Das niedersächsische Kultusministerium will das schriftliche Dividieren in Zukunft in den weiterführenden Schulen unterrichten. Dagegen soll in der Grundschule Dividieren gelernt werden über das Zerlegen von Zahlen in mehrere, leichter teilbare Rechnungen. Deren Ergebnisse werden dann addiert und können dafür auch aufgeschrieben werden.
Durch das selbstständige Strukturieren des Rechenprozesses und dem Nachvollziehen der Zwischenschritte werde „ein tieferes mathematisches Verständnis“ entwickelt, argumentiert die Behörde. Der Ansatz folgt dabei einem entsprechenden Beschluss der Kultusministerkonferenz von 2022.
Später lernen ist meist schwieriger
BLLV-Präsidentin Simone Fleischmann betont dazu im Gespräch mit der Frankenpost „die Bedeutung des schriftlichen Dividierens für die Bildung von Grundschülern“. Die Verlagerung dieser Kompetenz weg von den Grundschulen sieht sie kritisch: „Wir sind der Meinung, dass höchste Kompetenzen wie das schriftliche Dividieren selbstverständlich im Lehrplan gehalten werden müssen. Es ist nicht der richtige Weg, die Leistungsforderungen für alle zu senken“, so Fleischmann. Die Erfahrung zeige, dass Kompetenzen, die in der Grundschule nicht erworben werden, später nur schwer nachzuholen seien.
Die Debatte zeige auch, dass es immer schwieriger werde, das Leistungsvermögen aller Schülerinnen und Schüler sicherzustellen. „Es gelingt zunehmend nicht mehr, alle auf die Zugspitze zu bringen“, konstatiert die BLLV-Präsidentin.
Mehr individuelle Förderung statt Standards senken!
Fleischmann fordert dabei aber einen Fokus aufs Pädagogische. Es brauche mehr Unterstützungsangebote und individuelle Förderung. Das pädagogische Personal sollte gestärkt werden statt „Standards herunterzuschrauben und kompetenzorientierte Lehrpläne zu kappen“. Der BLLV hat vielfach darauf hingewiesen, dass Lernerfolge am besten erreicht werden, wenn gezielt auf Herausforderungen einzelner Schülerinnen und Schüler eingegangen wird statt Pauschalmaßnahmen ins Feld zu setzen.
Der Bezirksvorsitzende des BLLV Oberfranken, Henrik Schödel, sieht eine mögliche Verschiebung des schriftlichen Dividierens in die weiterführenden Schulen ebenfalls kritisch. Die Erfahrung zeige, dass manche Grundschulkinder die Technik recht schnell beherrschen, während manche Siebtklässler sich damit immer noch schwertun, berichtet Schödel im Gespräch mit der Frankenpost. Es fehle zudem an wissenschaftlichen Untersuchungen, die Vorteile der späteren Anwendung des schriftlichen Verfahrens belegen würden.
» zum Bericht in der Frankenpost: „Dividieren bleibt im Grundschul-Lehrplan“ (kostenpflichtig)
Wichtige Kompetenz
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„Schriftliches Dividieren muss im Lehrplan gehalten werden“
Niedersachsen verschiebt das schriftliche Dividieren in die weiterführenden Schulen. BLLV-Präsidentin Fleischmann spricht sich für den Erhalt der Methode im Grundschullehrplan aus – später sei das nur schwer nachzuholen.