Die gesellschaftliche Bedeutung der Lehrkräftebildung ist so groß wie nie zuvor: Integration, Inklusion und Demokratiepädagogik stellen die Gesellschaft vor Herausforderungen. Der Fachkräftemangel setzt auch das Bildungssystem unter Druck. „Um diese und viele weitere Herausforderungen zu bewältigen, müssen die Besten wieder Lust bekommen, Lehrerinnen und Lehrer zu werden. Dazu gehört eine attraktive und zeitgemäße Ausbildung der Lehramtsstudierenden, Referendarinnen und Referendare, die den aktuellen Herausforderungen an den Schulen gerecht wird und die alle Kompetenzen vermittelt, die es an der Schule braucht – für die Lehrkräfte und für die Schülerinnen und Schüler“, fordert Simone Fleischmann.
Der richtige Weg – jetzt geht es um die Umsetzung
Der BLLV begrüßt, dass das bayerische Kultus- sowie das Wissenschaftsministerium die Bearbeitung der Herausforderungen in der Lehrkräftebildung durch die Einberufung der Expertenkommission ernst genommen haben. Deren Empfehlungen wurden im Mai 2025 vorgestellt. Dies war ein wichtiger Meilenstein. Die Ergebnisse sind in vielen Punkten wegweisend. Unklar ist aber, wie es jetzt weiter gehen soll. Die mangelnde Transparenz bei den eingeleiteten Schritten lässt fürchten, dass die Potenziale verspielt werden.
Universitäten tappen im Dunkeln
BLLV-Präsidentin Simone Fleischmann betont, dass die aktuelle Unklarheit über die konkrete Realisierung der Kommissionsvorschläge zu wachsendem Unmut an den Universitäten führt. Ein erfolgreicher Masterplan könne nur dann gelingen, wenn die beteiligten Ministerien den Prozess eng abstimmen, diesen transparent machen und die Verantwortung für verlässliche Rahmenbedingungen übernehmen. Laut Fleischmann ist es an der Zeit für eine „High-Teach-Agenda“, die den Lehrberuf als tragende Säule der Demokratie begreift und echte Exzellenz in der Ausbildung ermöglicht.
Der BLLV hat im Rahmen seiner Gespräche mit den Verantwortlichen vieler bayerischer Universitäten genau zugehört. Hierbei wurde im Austausch mit Universitätsleitungen, Zentren für Lehrkräftebildung und Studierenden eine große Bereitschaft für Reformen, neue Konzepte und Modellstudiengänge deutlich. Die Diskussion um die Lehrkräftebildung an den Universitäten lebt endlich wieder merklich auf und wird mit großem Engagement geführt. Gleichzeitig wurde vor Ort an den Universitäten aber auch klar, dass mangelnde Planungssicherheit und zweifelhafte Finanzierung den Enthusiasmus schnell zunichtemachen können und die Umsetzung infrage stellen. Die Hochschulen benötigen explizite Handlungsspielräume und Experimentierklauseln, um die Ausbildung zukunftsfähig zu gestalten.
„High-Teach-Agenda“ für beste Bildung
Das Novum der Einrichtung einer Expertenkommission war der richtige Schritt. Dieser muss nun konsequent zu Ende gedacht und in einen echten Masterplan überführt werden. Nur durch verbindliche Leitplanken und eine enge Zusammenarbeit aller Beteiligten kann sichergestellt werden, dass die Lehrkräftebildung in Bayern den hohen Anforderungen der Praxis dauerhaft gerecht wird und der Masterplan zu einer echten „High-Teach-Agenda“ wird.
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