Vielfalt wertschätzen

Schule als Ort der Zugehörigkeit und Anerkennung

Positionspapier des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbandes (BLLV), beschlossen im Landesausschuss am 29. November 2025.

Die Realschulen in Bayern sind geprägt von einer zunehmenden Vielfalt an kulturellen Hintergründen, Sprachen, Lebensentwürfen und Identitäten. Diese Diversität stellt nicht nur eine Herausforderung, sondern vor allem eine Chance dar, die Schule zu einem Ort respektvollen Miteinanders und gegenseitiger Wertschätzung zu gestalten.

Eine Schule, die Vielfalt wertschätzt, erkennt die individuellen Lebensrealitäten aller Schülerinnen und Schüler an und schafft ein Umfeld, in dem sich jeder Mensch sicher und akzeptiert fühlt. Dies umfasst die Anerkennung unterschiedlicher kultureller Hintergründe, Sprachen, sexueller Orientierungen und geschlechtlicher Identitäten.

Gleichzeitig bekennt sich die Fachgruppe Realschule im BLLV zu einer leistungsstarken Realschule, in der Bildung auch als gemeinsame Anstrengung verstanden wird. Die sichere Beherrschung der deutschen Sprache in Wort und Schrift ist dabei eine zentrale Voraussetzung für schulischen Erfolg, gesellschaftliche Teilhabe und berufliche Perspektiven. Vielfalt und Leistungsorientierung schließen sich nicht aus, sondern bedingen einander. Ein stabiles gemeinsames Wertefundament, das sich auf die Bayerische Verfassung und das Grundgesetz stützt, bildet die Grundlage für eine offene und demokratische Schulgemeinschaft, in der Menschenrechte, gegenseitiger Respekt und Rechtsstaatlichkeit gelebt und vermittelt werden.

Schulen sollen Orte sein, wo Vielfalt nicht nur toleriert, sondern aktiv gelebt und gefördert wird und Diskriminierung keinen Platz hat. Schulen sollen allen Schülerinnen und Schülern unabhängig von ihrer Herkunft, Sprache, sexuellen Orientierung oder geschlechtlichen Identität gleiche Chancen bieten und sie in ihrer individuellen Entwicklung unterstützen. Dies erfordert ein gemeinsames Engagement von Lehrkräften, Schulleitungen, Eltern und der gesamten Schulgemeinschaft.

Die Anerkennung und Förderung von Vielfalt ist kein Zusatz, sondern ein zentraler Bestandteil einer modernen und gerechten Bildung. Indem wir Vielfalt als Stärke begreifen und aktiv in den Schulalltag integrieren, schaffen wir eine Lernumgebung, die alle Schülerinnen und Schüler in ihrer Einzigartigkeit wertschätzt und fördert.

HANDLUNGSFELDER: VIELFALT SICHTBAR UND ERLEBBAR MACHEN

Antidiskriminierungsbeauftragte an jeder Schule

An jeder Schule soll eine Antidiskriminierungsbeauftragte bzw. ein -beauftragter benannt werden, die oder der als vertrauensvolle Ansprechperson bei Diskriminierungserfahrungen zur Verfügung steht und die Schulgemeinschaft für Vielfalt sensibilisiert. Eine regionale Vernetzung (z.B. über die Schulberatungsstellen) kann dabei unterstützen, Professionalisierung zu fördern, Austausch zu ermöglichen und einheitliche Standards zu entwickeln.

Interkultureller Kalender

Ein interkultureller Kalender, der religiöse und kulturelle Feste verschiedener Gemeinschaften sichtbar macht, kann in die schulische Jahresplanung integriert werden, um Wertschätzung und Verständnis zu fördern.

Aktionstage und Projekte zur Vielfalt

Durch gemeinsame Aktionstage und thematische Projekttage zu verschiedenen Themenfeldern, in denen Diskriminierung stattfindet, kann der Austausch innerhalb der Schulfamilie gestärkt und Vorurteile abgebaut werden.

Fortbildungen für Lehrkräfte und Schulleitungen

Lehrkräften und Schulleitungen sollen Fortbildungen zu Themen wie interkultureller Kompetenz, sexueller und geschlechtlicher Vielfalt, Neurodivergenz, Leben mit Behinderung sowie Antidiskriminierung angeboten werden, um Handlungssicherheit und Offenheit im Schulalltag zu gewährleisten.

