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Forum Lesen: Buchtipps im November 30.10.2020 Startseite kleinAufsichtspflichtBeziehungLesenWertebildung

Verschwunden und angebrannt

Die Glitzergelstifte sind weg und Opa stellt den Wasserkocher auf den Herd: Die Buchtipps im November greifen Themen aus dem Schul- und Familienalltag kindgerecht auf.

Mehr zum Thema

Der Tag, an dem der Opa den Wasserkocher auf den Herd gestellt hat

Von Marc-Uwe Kling

Illustriert von Astrid Henn

 

  • Verlag: Carlsen
  • Seiten: 63
  • ISBN: 978-3-551-51930-6
  • Preis: 12 Euro
  • Altersempfehlung: ab 7 Jahren

Als Opa versehentlich die Herdplatte anschaltet, auf dem der Wasserkocher steht, verschmort das Plastik und verqualmt das ganze Haus. Wie geht die Familie mit dieser Situation um?

Sehr humorvoll und witzig erzählt der Autor diese Geschichte in seinem ganz eigenen Schreibstil.Ein lustiges, ungewöhnliches Kinderbuch, das ein eigentlich ernstes Thema sehr humorvoll und anschaulich vermittelt. 

Inhalt

Die drei Enkel sind mit den Großeltern allein. Opa will Wasser heißmachen und stellt den Retro-Wasserkocher auf die eingeschaltete Herdplatte. Natürlich verschmort das Plastik und das ganze Haus stinkt und qualmt. Als die Eltern zurückkommen, stellt sich aber heraus, dass jedem in der Familie schon einmal etwas Dummes passiert ist. Keiner schimpft, sondern die ganze Familie macht das Beste aus der Situation. Am Ende wird es eine lustige Nacht im Garten für alle.

Bewertung

Auf Opa muss man schon ein bisschen aufpassen. Trotzdem verqualmt er versehentlich das ganze Haus. Die Reaktionen der Familie sind sehr verständnisvoll, denn der Wasserkocher wurde schon des Öfteren falsch verwendet. Fazit dieses Malheurs: Jedem kann einmal ein Fehler unterlaufen. Sehr humorvoll und witzig erzählt der Autor diese Geschichte in seinem ganz eigenen Schreibstil, in dem dem Leser häufig auch eine bestimmte Situation erklärt wird. Auch die Illustrationen sind ungewöhnlich, sie passen sie sehr gut zum jeweiligen Text.

Ein lustiges, ungewöhnliches Kinderbuch, das ein eigentlich ernstes Thema sehr humorvoll und anschaulich erzählt. 

Paula Prima und der Klassendieb

Von Regine Bielefeldt

Illustrationen: Florentine Prechtel

 

  • Verlag: dtv junior
  • Seiten: 158
  • ISBN: 978-3-423-76282-3
  • Preis: 9,95 Euro
  • Altersempfehlung: ab 8 Jahren

Paula und ihre Freunde besuchen die dritte Klasse der Waldschule. Als eines Tages die Glitzergelstifte der Lehrerin verschwunden sind, will Paula den Dieb finden. Bald verschwinden weitere Dinge, aber es gibt noch andere, erheblich gravierendere Probleme: Jemand hat Kleidungsstücke in die Schultoilette gesteckt – mit schlimmen Folgen.

Dass Gegenstände in einer Klasse verschwinden oder Schultoiletten mutwillig verstopft werden, sind leider im Schulleben nur allzu bekannte Probleme. Das vorliegende Kinderbuch greift diese Themen kindgerecht auf. Die Geschichte liest sich flüssig und bietet zahlreiche Gesprächsanlässe für die Besprechung im Unterricht.

Inhalt                     

Paula und ihre Freunde Sissi, Kim und Oleg besuchen die dritte Klasse der Waldschule. Für sie ist es die beste Schule der Welt und ihre Lehrerin Frau Plum mögen sie sehr. Als eines Tages die Glitzergelstifte der Lehrerin, mit denen sie immer korrigiert, verschwunden sind, will Paula den Dieb finden. Zusammen mit ihren Freunden schmiedet sie Pläne, um den Dieb zu überführen. Doch diese schlagen leider alle fehl, jedoch beobachtet Oleg Max dabei, wie er verbotenerweise ein Wurstbrot vor allen anderen nimmt. Als Oleg dies einer Lehrerin sagt, ist sie ärgerlich über Oleg, weil er gepetzt hat, aber auch böse auf Max, der sich nicht an die Regeln gehalten hat. Kurze Zeit später ist der Turnbeutel von Oleg verschwunden. Seine Kleidungsstücke hat jemand ins Jungenklo gestopft und die Spülung betätigt. Dies führt zu einer Riesenüberschwemmung und einem großen Sachschaden im Schulgebäude. Der Schuldige meldet sich nicht, aber der Hausmeister findet das Armband von Max in den Rohren. Dieser wird daraufhin der Schule verwiesen. Am Ende  findet sich der Dieb der Stifte. Es ist Sissi, die sich diese „ausgeliehen“ hatte, um gute Kommentare unter ihre Aufgaben zu schreiben. Sie wollte ihrer Mutter damit eine Freude machen.

Bewertung

Paula ist eine sympathische Heldin, die sich an ihrer Ganztagesschule wohlfühlt, die großartige Freunde hat und die ihre Klassenlehrerin sehr mag. An der Schule verschwinden unterschiedliche Dinge, ein Handy, Stifte, eine Tasche oder auch ein Turnbeutel. Wie sich am Ende herausstellt, ist es jedoch nicht ein Dieb, den es zu finden gilt, sondern ganz unterschiedliche Beweggründe führen zum Verschwinden der Sachen. So wurde das Handy von seiner Besitzerin nur verloren, eine Tasche, die unordentlich am Boden lag, im Müll entsorgt und die Stifte wurden nicht böswillig gestohlen, sondern sollten nur ausgeliehen werden. Paula und ihre Freunde erkennen: Hier liegt eigentlich kein Diebstahl vor und es muss auch keine schlimme Strafe folgen. Was allerdings Max mit den Turnsachen von Oleg macht, hat gravierende Folgen. Er setzt mit seiner Aktion, wenn auch ungewollt, die Schule unter Wasser und richtet somit einen hohen Sachschaden an. Da er seine Tat nicht gesteht, hat es für ihn Konsequenzen und er wird der Schule verwiesen.

Dass Gegenstände in einer Klasse verschwinden oder Schultoiletten mutwillig verstopft werden, sind leider im Schulleben nur allzu bekannte Probleme. Meist ist die Aufregung unter den Kindern groß und die Lehrkräfte haben alle Hände voll zu tun, diese Probleme zu lösen und auch pädagogisch richtige Entscheidungen zu treffen. Das vorliegende Kinderbuch greift diese Themen kindgerecht auf. Anhand der verschiedenen Vorkommnisse können sich die Leser ihre eigenen Gedanken machen, warum jemand etwas tut und ob jeder Diebstahl gleich zu werten und zu verurteilen ist. So bietet das Buch viele gute Gesprächsanlässe, dabei liest es sich flüssig und kindgerecht. Die Schwarz-Weiß-Illustrationen sprechen den Leser an und veranschaulichen die spannende Handlung. Für den Einsatz im Unterricht ist das Buch sicherlich sehr gut geeignet.

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