Im Gespräch: Anna Toman, Sprecherin Schulpolitik, GrüneStartseite

Zweitqualifikation vs. Lehrerbildung: „Und dann ist Flexibilität doch möglich“

In der Lehrerbildung fehlt sie, doch beim akuten Lehrermangel sind flexible Ansätze wie die Zweitqualifizierung plötzlich enorm wichtig. Über diesen Widerspruch wundern sich sowohl Anna Toman, Bildungsexpertin der Grünen, als auch das BLLV-Präsidium.

Die kritische Lehrerversorgung an den Grund-, Mittel- und Förderschulen macht die Zweitqualifizierung für Realschul- und Gymnasiallehrkräfte immer noch dringend notwendig. Darüber waren sich BLLV-Präsidentin Simone Fleischmann und 1. Vizepräsident Gerd Nitschke im Gespräch mit der bildungspolitischen Sprecherin der Grünen, Anna Toman, einig.

Toman, die als Realschullehrerin selbst die Zweitqualifizierung für die Mittelschule absolviert hat, konnte ihre eigenen Erfahrungen in die Diskussion einbringen: „Warum ist die Lehrerbildung derart unflexibel, im Falle des derzeitigen Mangels ist dann aber doch auf einmal Flexibilität möglich?“

Für Bildungsqualität: Flexibilität nicht nur zum Feuer löschen, sondern schon in der Lehrerbildung

Fleischmann stellte klar, dass man an einer flexiblen Lehrerbildung, wie der BLLV sie seit Längerem fordert, langfristig nicht vorbeikomme – vor allem, wenn es um die Bildungsqualität in der pädagogischen Ausbildung gehe. Nitschke kritisierte, dass die Zweitqualifizierung für die Lehrkräfte an den Grund- und Mittelschulen auch eine zusätzliche Arbeitsbelastung darstelle.

Der BLLV befürwortet in dieser Mangelsituation grundsätzlich die Zweitqualifizierung, die Umsetzung müsse jedoch in vielen Punkten verändert werden, um eine bestmögliche Ausgangslage für die Lehrkräfte und die Schüler zu schaffen. yy

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Am: 19.08.2019