Integration von Vielfaltsthemen im Unterricht

Themen wie Migration, Leben mit Behinderung, Neurodivergenz, sexuelle Orientierung und geschlechtliche Identität sollen im Unterricht verschiedener Fächer offen aufgegriffen werden – etwa durch passende Literatur, Filme oder Diskussionsanlässe – um Verständnis, Empathie und Reflexion zu fördern.

Schutzkonzepte gegen Diskriminierung und sexuellen Missbrauch

Schulen sollen motiviert werden, Schutzkonzepte gegen Diskriminierung sowie gegen sexuellen Missbrauch zu entwickeln, die präventive Maßnahmen umfassen und klare Verfahren für den Umgang mit Vorfällen bieten.

Diversitätskompetenz in der Lehrerbildung

Lehrkräfte sollen in allen Phasen ihrer Ausbildung – im Studium, im Vorbereitungsdienst sowie in der berufsbegleitenden Fortbildung – systematisch für den professionellen Umgang mit Heterogenität und Vielfalt qualifiziert werden.

Modellversuche zum längeren gemeinsamen Lernen

Wer Vielfalt als Stärke anerkennt, kommt nicht umhin, die frühe Aufteilung der Schülerinnen und Schüler in Bayern auch kritisch zu betrachten. Die Fachgruppe Realschule im BLLV nimmt daher eine offene Haltung gegenüber Modellversuchen ein, die längeres gemeinsames Lernen erproben, sofern deren Einführung umsichtig erfolgt und durch eine enge wissenschaftliche Evaluation begleitet wird.
 

Prüfungskultur an der Realschule

Handlungsräume öffnen, Eigenverantwortung stärken

Positionspapier des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbandes (BLLV), beschlossen im Landesausschuss am 29. November 2025.

Wir setzen uns ein für ein ganzheitliches Bildungsverständnis, das auf die Förderung von Herz, Kopf und Hand zielt. Bildung soll junge Menschen dazu befähigen, eine komplexe und sich rasant im Wandel befindliche Welt verantwortungsvoll und gemeinschaftsförderlich mitzugestalten. Vor diesem Hintergrund braucht es eine zeitgemäße Prüfungskultur, die die individuelle Entwicklung, Motivation und Freude am Lernen fördert.

Die Fachgruppe Realschule setzt sich für eine anspruchsvolle und zugleich förderliche Leistungskultur ein. Es geht nicht darum, Anforderungen abzusenken; vielmehr gilt es, den Handlungsrahmen für die Leistungsbewertung so weiterzuentwickeln, dass alle Schülerinnen und Schüler fähig und motiviert sind, ihr Bestes zeigen zu wollen und zu können.

Wir setzen dabei auf die Entfaltung von Potenzialen statt auf Auslesemechanismen und wollen das professionelle Handeln der Lehrkräfte stärken. Damit wird nicht nur das Lernen, sondern auch das Lehren attraktiver und wirksamer gestaltet. Gute Leistungen sind nie Ergebnis von Druck, sondern Ausdruck von Engagement, Kompetenz und persönlichem Wachstum.

Eingeschränkte Handlungsräume der Realschulen

In der Vergangenheit wurden bereits einzelne Maßnahmen ergriffen, um die Handlungsräume im Bereich der Leistungsmessung zum Beispiel durch bewertete Projekte oder durch die Einführung von Tests anstelle von Schulaufgaben und Stegreifaufgaben auszuweiten.

Dennoch sind diese nach wie vor in der Schulordnung eng umrissen und insbesondere im direkten Vergleich der §17 u. §19 RSO mit den §21 u. §23 GSO enger gefasst. Konkret öffnet dabei das Wort „insbesondere“ in §23 (2) 1 GSO den Gymnasien in Bayern die Möglichkeit, auch andere als die dort genannten Formen kleiner schriftlicher Leistungsnachweise zu halten.

Über die Berufung auf diese Regelung verzichten manche Gymnasien in Bayern mit sehr guten Erfahrungen bereits seit mehr als zehn Jahren vollständig auf unangekündigte Leistungsnachweise
und schreiben stattdessen angekündigte kleine Leistungsnachweise; ein Weg, der bisher den Realschulen so nicht offensteht.

