Kommentar zum SZ-Artikel "Das unverschämte Ultimatum" 26.03.2021 StartseiteCoronatestHygieneregeln

Blanke Nerven auf allen Seiten?

Was für eine Unverschämtheit – Lehrer*innen wollen ein Impfangebot bis Ende der Osterferien! Was für eine Selbstverständlichkeit – Lehrer*innen wollen, dass das Versprechen der Staatsregierung eingehalten wird, ihnen ein Impfangebot zu machen!

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Die Verantwortlichen der Impfmisere haben jetzt endlich einen Aufhänger gefunden, um sich medienwirksam ein wenig Luft zu verschaffen in ihrem Organisationsdesaster. Es tut scheinbar gut, dem BLLV das Unwort „Ultimatum“ um die Ohren zu hauen, garniert mit allen hinreichend bekannten Lehrervorurteilen, die in der Gesellschaft bei jeder Gelegenheit ausgegraben werden, wenn man sich über Forderungen von Pädagogen aufregen will.

Fakt ist: Der längerfristige Ausfall mit Corona infizierter Lehrer*innen erhöht den ohnehin beklagenswerten Unterrichtsausfall seit einem Jahr. Geschützte Lehrkräfte bedeuten geschützten Schulbetrieb!

Fakt ist auch: Lehrer*innen sind keine Leibeigenen, auch wenn sie überwiegend Beamte sind wie all diejenigen in den Ministerien, die Schule so reibungslos und unfehlbar organisieren.

Fakt ist auch: Lehrer*innen dürfen sich in Berufsverbänden und Gewerkschaften organisieren, mit den verantwortlichen Politikern auf Augenhöhe verhandeln und sich öffentlich zu Wort melden, wenn der Anlass gegeben ist.

Fakt ist auch: Lehrer*innen haben nicht den Streik ausgerufen, sondern aus Sorge um die Gesundheit notfalls die Rückkehr zum Distanzunterricht als Alternative angekündigt.

Vielleicht war ja „Ultimatum“ nicht für alle die geeignete Wortwahl, aber die politische Reaktion war noch weniger geeignet, zu einem Ziel zu kommen.

Schade, dass Frau Günther im Kommentar vom 24.3. nicht differenzierter reagiert hat – so oberflächlich bin ich SZ-Journalismus nicht gewöhnt. // Christian Marek, MLLV-Ehrenvorsitzender

 


Schule in Zeiten der Corona-Pandemie
Die Corona-Pandemie zeigt den hohen gesellschaftlichen Wert von Schule. Damit sie trotz akutem Lehrermangel funktionieren kann, fordert der BLLV in einer politischen Erklärung, die Fürsorgepflicht des Dienstherrn in maximalen Gesundheitsschutz für Lehrkräfte umzusetzen, insbesondere im wichtigen Präsenzunterricht. Entscheidungen und deren Kommunikation müssen regional, klar, verlässlich, frühzeitig und transparent sein und schulische Eigenverantwortung stärken. Fairness muss vor Leistungsdruck gehen, digitale Ausstattung schnell verbessert werden. Jetzt ist nicht die Zeit für einfache Lösungen und Polemik. Aber jetzt ist die Zeit für langfristig tragende Konzepte für Arbeitsbedingungen, Multiprofessionalität und Attraktivität, um so Bildungsqualität auch über Corona hinaus zu sichern. Dazu braucht es einen konstruktiven Diskurs aller an Schule Beteiligten, für den der BLLV bereit steht. » Die politische Erklärung im Wortlaut



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