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Aufgedeckt: Lehrermangel in Bayern – und jetzt? Die Lösung liegt scheinbar auf der Hand!

Die Analyse ist klar, niemand leugnet mehr den Lehrermangel. Neu ist, dass es kurz vor den Sommerferien keine Planungsgrundlage gibt, sondern „Fahren auf Sicht“. In einer Pressekonferenz deckt der BLLV die Mechanismen auf und stellt klar, was es jetzt braucht.

Dass in Bayern ein immer größerer Mangel an Lehrerinnen und Lehrern herrscht, bestreitet inzwischen niemand mehr. Die Analyse steht und keiner leugnet mehr den Lehrermangel, auch das Kultusministerium nicht. „Wir fahren auf Sicht und wissen jetzt noch nicht: Wie viele Kinder haben wir nächstes Schuljahr? Wie viele Kinder aus der Ukraine kommen an die Schulen?  Wie entwickelt sich die Corona-Situation? Dürfen schwangere Lehrerinnen  doch wieder in Präsenz unterrichten“, erklärt BLLV-Präsidentin Simone Fleischmann die aktuelle schwierige Situation an den Schulen.

Und sie ergänzt: "Klar ist: Wir sind zu wenige, haben aber mehr Schüler. Die Staatsregierung stellt zwar Geld bereit, indem sie Stellen freigibt. Und indem sie neue und richtige Konzepte vorlegt – beispielsweise für die Integration ukrainischer Kinder und Jugendlicher. Geld macht aber keinen Unterricht. Wir brauchen Menschen, um die Stellen zu besetzen, und die gibt es nicht.“

Alles gut? Wir haben ja jetzt die Stellen – oder nicht?

Dabei geht es schon lange nicht mehr „nur“ um Lehrerinnen und Lehrer, sondern um eine Vielfalt von Spezialisten, Helfern und Quereinsteigern, die heute an den Schulen tätig sind. Insgesamt 17 Berufsgruppen arbeiten heute an den Schulen, um die Herausforderungen vor Ort gemeinsam zu meistern. Die Klassen werden heterogener und es braucht eine individuelle Förderung um in der Inklusion und der Integration allen Kindern und Jugendlichen gerecht zu werden.

„Wir brauchen Planungssicherheit! Durchwurschteln ist dabei keine Lösung. Auf die Selbstausbeutung der Lehrkräfte setzen und dass deren Berufsethos als Pädagogen sie schon dazu treiben wird, das irgendwie zu schaffen – das ist keine Lösung! Aber wer hat die Lösung?“, so Simone Fleischmann.

VIDEO: "Herr Ministerpräsident, handeln Sie jetzt gegen den Lehrermangel!"

Bildung muss Chefsache werden

Der BLLV fordert deshalb, jetzt Maßnahmen vorzulegen zum Corona-Management nach den Ferien. Außerdem muss der Ministerpräsident Bildung zur Chefsache machen, dem Lehrermangel ins Auge schauen und ihn beheben: mit attraktiven Arbeitsbedingungen für Lehrer, gleichwertiger Besoldung und einer flexiblen Lehrerbildung. Simone Fleischmann: “Drittens ist es jetzt wichtig, die scheinbare Lösung der Staatsregierung klar zu benennen und diese abzulegen: Nämlich die Haltung ‘Die Lehrerinnen und Lehrer schaffen das schon irgendwie. Die packen das und die werden das wieder irgendwie ausgleichen!‘“

Der BLLV stellt sich vor die Lehrerinnen und Lehrer und fordert jetzt die Fürsorgepflicht des Staates ein. Dazu gehört es, jetzt den Lehrerinnen- und Lehrermangel substanziell anzugehen. Simone Fleischmann stellt klar: “Wenn die Staatsregierung wirklich will, dass mehr junge Menschen den Lehrberuf ergreifen, dann müssen Lehrkräfte an der Grund- und Mittelschule dasselbe verdienen wie an anderen Schulformen. Sie müssen im Studium lernen, was sie brauchen, und sie müssen einen Beruf mit guten Arbeitsbedingungen vorfinden."