Ohne die Möglichkeit angekündigter schriftlicher kleiner Leistungsnachweise können Realschulen derzeit nur auf Kurzarbeiten setzen. Würde man diese aber für alle Fächer einer Jahrgangsstufe zur Prüfungsform machen, entstehen sehr dichte Prüfungspläne und durch die Notwendigkeit von Nachterminen ein hoher zusätzlicher Aufwand fürs Kollegium.

Prüfungskultur als Bestandteil professionellen Handelns

Im Schulversuch "Prüfungskultur innovativ" wurden erprobte Konzepte sichtbar, wie Leistungsfeststellung individualisierter, kompetenzorientierter und lernbegleitender gestaltet werden kann. Projektbasierte Leistungsnachweise, Portfolioarbeiten oder kooperative Prüfungsformate fördern die sog. 21st Century Skills: Kreativität, kritisches Denken, Kollaboration und Kommunikation.

Erste Evaluationen des Schulversuchs zeigen, dass Schülerinnen und Schüler dadurch motivierter arbeiten und Lehrkräfte den größeren Gestaltungsspielraum als professionelle Anerkennung erleben. Es gilt nun, die wertvollen Erkenntnisse aus dem Schulversuch in die Breite zu bringen und weiterzuentwickeln. Dabei wird es erforderlich sein, den Schulen auch Handlungsräume über die derzeitigen Grenzen hinaus zu eröffnen.

Die Trennung von Lern- und Prüfungsphasen, der Verzicht auf unangekündigte Leistungsnachweise sowie die Einführung von angekündigten kleinen Leistungsnachweisen können Transparenz und damit die Leistungsmotivation fördern.

Lernen braucht Sicherheit und Sinn

Bildungsforschung zeigt, dass Schülerinnen und Schüler in einem angstfreien und sinnstiftenden Lernumfeld bessere Leistungen erbringen. Prüfungen sollen herausfordern, nicht verunsichern. Sie sollen Lernerfolg sichtbar machen und Entwicklungsperspektiven aufzeigen. John Hatties Metastudie "Visible Learning" (2009) betont die Wirksamkeit von Feedback, klaren Lernzielen und positiven Lehrer-Schüler-Beziehungen. Die Selbstbestimmungstheorie von Deci & Ryan (2000) unterstreicht, dass Autonomie, soziale Eingebundenheit und Kompetenz zentrale Voraussetzungen für nachhaltige Motivation sind. Praktiken wie projektorientierte Leistungsnachweise, Portfolioarbeit und transparente Bewertungsraster erfüllen diese Kriterien in besonderer Weise. Auch Helmke (2009) hebt hervor, dass qualitativ hochwertiger Unterricht diagnostisch vorgeht und formative Verfahren nutzt, um individuelle Lernprozesse zu fördern.

Forderungen: Prüfungskultur an der Realschule weiterentwickeln

Um eine leistungsförderliche und zukunftsweisende Prüfungskultur an Realschulen zu etablieren, fordert die Fachgruppe Realschule im BLLV:

  • Schulen sollen im Rahmen ihrer Eigenverantwortung auf unangekündigte Leistungsnachweise verzichten dürfen. Dazu ist es den Schulen in einem ersten Schritt zu ermöglichen, analog zum Gymnasium auch kleine angekündigte schriftliche Leistungsnachweise durchzuführen.
     
  • „Projekte“ sind als Form eines Leistungsnachweises für alle Fächer als ausdrücklich möglich in der Schulordnung zu verankern. Den Schulen soll im Rahmen ihrer Schulentwicklungsprozesse dabei ein weiter Raum für die konkrete Ausgestaltung und Bewertung eines „Projekts“ eröffnet werden.
     
  • Die Ergebnisse des Schulversuchs "Prüfungskultur innovativ" müssen systematisch aufgegriffen und in die Breite getragen werden. Dabei ist auch zu prüfen, wo die im Projekt beteiligten Schulen den derzeitigen Ordnungsrahmen als hinderlich wahrgenommen haben, um diesen Rahmen folgerichtig zu erweitern.
     
  • Insbesondere sollen Lernformen, die Lern- und Übungsphasen von Prüfungsphasen trennen und Raum für formatives Feedback schaffen, erprobt und in die Breite getragen werden. So wird Lernen als Prozess gestärkt, in dem Schülerinnen undSchüler ohne Angst Fehler machen, daraus lernen und ihre Kompetenzen schrittweise entwickeln können.
     

