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Medienkompetenter Unterricht für mehr Chancengleichheit

Bei der Forderung, das Recht auf digitale Bildung umzusetzen, plädiert Birgit Dittmer-Glaubig, Leiterin der Abteilung Berufswissenschaft im BLLV, die Diskussion nicht aufs Technische oder Juristische zu verengen.

22.03.2022

Wenn der Digitalverband Bitkom gemeinsam mit der Bundesschülerkonferenz und dem Bundeselternrat die Forderung nach einem „Recht auf digitale Bildung“ stellen, trifft das inhaltlich genau den Nerv. Eine Befragung von Eltern und Bürgerinnen und Bürgern, auf die sich die Forderung der drei Akteure stützt, ergab eine hohe Akzeptanz und Forderung nach mehr Digitalität in unseren Schulen. Es ist für uns alle nicht neu, dass große Unterschiede, Defizite und Voraussetzungen an den verschiedenen Schulen vorherrschen.

Das „Grundrecht auf schulische Bildung“, das vom Bundesverfassungsgericht im November anlässlich der Schulschließungen während der Corona-Pandemie ausgearbeitet wurde, schafft hierzu bereits die rechtliche Grundlage, wie Udo Beckmann, Vorsitzender des Verbands Bildung und Erziehung (VBE), Dachverband des BLLV, anmerkt.

Ausnahmesituationen professionell vorbereiten

Natürlich muss es dabei um viel mehr gehen, als um einklagbare „technische Mindeststandards“. Die Frage nach gut begleitetem, medienkompetentem Unterricht mit all seinen Fragen und Hürden muss ebenso ins Visier genommen werden wie das Thema Chancen- und Bildungsgerechtigkeit. Wichtig ist hier jedoch, die Kolleginnen und Kollegen mitzunehmen, ihnen den Rücken zu stärken in ihren unermüdlichen Bemühungen, das weite Feld der Digitalität zu beackern.

Einwände wie, dass sich daraus ein Recht auf Distanzunterricht herleiten ließe und darunter dann der unverzichtbare soziale Kontakt der Schülerinnen und Schüler leide, sind in diesem Zusammenhang eher kontraproduktiv. Es geht darum, in außergewöhnlichen Situationen Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit der Teilnahme am Unterricht in hybrider Form zu ermöglichen. Hierzu muss jeder der Beteiligten bestmöglich ausgestattet und informiert sein und die Kompetenz besitzen, das Angebot unkompliziert und selbstverständlich nutzen zu können.

An Vorbildern orientieren

Gerade die jüngsten Ereignisse, die zahlreichen geflüchteten Schülerinnen und Schüler aus der Ukraine, zeigen uns, wie vorbildhaft andere Länder im schulischen Bereich digital aufgestellt sind und wo es bei uns noch Nachholbedarf gibt.

Unterricht allgemein und Bildung im Besonderen muss dies beherzigen, um für die gesellschaftlichen Anforderungen unserer Zeit und die Herausforderungen der Zukunft gewappnet zu sein.

>> Kommentar von Birgit Dittmer-Glaubig, Leiterin der Abteilung Berufswissenschaften im BLLV zu den Forderungen des Digitalverbands Bitkom, der Bundeschülerkonferenz und des Bundeselternrats zur digitalen Bildung, über die u.a. die Süddeutsche Zeitung berichtet: „Verbände fordern Recht auf digitale Bildung“

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