Testzentren an bayerischen Schulen 16.03.2021 Startseite Topmeldung geparkt 1HygieneregelnImpfungDistanzunterrichtPräsenzunterrichtÜbertritt

Fleischmann: „Nur mit medizinisch geschultem Personal“

Wenn nun an bayerischen Schulen Testzentren errichten werden, ist das nur gut, wenn die Tests flächendeckend von medizinischem Fachpersonal vorgenommen werden, so Fleischmann im Interview mit BR24.

Zur jüngst von der Staatsregierung präsentierten Test-Strategie gehört, dass sich jetzt Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte auch bei an Schulen errichteten Testzentren auf das Corona-Virus testen lassen können. Söder zeigte dies exemplarisch bei einem Pressetermin an einer Schule in Nürnberg, wo medizinisch geschultes Personal vom Roten Kreuz die Testungen durchführten. Dass medizinische Fachkräfte auch flächendeckend die Tests durchführen, findet die Staatsregierung zwar wünschenswert, hat sie aber noch nicht zugesichert.

Medizinisches Fachpersonal von Hilforganisationen sind jetzt gefragt

„Unter der Bedingung, dass die Tests von medizinisch geschultem Fachpersonal durchgeführt werden, von Hilfsorganisationen wie dem Roten Kreuz etwa, wollen wir gern an unseren Schulen auf Corona testen. Dann wollen wir alles dafür tun, dass sich möglichst viele testen lassen,“ so BLLV-Präsidentin Simone Fleischmann im Interview mit BR 24. Sie stellt mit Nachdruck klar: Lehrkräfte können keinesfalls solche Testungen durchführen.

Testungen sind außerdem nur ein Standbein des Gesundheitsschutzes für Schulen, hält Fleischmann fest. Genauso wichtig ist es, den Lehrerinnen und Lehrern Impfangebote zu machen. „Es darf nicht sein, dass Grundschulen bei einem Inzidenzwert unter 50 komplett in Präsenz öffnen und eine ungeimpfte Lehrkraft in einem Klassenraum mit 26 Kindern sitzt.“

Erst Gesundheit, dann Öffnung!

Alle Pläne, Schulen weiter zu öffnen, können nur angedacht werden, wenn der Gesundheitsschutz auf sicheren Beinen steht, bekräftigt Fleischmann: freiwillige Tests, Impfangebote, Hygienekonzepte an den Schulen. Fleischmann weiß: Lehrerinnen und Lehrer haben bereits jetzt Angst um ihre Gesundheit und die ihrer Angehörigen, die vielleicht der Risikogruppe gehören. Sie besuchen schon jetzt mit mulmigen Gefühl die Schule.

Fleischmann erinnert an das Motto vom Ministerpräsident: "Sicherheit geht vor". Wenn testen und impfen nicht fruchten und die Zahlen weiter in die Höhe schnellen, ist es deshalb für Fleischmann klar, dass die für die Woche geplanten Öffnungsschritte besonders kritisch unter die Lupe genommen werden müssen.

>> Simone Fleischmanns Interview im Video ab Minute 36

 


Schule in Zeiten der Corona-Pandemie
Die Corona-Pandemie zeigt den hohen gesellschaftlichen Wert von Schule. Damit sie trotz akutem Lehrermangel funktionieren kann, fordert der BLLV in einer politischen Erklärung, die Fürsorgepflicht des Dienstherrn in maximalen Gesundheitsschutz für Lehrkräfte umzusetzen, insbesondere im wichtigen Präsenzunterricht. Entscheidungen und deren Kommunikation müssen regional, klar, verlässlich, frühzeitig und transparent sein und schulische Eigenverantwortung stärken. Fairness muss vor Leistungsdruck gehen, digitale Ausstattung schnell verbessert werden. Jetzt ist nicht die Zeit für einfache Lösungen und Polemik. Aber jetzt ist die Zeit für langfristig tragende Konzepte für Arbeitsbedingungen, Multiprofessionalität und Attraktivität, um so Bildungsqualität auch über Corona hinaus zu sichern. Dazu braucht es einen konstruktiven Diskurs aller an Schule Beteiligten, für den der BLLV bereit steht. » Die politische Erklärung im Wortlaut



Weitere Informationen

Übertritt in der Pandemie: Armutszeugnis

Kinder- und Jugendgipfel: BLLV bleibt hart: Da muss mehr passieren!

Teststrategie läuft an: Tests jetzt praktisch umsetz- und verantwortbar machen

Aufräumen, nicht unter den Teppich kehren: Wahlkampfagenda verhindert mutige Bildungspolitik

Präsenzunterricht jetzt absichern: Bildungsverbände fordern Schulaufwandsträger zu schnellen Investitionen auf

Corona-Regelung: Prüfungsgespräch statt Lehrproben

Expertenrunde des Bildungsausschusses: "Wir schaffen es nicht mehr"