Kritik an Versäumnissen zum Schulstart Startseite Topmeldung Luftfilter Lüften Bildungsgerechtigkeit

Einfach zu langsam

Dass die bayerische Bildungspolitik nach eineinhalb Jahren Pandemie zum Schulstart keine optimalen Unterrichtsbedingungen geschaffen hat, stößt bei BLLV-Präsidentin Simone Fleischmann auf Unverständnis.

09.09.2021

Vor Start der Sommerferien keimte die Hoffnung auf: Jetzt sollten doch endlich einmal, nach eineinhalb Jahren Pandemie, alle notwendigen Regeln, Maßnahmen und Equipment für den Gesundheitsschutz in der Schule vorhanden sein. Jetzt müsste man doch soweit sein, dass es einen Plan gibt, der je nach aktuellem Pandemie-Szenario, automatisch greift. Jetzt müssten doch Lehrerinnen und Lehrer endlich einmal wieder als Pädagoginnen und Pädagogen mit den Kindern arbeiten dürfen und Vermittlung von Bildung in den Mittelpunkt treten.

Die ernüchternde Antwort von BLLV-Präsidentin Simone Fleischmann in den Nürnberger Nachrichten: „Immer noch stehen gesundheitstechnische Aspekte im Vordergrund, obwohl wir eigentlich nüchtern analysieren müssten, was die Kinder jetzt brauchen, wo ihre Defizite liegen.“

Fleischmann kritisiert, dass in den vergangenen sechs Wochen wieder viel verschlafen worden sei bei der Umsetzung zwischen den Ministerien und den Sachaufwandsträgern, egal, ob in Sachen Hygienekonzepte oder in Sachen Digitalisierung.

Gegen den Strich geht Fleischmann die unterschiedliche Ausstattung der Klassenzimmer: In manchen könne man immer noch nicht ordentlich lüften, Schulen in reichen Gemeinden haben bereits Lüftungsanlagen eingebaut, klamme nicht. Grundsätzlich sei das Förderverfahren bei Lüftungsanlagen umständlich und bürokratisch. Die damit verbundenen unterschiedlich geltenden Quarantäne-Regeln verschlimmern die Bildungsungerechtigkeit.

Genau hinschauen müssen Lehrerinnen und Lehrer jetzt beim Schulstart und analysieren: Liegen die Defizite der einzelnen Schülerinnen und Schüler im Wissen, in den sozialen Kompetenzen oder im sozial-emotionalen Bereich?  Fleischmann sieht vor allem die Zweit- und Drittklässler am stärksten betroffen. Und das in doppelter Weise: Schließlich herrscht dort genauso wie an den Mittelschulen eklatanter Lehrermangel.

Für Fleischmann liegt auf der Hand, was gegen den Lehrermangel helfen könnte: Eine finanzielle Gleichstellung der Lehrkräfte an allen Schularten.

>> Das komplette Interview von Simone Fleischmann in den Nürnberger Nachrichten zum Nachlesen

Weitere Informationen

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