Statement von BLLV-Präsidentin Simone Fleischmann vom 11.11.2022 Startseite
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Zur Forsa-Umfrage des VBE: "Berufszufriedenheit von Schulleitungen und Gewalt gegen Lehrkräfte"

Wenn sich Krisen in der Gesellschaft immer mehr zuspitzen, hat das auch immer massive Auswirkungen auf Schulen und lässt die Gewaltbereitschaft steigen, davon ist Simone Fleischmann überzeugt. Gerade deshalb ist es jetzt wichtig, Haltung zu zeigen.

***LESEN SIE HIERZU AUCH DIE AKTUELLE PRESSEMITTEILUNG "Gewalt gegen Lehrkräfte auf einem besorgniserregenden Niveau!"***

„Die Forsa-Umfrage belegt nun schwarz auf weiß, was seit Jahren bekannt ist: Die Zufriedenheit der Schulleitungen in Bayern nimmt ab und ist nun auf einem Niveau, das uns alle in Alarmbereitschaft versetzen muss.

Wir leben in einem Dschungel der Krisen: Der sich immer weiter verschärfende Lehrermangel, die anhaltende Corona-Pandemie, die Inflation, die Energiekrise und die Zunahme von Menschen, die vor unzähligen Kriegen zu uns flüchten.

Ist uns allen als Gesellschaft denn bewusst, was all diese Krisen für unsere Schulen bedeuten?

Schulleiterinnen und Schulleiter sind inzwischen nur noch Krisenmanager und für alles und jeden zuständig – außer für ihre eigentlichen Aufgaben. Denn sie sind eigentlich einmal dafür angetreten, Schulentwicklung pädagogisch und bestmöglich im Sinne der Schülerinnen und Schüler zu gestalten.

Jetzt beispielsweise während des Unterrichts ans Telefon gehen oder die Tür öffnen zu müssen, weil die Schulverwaltungsangestellten nicht ausreichend vorhanden sind. Oder zig digitale Abfragen mal schnell nebenbei zu erledigen und oftmals unverständliche und ellenlange Kultusministerielle Schreiben (KMS) bearbeiten zu müssen. Den Schulentwicklungsplan zum Ganztag mit allen Beteiligten zu diskutieren und umzusetzen. Das alles muss erledigt werden! Kann denn das wahr sein? Denn neben allen anderen Aufgaben leitet sich ein Lehrerkollegium von oftmals Dutzenden Kolleginnen und Kollegen nicht von selbst! Schon gar nicht, wenn hierbei noch viele Quereinsteiger mitzunehmen und zu betreuen sind, die weder pädagogisch ausgebildet sind, noch den Schulalltag mit allen Anforderungen kennen.

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Dass die Zufriedenheit der Schulleitungen nicht noch viel geringer ist, zeigt nur, welch großes Verantwortungsbewusstsein die Kolleginnen und Kollegen haben und mit wieviel Herzblut sie für ihre Schülerinnen und Schüler, ihr Lehrerkollegium, die Eltern und die ganze Gesellschaft kämpfen!

Spitzen sich Krisen in der Gesellschaft immer mehr zu, so treffen uns an den Schulen deren Auswirkungen noch einmal massiver. So auch bei der Gewaltbereitschaft:

Die Zunahme der Gewalt gegen Lehrerinnen und Lehrer, insbesondere seit der Corona-Pandemie, ist besorgniserregend!


Wir alle in der Gesellschaft spüren, dass jetzt Haltung gefragt ist:

Der BLLV hat bereits 2015 das Manifest: HALTUNG ZÄHLT verfasst.

Diese Haltung ist auch im Jahre 2022 wichtiger denn je, um für den Zusammenhalt der Gesellschaft einzustehen! Unser aller Interesse ist, dass die Bildung wieder im Vordergrund stehen kann.“

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