Zur Ankündigung neuer Stellen durch MP Söder Startseite Topmeldung Schulpsychologe Schulsozialarbeiter Arbeitsbelastung Bürokratie

„Es geht darum, wie wir diese 8.000 auch an den Start kriegen“

In seiner Grundsatzrede auf der CSU-Klausur hat Ministerpräsident Söder 8.000 neue Stellen im Schulbereich bis 2028 angekündigt. BLLV-Präsidentin Fleischmann zollt Respekt für Lösungsansätze gegen den Lehrermangel. Entscheidend sei, was an Schulen ankommt.

18.01.2023

Auf der Klausurtagung der CSU-Landtagsfraktion im Kloster Banz hat Ministerpräsident Markus Söder als Reaktion auf die prognostizierten Schülerzahlen angekündigt, bis 2028 8.000 neue Stellen für Lehrkräfte, Sozialpädagogen, Schulpsychologen und Verwaltungsangestellte zu schaffen, 6.000 davon für Lehrkräfte. Es gehe aber ausdrücklich nicht nur darum, Unterrichtsausfall zu reduzieren.

BLLV-Präsidentin Simone Fleischmann begrüßt die Ankündigung: „Ein Ministerpräsident, der in einer Grundsatzrede den Lehrermangel nicht leugnet, sondern lösen will, hat erstmal Respekt verdient“, sagt sie im Gespräch mit Zeit online. „Es ist der erste Schritt, dass die Situation nicht geleugnet wird. Jetzt geht es aber auch darum, wie wir diese 8000 an den Start kriegen.“


Es geht um die Menschen

Denn an geschaffenen Stellen mangelt es an Schulen nicht primär, das Schwierigste ist, die Stellen auch zu besetzen: Oft fehlt es nicht am Geld, sondern an den Menschen.

Das hat offenbar auch die Staatsregierung erkannt. Söder kündigte in Banz eine bundesweite Anwerbungskampagne an: "Die bayerischen Lehrerinnen und Lehrer werden zum Teil deutlich besser bezahlt. Dies werden wir offen auch darstellen und laden ein, nach Bayern zu kommen." Dafür sei ein "Paket für Start- und Umzugshilfe" geplant.

TV-Bericht

  • BLLV-Präsidentin Simone Fleischmann im Wortlaut:
    "Nur ein Viertel der Kinder in der vierten Klasse erfüllt die Mindeststandards. Das heißt, die können nicht richtig lesen und richtig schreiben. Die Erkenntnis des Ministerpräsidenten, dass wir mehr Lehrerinnen und Lehrer brauchen – ja prima! Früher hat man’s geleugnet, jetzt gibt man’s zu. Jetzt müssten wir schauen: 4.000, 6.000, 8.000 fallen im September nicht vom Baum."
     
  • Michael Hoderlein, 3. Vorsitzender des MLLV:
    "Wir haben einen eklatanten Lehrermangel, das ist bekannt und der bezieht sich auf ganz Bayern. Sodass der Förderaspekt an der Grundschule deutlich zu kurz kommt, gerade jetzt angesichts der momentanen Situation – Corona-Folgen, Ukraine-Kinder in der Schule."
     
  • Kultusminister Michael Piazolo:
    "Ich bitte um Verständnis, dass man als Kultusminister sagen würde ‘Statt 8.000 hätte ich gerne vielleicht sogar 10.000.‘ Es ist mein Job, da mehr zu fordern."


Fokus aufs Wesentliche: Bildung für Kinder und Jugendliche

BLLV-Präsidentin Fleischmann mahnt, dass die angekündigten Maßnahmen nicht davon ablenken dürfen, die jetzt nötigen Schritte zu unternehmen, damit an den Schulen die pädagogische Arbeit im Mittelpunkt stehen kann: „Wir lassen uns nicht blenden, sondern schauen weiterhin, was an der Schule vor Ort los ist, und fordern jetzt die Fokussierung auf die Aufgaben der Lehrerinnen und Lehrer und die Stärkung der Schulleitungen, indem man einzelne Schulleiter mit höchsten Respekt und Vertrauen das machen lässt, was bei ihnen geht“, stellt Fleischmann klar und fordert: „Und bitte keine weiteren Zusatzaufgaben mehr."

» zum ZEIT-Artikel "Mangel eingestanden": BLLV zollt Söder "Respekt"

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Weitere Medienberichte

Süddeutsche Zeitung: In einem weiteren Artikel "CSU will Lehrkräfte aus anderen Bundesländern anwerben" gibt die SZ die Kommentierung von BLLV-Präsidentin Simone Fleischmann zum geplanten Anwerbepakte wider:

  • "Im Sinne einer 'bayerischen Mia-san-mia-Mentalität' ist der Vorstoß erfreulich, aber deutschlandweit entsteht dadurch natürlich ein Problem-Verschiebebahnhof
     
  • "Der Groll anderer Länder im Sinne von 'Die Bayern können sich's ja leisten' wird wohl nicht lange auf sich warten lassen."

-> UPDATE 20.1.23: Die bundesweite Reaktion auf den Vorstoß ist, wie von Simone Fleischmann prognostiziert, enorm kritisch, wie der Bayerische Rundfunk berichtet: