Fleischmann zu Schule nach den Winterferien 04.01.2021 StartseiteArbeitsschutzBildungsgerechtigkeitDistanzunterrichtPräsenzunterricht

„Jetzt Schulen komplett zu öffnen, ist verantwortungslos“

Vor dem Treffen der Kultusminister behält sich Piazolo einen bayerischen Sonderweg vor. BLLV-Präsidentin Simone Fleischmann sieht jetzt Schutz von Lehrkräften bei gleichzeitigem Einsatz für Bildungsgerechtigkeit als wichtigstes Ziel.

Heute beraten die Kultusminister der Länder darüber, wie es mit den Schulen in dem sehr wahrscheinlichen Fall eines verlängerten Lockdowns nach den Winterferien weitergeht. Für BLLV-Präsidentin Simone Fleischmann steht schon jetzt fest: „Es wäre verantwortungslos, Lehrer und Schüler einfach wieder komplett in die Schulen zu schicken! Der BLLV kämpft für den Schutz der Kolleginnen und Kollegen und für Bildungsgerechtigkeit. Ja: zwei Ziele, die schwer zu vereinbaren sind - aber erreicht werden müssen!“ 

Piazolo hofft auf Wechselunterricht für die Jüngsten

Auch der bayerische Kultusminister Michael Piazolo kann sich einen vollen Präsenzunterricht für alle Jahrgänge nach Ende der Winterferien am 11. Januar nicht vorstellen - Ministerpräsident Söder übrigens auch nicht. Piazolo behält sich aufgrund der hohen Infektionszahlen vor, nach dem Treffen der Kultusminister nötigenfalls einen bayerischen Sonderweg einzuschlagen. 

Gerade für die kleineren Kinder hofft er aber auf Wechselunterricht, so dass Grundschülerinnen und Grundschüler tageweise Präsenzunterricht erleben. Für Schülerinnen und Schüler höheren Alters hält Piazolo einen Mix aus Wechsel- und Distanzunterricht sinnvoll. Kultusminister von Ländern mit im Vergleich zu Bayern weniger hohen Infektionszahlen hingegen können sich eine komplette Öffnung der Schulen am 11. Januar vorstellen.

>> Ein ausführlicher Artikel zur Stimmungslage vor dem Treffen der Kultusminister auf www.br.de

 


Schule in Zeiten der Corona-Pandemie
Die Corona-Pandemie zeigt den hohen gesellschaftlichen Wert von Schule. Damit sie trotz akutem Lehrermangel funktionieren kann, fordert der BLLV in einer politischen Erklärung, die Fürsorgepflicht des Dienstherrn in maximalen Gesundheitsschutz für Lehrkräfte umzusetzen, insbesondere im wichtigen Präsenzunterricht. Entscheidungen und deren Kommunikation müssen regional, klar, verlässlich, frühzeitig und transparent sein und schulische Eigenverantwortung stärken. Fairness muss vor Leistungsdruck gehen, digitale Ausstattung schnell verbessert werden. Jetzt ist nicht die Zeit für einfache Lösungen und Polemik. Aber jetzt ist die Zeit für langfristig tragende Konzepte für Arbeitsbedingungen, Multiprofessionalität und Attraktivität, um so Bildungsqualität auch über Corona hinaus zu sichern. Dazu braucht es einen konstruktiven Diskurs aller an Schule Beteiligten, für den der BLLV bereit steht. » Die politische Erklärung im Wortlaut