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Am Ende des Tages

„Wumms, Doppelwumms, Bazooka“: Warum benutzen Spitzenpolitiker inzwischen eine solche Sprache, was bewirkt sie und welche Gefahren sind damit verbunden? Antworten gibt Politprofi Ole von Beust - auf äußerst lesenswerte Art, wie Rezensent Jochen Vatter findet.

„Wumms, Doppelwumms, Bazooka“  – ein Vokabular, das man mit einem Bundeskanzler eigentlich nicht in Zusammenhang gebracht hätte. Aber er benutzte es! Was es bedeutet, das wurde bald klar.

Und so wie diese drei Wörter gibt es eine lange Liste mit Begriffen, mit denen der Sprecher Aufmerksamkeit und Wirksamkeit seiner Maßnahmen verstärken möchte. Was damit gemeint ist, dessen bedarf es schon des Einblicks in die aktuelle Situation. Mit dem „atmenden Deckel“, einer wahrhaft malerischen Umschreibung, meinte Herr Scholz, dass keine fixe Summe ausbezahlt würde.

Nun hat zur dieser Liste Hamburgs früherer Bürgermeister Ole von Beust ein sehr aufschlussreiches Büchlein geschrieben. Und da weiß natürlich ein Experte, was Sache ist. Originell, amüsant, humorvoll deckt er auf, was Politikersprech eigentlich bedeutet. Er präsentiert von A-Z eine Sammlung von Redewendungen, Schlagwörtern und Floskeln – von Agenda über Friedensdividende bis zwei Minuten.

Was bedeuten die teilweise undurchsichtigen, mehrdeutigen Begriffe aus dem Inneren des politischen Geschäfts? Eine spezifische Sprache darf nicht dazu dienen, etwas zu vernebeln, und deshalb ist es ein großer Verdienst des Politprofis, dass er uns einen Einblick in die  eigene Politiksprache gewährt. Dem Verständnis des Politikgeschehens kann dies nur dienlich sein. Und vergnüglich zu lesen ist dies allemal. Letztendlich weiß man dann Bescheid.

Info

  • von Beust, Ole
  • Am Ende des Tages
  • Verlag Herder, Freiburg 2026
  • gebunden, 144 Seiten
  • ISBN: 978-3-451-07330-4
  • 18 €