Medienberichte

BLLV-Präsidentin Simone Fleischmann im Wortlaut:

  • "Wir appellieren an den Ministerpräsidenten: Machen Sie jetzt den Lehrermangel zur Chefsache. Nutzen Sie die Kolleginnen und Kollegen nicht weiter aus. Setzen Sie ein deutliches Signal der Spitze Bayerns für langfristige Maßnahmen."
     
  • "Wir lassen uns nicht ausnutzen."
     
  • "Wie soll dann Schule im September sein? Wir erwarten hier jetzt klare Antworten."

1. Vizepräsident des BLLV Gerd Nitschke im Wortlaut:

  • "Wir wissen manchmal nicht, wer überhaupt an unseren Schulen tätig ist."
     
  • "Wir haben Bürokratiewahnsinn"

Kultusminister Michael Piazolo im Wortlaut:

  • "Auf der einen Seite haben wir so viele Lehrerinnen und Lehrer wie noch nie. Wir haben auch im Koalitionsvertrag festgelegt, 5000 neue Stellen in dieser Legislatur. Das machen wir auch, das ist auch ein Riesen-Aufschlag. Auf der anderen Seite sind natürlich auch die Herausforderungen so groß wie nie. Corona und jetzt die Ukraine mit beinahe 40.000 SchülerInnen, die wir zusätzlich erwarten. Also insofern reagieren wir, im Beitrag war es ja gesagt worden: 1600 neue Stellen. Dennoch wird es immer wieder eng und die Lehrerinnen und Lehrer haben in den letzten Jahren hervorragendes geleistet, manchmal bis ans Limit und drüber hinhaus."
     


BLLV-Präsidentin Simone Fleischmann im Wortlaut:

  • "Es ist kein Licht am Ende des Tunnels in Sicht."
     

1. Vizepräsident des BLLV Gerd Nitschke im Wortlaut:

  • "Die Mittelschule wird das große Problemkind der nächsten Jahre

<< Dieser Artikel erschien ursprünglich bei Bildung.Table (kostenpflichtig)


BLLV-Präsidentin Simone Fleischmann im Wortlaut:

  • "Niemand versteht mehr – und viele Bundesländer haben es verändert – warum die Grundschullehrerin und der Mittelschullehrer weniger verdienen als der Kollege an der Realschule oder die Kollegin am Gymnasium."
     
  • "Wir fahren auf Sicht und wissen jetzt noch nicht: Wie viele Kinder haben wir nächstes Schuljahr? Wie viele Kinder aus der Ukraine kommen an die Schulen?  Wie entwickelt sich die Corona-Situation? Dürfen schwangere Lehrerinnen doch wieder in Präsenz unterrichten?"
     
  • "Wir brauchen Planungssicherheit! Durchwurschteln ist dabei keine Lösung. Auf die Selbstausbeutung der Lehrkräfte setzen und dass deren Berufsethos als Pädagogen sie schon dazu treiben wird, das irgendwie zu schaffen – das ist keine Lösung!"
     


Deutschlandfunk "Campus & Karriere": "Lehrkräftemangel: Ideen aus Bayern" (Podcast)

BLLV-Präsidentin Simone Fleischmann im Wortlaut:

  • "Randstunden streichen, Kunst, Musik und Sport nicht unterrichten, das geht mit dem BLLV nicht. Wir haben einen ganzheitlichen Bildungsbegriff, es wäre dämlich, das den Kindern wegzunehmen."
     

Der Artikel des Merkur ist auch in englischer Sprache auf dem News-Portal "The Limited Times" verfügbar:
"'Must be a matter for the boss': Söder should take care of the shortage of teachers - schools get problems"



Zeit: "Lehrerverband fordert: Lohnangleichung bei Grund- und Mittelschulen"

Simone Fleischmann im Wortlaut: „Niemand versteht mehr - und viele Bundesländer haben es verändert - warum die Grundschullehrerin und der Mittelschullehrer weniger verdienen als der Kollege an der Realschule oder die Kollegin am Gymnasium.“

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