Gesund leben. Gesund lernen. Gesund lehren.

Positionspapier des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbandes (BLLV), beschlossen im Landesausschuss am 29. November 2025.

Ausgangslage: Gesundheit als Fundament für Bildung

Die Gesundheit von Schülerinnen und Schülern sowie Lehrkräften ist eine Grundvoraussetzung für erfolgreiches Lernen und Lehren. Studien zeigen jedoch eine besorgniserregende Zunahme von psychosomatischen Beschwerden bei Kindern und Jugendlichen, während Lehrkräfte häufig von Überlastung und gesundheitlichen Beeinträchtigungen betroffen sind. Diese Entwicklung beeinträchtigt nicht nur das individuelle Wohlbefinden, sondern auch die Bildungsqualität insgesamt.

Personalmangel und Arbeitsbelastung

Die unzureichende Personalausstattung führt zu einer Mehrbelastung der Lehrkräfte, die neben ihren pädagogischen Aufgaben zunehmend administrative und organisatorische Tätigkeiten übernehmen müssen. Dabei sind Lehrkräfte häufig mit Aufgaben betraut, die außerhalb ihres pädagogischen Kernbereichs liegen, was zu einer zusätzlichen Belastung und Ablenkung von der Unterrichtsgestaltung führt. 

Digitalisierung

Die Einführung digitaler Technologien in den Schulalltag ist teilweise von einer Zersplitterung verschiedener Dienste und mangelnder Transparenz geprägt, was den Arbeitsaufwand erhöht und Stress verursacht. Eigentlich notwendige Dienstvereinbarungen mit dem örtlichen Personalrat werden häufig nicht getroffen oder nicht eingehalten. Durch Digitalisierung mögliche Synergieeffekte sowie Entbürokratisierungsmöglichkeiten werden zu wenig genutzt.

Klassengrößen

Überfüllte Klassenräume erschweren eine individuelle Förderung der Schülerinnen und Schüler und erhöhen den Stress für Lehrkräfte und Lernende.

Fehlende Unterstützungssysteme

Es mangelt an Schulgesundheitsfachkräften, die für Schülerinnen und Schüler sowie für die Lehrkräfte präventive Gesundheitsarbeit leisten und im Bedarfsfall medizinische Versorgung sicherstellen könnten.

Forderungen zur Förderung einer gesunden Schule

Um die Gesundheit und das Wohlbefinden aller Beteiligten zu fördern, fordert die Fachgruppe Realschule im BLLV:
 

1. Regelmäßige Befragungen zu Berufszufriedenheit und Belastungsfaktoren

Das StMUK soll in regelmäßigen Abständen Lehrkräfte aller Schularten zu Berufszufriedenheit und zu Belastungsfaktoren befragen. Die Ergebnisse sollen in kumulierter Form veröffentlicht werden; geeignete Maßnahmen zur Erhöhung der Berufszufriedenheit und Minderung der Belastung sind zu ergreifen und im Längsschnitt zu evaluieren. In geeigneter Weise sollen auch Schülerinnen und Schüler in diese Befragungen mit einbezogen werden, um deren Sicht auf schulische Belastungen, psychisches Wohlbefinden und Lernbedingungen systematisch zu erheben und in Schulentwicklungsprozesse einzubeziehen.

2. Zusätzliches Personal / Zusammenarbeit in multiprofessionellen Teams

Die Schulen benötigen mehr Lehrkräfte und unterstützendes Personal aus verschiedenen Fachbereichen (Verwaltung, Digitalisierung, Sozial-/Pädagogik und Psychologie, Gesundheit), um die Arbeitsbelastung zu reduzieren und eine qualitativ hochwertige Bildung zu gewährleisten.

Dabei ist auch eine gezielte Stärkung der individuellen Förderung erforderlich – insbesondere in zunehmend heterogenen Lerngruppen. Analog zum bewährten Einsatz von Förderlehrkräften an Mittelschulen soll geprüft werden, wie entsprechende Förderstrukturen auch an Realschulen aufgebaut werden können, beispielsweise durch die Schaffung zusätzlicher Ausbildungskapazitäten.

