Kein Impfangebot = kein Unterricht 17.03.2021 Startseite TopmeldungImpfungCoronatestHygieneregeln

Ultimatum

Die Diskussionen um die weiteren Schulöffnungen spitzen sich zu. BLLV-Präsidentin Simone Fleischmann droht.

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Wenn Lehrkräfte bis zum Schulstart nach den Osterferien kein Impfangebot erhalten haben, droht BLLV-Präsidentin Simone Fleischmann der Staatsregierung mit deutlichen Konsequenzen, die unter anderem im Münchner Merkur und der Süddeutschen Zeitung (Ausgaben vom 17.3.) aufgegriffen wurden. Sollten Lehrerinnen und Lehrern insbesondere auch aus Corona-Hotspots nach den Osterferien wieder in den Präsenzunterricht müssen, aber noch kein Impfangebot erhalten haben, werden Unterrichtsausfälle vorprogrammiert sein.

Kein Impfangebot, kein Unterricht

Daran ändert auch der Umstand nichts, dass gerade die Lehrer-Impfungen mit Astra Zeneca auf Eis liegen. So könne man Lehrkräfte auf keinen Fall nach den Osterferien in die Schule schicken. Dann könnten die Schulen eben nicht geöffnet werden, sagt sie in der Süddeutschen: „Das ist die Wahrheit, die wir uns alle nicht wünschen. Aber man muss eins und eins zusammenzählen.“

Es werden vermehrt Atteste kommen - aus Angst um die Gesundheit

Außerdem glaubt Fleischmann, dass in nächster Zeit immer mehr Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte mit Vorerkrankungen mit entsprechendem Attest nicht mehr im Präsenzunterricht erscheinen – aus Angst um ihre Gesundheit.

Zum Hintergrund: In der gestrigen Kabinettssitzung hatte Ministerpräsident Söder erklärt, dass nun neben Abschlussklassen auch Viertklässler in den Corona-Hotspots weiter in die Schule gehen dürfen. Neu ist außerdem die geplante Testpflicht für die betroffenen Lehrer und Schüler. Die muss aber noch juristisch geprüft werden.

Simone Fleischmann verurteilt die Einstufung der vierten Klassen als Abschlussklassen: "Jetzt ist für alle offensichtlich, was in Bayerneigentlich zählt: nicht die Bildung und Erziehung von Schülerinnen und Schülern, sondern der Übertritt". Dabei werde die Gesundheit der Lehrerinnen und Lehrer und Kinder gefährdet.

>> zu den Artikeln in der Süddeutschen Zeitung "Nur der Unterrichtstermin steht noch", "Testpflicht für Abschluss- und vierte Klassen in Hotspots" sowie im Münchner Merkur "Lehrerchefin droht Staatsregierung"

>> Kommentar zu den Test-KMS  "Fürsorge und Vertrauen Fehlanzeige!


Schule in Zeiten der Corona-Pandemie
Die Corona-Pandemie zeigt den hohen gesellschaftlichen Wert von Schule. Damit sie trotz akutem Lehrermangel funktionieren kann, fordert der BLLV in einer politischen Erklärung, die Fürsorgepflicht des Dienstherrn in maximalen Gesundheitsschutz für Lehrkräfte umzusetzen, insbesondere im wichtigen Präsenzunterricht. Entscheidungen und deren Kommunikation müssen regional, klar, verlässlich, frühzeitig und transparent sein und schulische Eigenverantwortung stärken. Fairness muss vor Leistungsdruck gehen, digitale Ausstattung schnell verbessert werden. Jetzt ist nicht die Zeit für einfache Lösungen und Polemik. Aber jetzt ist die Zeit für langfristig tragende Konzepte für Arbeitsbedingungen, Multiprofessionalität und Attraktivität, um so Bildungsqualität auch über Corona hinaus zu sichern. Dazu braucht es einen konstruktiven Diskurs aller an Schule Beteiligten, für den der BLLV bereit steht. » Die politische Erklärung im Wortlaut



Weitere Informationen

Statement von BLLV-Präsidentin Simone Fleischmann zur Kabinettssitzung: Vierte Klassen als Abschlussklassen und immer noch nicht überall Impfangebote für Lehrerinnen und Lehrer: So nicht!

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