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BKA-Dunkelfeldstudie zu Gewalt: Prävention beginnt in der Schule!

Eine neue Studie des BKA zeigt, dass weniger als zehn Prozent der Gewalterfahrungen angezeigt werden. BLLV-Präsidentin Simone Fleischmann fordert mehr Sensibilisierung für das Thema in der Bildung.

Die am 10. Februar 2026 veröffentlichte BKA-Dunkelfeldstudie LeSuBiA (Lebenssituation, Sicherheit und Belastung im Alltag) verweist auf eine hohe Dunkelziffer bei Gewalttaten. Ein Großteil von Gewalterfahrungen wird nicht gemeldet. Nur in weniger als zehn Prozent der Fälle kommt es zu einer Anzeige. Das hänge laut dem BLLV-Dachverband dbb auch mit den Kapazitäten des öffentlichen Dienstes zusammen.

Simone Fleischmann, Präsidentin des BLLV und stellvertretende dbb-Bundesvorsitzende, gibt zu Bedenken, dass Gewaltprävention bereits im frühen Alter notwendig sei und fordert mehr Sensibilisierung dafür in der Bildung: „Nicht nur Sicherheit und Intervention sind gefragt, sondern auch eine Haltung, die Gewalt ablehnt. Gewaltprävention beginnt nicht erst im Strafrecht, sondern in den Schulen, in der digitalen Bildung, in der Jugendhilfe und in einer verlässlichen sozialen Infrastruktur.“ Diese Institutionen spielen eine tragende Rolle bei der Persönlichkeitsbildung. 

Gleichzeitig gibt Simone Fleischmann zu bedenken, dass auch die Bildungseinrichtungen entsprechende Kapazitäten und Schulungen brauchen: „Diese Investitionen sind allerdings absolut notwendig. In den Schulen sitzt die Gesellschaft von morgen. Wer hier spart, zahlt später einen hohen gesellschaftlichen Preis.“ 

Fehlende Kapazitäten im öffentlichen Dienst

dbb-Bundesvorsitzender Volker Geyer macht deutlich: „Unser Anspruch muss sein, das Dunkelfeld so weit wie möglich zu schließen. Das gelingt nur mit ausreichendem Personal, verlässlichen Strukturen und gezielten Investitionen in die besonders belasteten Bereiche des öffentlichen Dienstes. Überlastete Behörden können kein wirksames Schutznetz sein.“ Es sei ein gemeinsames Vorgehen auf allen Ebenen notwendig: „Bund, Länder und Kommunen müssen abgestimmt handeln. Schutzräume, Frauenhäuser und Beratungsstellen dürfen nicht von Haushaltslagen abhängen. Sicherheit ist eine Kernaufgabe des Staates.“

Frauen häufiger von geschlechtsspezifischer Gewalt betroffen

„Jede zweite Frau hat bereits sexuelle Belästigung erlebt. Das muss uns als Gesellschaft beschämen“, stellt Milanie Kreutz, stellvertretende dbb-Bundesvorsitzende und Vorsitzende der dbb bundesfrauenvertretung klar. Die Studie zeige zudem, dass Frauen häufiger und in besonderer Weise von partnerschaftlicher und geschlechtsspezifischer Gewalt betroffen seien, insbesondere bei sexuellen Übergriffen, sexueller Belästigung und Stalking. „Hier wird ein strukturelles Ungleichgewicht sichtbar, das wir nicht relativieren dürfen.“ 

>> Zum dbb-Artikel: „Schweigen entsteht dort, wo Vertrauen fehlt“