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Im Gespräch mit dem Kultusministerium A13 A13 Arbeitsbedingungen Arbeitsbelastung

Wie ist das alles zu bewältigen?

Hochrangiges Gespräch zwischen BLLV und Kultusministerium über die Frage "Wie ist das alles zu bewältigen?" Simone Fleischmann resümierte: "Wir bleiben auch weiterhin dran an allen Themen, die die Kolleginnen und Kollegen an den Schulen vor Ort beschäftigen."

02.12.2021

BLLV und Kultusministerium sind nicht erst aufgrund der Pandemie-Situation regelmäßig im Austausch: Das BLLV-Präsidium sowie die BLLV-Abteilungsleiterinnen und Abteilungsleiter kamen im Kultusministerium zu einem ausführlichen Gespräch mit Kultusminister Prof. Dr. Michael Piazolo sowie Abteilungsleiterinnen und Abteilungsleitern des Ministeriums zusammen. Die Themen waren sehr vielfältig. Zentral ging es dem BLLV jedoch um die Sicherstellung der Unterrichtsversorgung, die von allen Teilnehmenden als das wichtigste Handlungsfeld hervorgehoben wurde. Der BLLV brachte wie immer auch die Rückmeldungen der Kolleginnen und Kollegen an den Schulen vor Ort ein.

BLLV-Präsidentin Simone Fleischmann bedankte sich beim Kultusminister im Namen des BLLV für das Zustandekommen dieses ausführlichen Austausches, bei dem sowohl BLLV als auch Kultusministerium durch alle anwesenden Abteilungsleiterinnen und Abteilungsleiter thematisch sehr breit besetzt seien. Dies zeige die große Vielfalt der Themenfelder, die es zu besprechen gelte, aber auch die Wertschätzung, die man sich gegenseitig entgegenbringe. Die Präsidentin betonte: „Der BLLV ist zu jeder Zeit zu einem Dialog bereit, im Interesse aller Kolleginnen und Kollegen an allen Schularten.“

Fleischmann machte darauf aufmerksam, dass gerade die Schulleitungen durch die neuen Aufgaben und Anforderungen, die die Corona-Krise mit sich bringe, sehr belastet seien. Die ganze Organisation rund um Hygienemaßnahmen, Poolingtests, Impfkampagnen oder der gestiegene Kommunikationsbedarf mit den Eltern sowie viele weitere Aufgaben seien für die Schulleitungen kaum mehr zu stemmen. Der 2. Vizepräsident des BLLV, Tomi Neckov, plädierte dafür, der Frage nachzugehen: „Wie können wir Schulleiterinnen und Schulleiter so stärken, dass sie all diese Aufgaben noch bewältigen können?“

Eigenverantwortlichkeit der Schulen sei stets oberstes Ziel des BLLV. Man müsse aber auch darauf achten, schwierige Aufgaben nicht nur nach „unten“ zu delegieren. Fritz Schäffer, Leiter der Abteilung Schul- und Bildungspolitik, betonte: „Echte Eigenverantwortlichkeit bedeutet für die Schulleitungen, dass sie den entsprechenden Gestaltungsspielraum inklusive Personal- und Budgethoheit bekommen, um dann auch pädagogisch auf die jeweiligen Gegebenheiten vor Ort reagieren zu können.“ Aufgrund des Personalmangels sei es aber sehr schwierig, ergänzte Birgit Dittmer-Glaubig, Abteilungsleiterin Berufswissenschaft im BLLV, „überhaupt entsprechend pädagogisch agieren zu können“.

Hans Rottbauer, Leiter Abteilung Dienstrecht und Besoldung im BLLV, erklärte: „Der Lehrermangel an den Grund-, Mittel- und Förderschulen wird uns in unterschiedlicher Ausprägung in den nächsten Jahren begleiten, er muss dringend auf allen Ebenen angegangen werden.“ Das Arbeitszeitkonto für Grundschullehrkräfte könne aber auch nicht die Lösung sein, begründete Bernd Wahl, Leiter der Abteilung Recht im BLLV, die Klage des Verbandes.

Die BLLV-Präsidentin betonte: Selbstverständlich wisse man um die Problematik des Lehrermangels und die Tatsache, dass er leider eine vermehrte Einstellung von Aushilfs- und Unterstützungskräften nach sich ziehe. Die Bildungsqualität müsse aber stets im Blick behalten werden. Gerade nach Corona bräuchten die Kinder und Jugendlichen mit ihren immer heterogeneren Bedürfnissen noch mehr Lehrkräfte.

Gerd Nitschke, 1. Vizepräsident des BLLV, stellte aber auch die positiven Entwicklungen dar: Die Beförderungsrunde für die Kolleginnen und Kollegen an den Grund- und Mittelschulen sowie die Verbesserungen bei den Verwaltungsangestellten seien wichtige Schritte, um die Attraktivität des Lehrerberufes zu steigern. Es brauche aber dringend weitere Maßnahmen, damit beispielsweise auch mehr Studierende das Lehramt Mittelschule wählen. Die einheitliche Einstiegsbesoldung nach A13 sei nach wie vor einer von vielen Faktoren. Denn wenn diese Schulart aufgrund des Lehrermangels die Förderung nicht mehr bieten könne, die diese Kinder und Jugendlichen so dringend brauchen, führe das auch zu einer geringeren Attraktivität der Schule bei den Eltern.

Der Kultusminister dankte dem BLLV für das konstruktive Gespräch. Man sei sich der enormen Herausforderungen bewusst, mit denen Schulleitungen und Lehrkräfte in der Corona-Krise konfrontiert sind. Er habe immer wieder seine große Wertschätzung für dieses Engagement zum Ausdruck gebracht. Abschließend wurde vereinbart, dass der Dialog zwischen BLLV und Ministerium regelmäßig fortgeführt wird. Simone Fleischmann resümierte: „Wir bleiben auch weiterhin dran an allen Themen, die die Kolleginnen und Kollegen an den Schulen vor Ort beschäftigen.“

Artikel aus der bayerischen schule #6/2021



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