Ziel ist eine aufgabenspezifische Entlastung der Lehrkräfte und die individuelle Unterstützung von Schülerinnen und Schülern – ohne bestehende Ressourcen an anderen Schularten zu schwächen.

3. Entlastung von nicht-pädagogischen Aufgaben

Schulleitungen und Lehrkräfte sollten von administrativen Tätigkeiten befreit werden, damit sie sich auf ihre Kernaufgaben konzentrieren können (z.B. Pflege digitaler Systeme, Erstellung von Statistiken, Korrektur und Datenmeldung bei Vergleichsarbeiten, Aufgaben im Zusammenhang mit Datenschutz, IT-Support oder Materialbeschaffung).

4. Strukturierte Digitalisierung

Digitalisierungsprozesse sollen konsequent und zielgerichtet, jedoch nicht überstürzt in den Schulen stattfinden. Zusatzbelastungen durch vielfältige digitale Kanäle und die damit u.U. einhergehende weitere Vermischung von Arbeit und Erholungszeit sind zu untersuchen und durch geeignete Maßnahmen in Abstimmung mit den örtlichen Personalräten zu vermindern. Wo digitalbezogene Entwicklung zur Entlastung beiträgt (z.B. in Form hybrider Konferenzformate) sollen diese ausdrücklich gefördert werden.

5. Qualitätsgesicherte digitale Lernmaterialien

Die Bereitstellung von qualitätsgesicherten digitalen Lernmaterialien (z.B. mebis-Kurse für jedes Fach und jede Jahrgangsstufe) würde eine enorme Entlastung im Bereich der Unterrichtsvorbereitung mit sich bringen und zugleich die Akzeptanz der staatlich zur Verfügung gestellten Lernplattform enorm steigern.

6. Förderung der Zusammenarbeit

Gemeinsame Unterrichts- und Prüfungsvorbereitung stärkt die Zusammenarbeit und kann mittelfristig Entlastung bringen. Entsprechende Projekte sind zu fördern, wobei der initial anfallenden Mehrbelastung durch entlastende Maßnahmen (Anrechnungsstunden, Berücksichtigung bei der Vergabe der Unterrichtsgruppen) zu begegnen ist.

7. Reduktion der Klassengrößen

Eine maximale Klassengröße von 25 Schülerinnen und Schülern ermöglicht eine effektivere und individuellere Betreuung.

8. Stärkung der Mittelschulen

Mittelschulen leisten einen wichtigen Beitrag zu individueller Förderung, Chancengleichheit und wohnortnaher Bildung. Ihre Attraktivität und Wahrnehmbarkeit soll durch gezielte Investitionen, Profilbildungen und die Aufwertung pädagogischer Arbeit gestärkt werden. Während sich viele Familien mit Gymnasialempfehlung bewusst für die Realschule entscheiden, wird die Mittelschule als geeigneter Lernort für manche Kinder mit Realschuleignung noch zu selten in Betracht gezogen. Eine starke Mittelschule stärkt das gesamte weiterführende Schulsystem – auch im Interesse der Realschulen.

9. Sensibilisierung und Professionalisierung der Schulleitungen

Schulleitungen sollen Expertinnen und Experten für „gute, gesunde Schule“ sein. Sie sollen ermutigt werden, im Rahmen der „eigenverantwortlichen Schule“ Maßnahmen zu ergreifen, die Zufriedenheit, Lernfreude, Gesundheit und ein positives Schulklima stärken.

10. Stärkung der psychischen Gesundheit und Mitwirkung von Schülerinnen und Schülern

Schulen müssen Orte sein, an denen sich Kinder und Jugendliche sicher, respektiert und angenommen fühlen. Maßnahmen zur Förderung der psychischen Gesundheit (z. B. durch Schulpsychologinnen und -psychologen, Beratungslehrkräfte, Anti-Mobbing-Konzepte und gesundheitsfördernde Projekte) sind auszubauen. Gleichzeitig sind Schülerinnen und Schüler aktiv in Schulentwicklungsprozesse einzubeziehen – z. B. durch Schülerbefragungen, partizipative Gremienarbeit und die Einbindung in gesundheitsfördernde Projekte. Ihre Perspektiven sind unverzichtbar für die Gestaltung einer Schule, die Gesundheit, Motivation und Lernfreude gleichermaßen fördert.