in der einzelnen Stadt, in der einzelnen Schule dazu führt, dass zur Hälfte Präsenzunterricht und zur Hälfte Distanzunterricht gemacht wird, ob das dazu führt, dass eine ganze Schule geschlossen wird, oder ob es dazu führt, dass man es klassenweise macht, das müssen wir denen überlassen, die dafür die Verantwortung  tragen. Das ist einerseits der Freistaat Bayern, andererseits die Gesundheitsämter.“

Dabei komme es gerade jetzt auf überlegtes Handeln und mit Bedacht gewählte Worte an: „Angesagt ist Haltung und respektvoll miteinander umgehen“, findet die BLLV-Präsidentin. Mit Blick auf die kommenden Wochen sagt sie dem Bayerischen Rundfunk: „Wir müssen aufpassen – je schärfer die Krise wird, desto weniger dürfen wir Schuldzuweisungen machen.“
 

Am: 22.10.2020