Wahlen zum Hauptpersonalrat - Lehrkräfte am Gymnasium
Vom 23. bis zum 25. Juni 2026 wird an den staatlichen Gymnasien der Hauptpersonalrat neu gewählt. Wir machen uns für Sie stark. Schenken Sie uns Ihre Stimme.
Ihre Kandidat:innen: Für frischen Wind im HPR-Gymnasium
Tamara Thum
Studienrätin am Gymnasium München-Nord
Englisch, Latein
Im BLLV:
Stellvertretende Leiterin der FG Gymnasium
Mitglied im Landesvorstand des BLLV
Im Personalrat:
Mitglied des örtlichen Personalrats am Gymnasium München-Nord
Ich möchte Personalrätin werden, weil ich allen Kolleginnen und Kollegen eine Stimme geben will, die sich nicht nur attraktive Arbeitsbedingungen, sondern auch eine klare pädagogische Haltung und ein zukunftsfähiges Gymnasium wünschen.
Melanie Jäger
Studienrätin am Staatl. Gymnasium Mering
Geographie, Wirtschaft und Recht
Im BLLV:
Stellvertretende Leiterin der Fachgruppe Gymnasium im BLLV-Bezirksverband Oberbayern
Im Personalrat:
ehem. Mitglied der HJuAV
Inklusion gelingt nur gemeinsam. Ich engagiere mich für den BLLV, um eine wertschätzende Schule zu fördern, in der jeder Mensch zählt.
Christin Endreß
Studienrätin am Wolfgang-Borchert-Gymnasium Langenzenn
Biologie, Englisch
Im BLLV:
ehem. stellvertretende Vorsitzende des Jungen BLLV
stellv. Leiterin der Fachgruppe Gymnasium Mittelfranken
Als Gymnasiallehrerin kandidiere ich für den BLLV, weil der Verband ganzheitlich und vorausschauend auf das Thema Bildung blickt.
Andreas Rosenberger
Studienrat am Herzog-Christian-August-Gymnasium Sulzbach-Rosenberg
Mathematik, Physik, Informatik
Im BLLV:
Leiter der Fachgruppe Gymasium im BLLV-Bezirksverband Oberpfalz
Im Personalrat:
ehem. stellv. Vorsitzender des ÖPR an der Fachoberschule Nürnberg
Ich möchte ein zeitgemäßes Gymnasium, in dem der Mensch, sowohl Lernende als auch Lehrkräfte, an erster Stelle steht. Dafür will ich mich einsetzen.
Jan Schneider
Studienrat am Hochfranken-Gymnasium Naila
Geographie, Geschicht, Wirtschaft und Recht
Im BLLV:
Referent bei Seminaren der Fachgruppe Gymnasium
BLLV-Kontaktperson
Ich kandidiere für den BLLV, weil mir eine starke, unabhängige Interessenvertretung für alle Lehrkräfte wichtig ist. Ich setze mich ein für optimale Arbeitsbedingungen über alle Schularten hinweg.
Ulrike Schaffner
Oberstudienrätin am Gymnasium Zwiesel
Deutsch, Geschichte
Im BLLV:
BLLV-Kontaktperson
Wir brauchen eine neue Arbeits- und Lernkultur, damit Schule zu einem inspirierenden, sinnstiftenden und kooperativen Ort wird, an dem Arbeiten und Lernen eine gut zu bewältigende und erfüllende Herausforderung ist.
Maria-Theresia Jacob
Studienrätin am Friedrich-Dessauer-Gymnasium Aschaffenburg
Deutsch, Geschichte, Politik und Gesellschaft
Im BLLV:
BLLV-Kontaktperson
Der BLLV hat mich seit dem Studium begleitet und ist ein Verband, der nicht stehen bleibt, sondern Schule mutig weiterdenkt.
Roland Kirschner
Oberstudienrat am Karl-Ritter-von-Frisch-Gymnasium Moosburg
Mathematik, Schulpsychologie
Im BLLV:
Leiter der Fachgruppe Gymnasium im BLLV
Im Personalrat:
stellv. Vorsitzender des ÖPR
Ich kandidiere für den BLLV, weil der BLLV der einzige Lehrerverband ist, der sich konsequent für eine Weiterentwicklung des Gymnasiums einsetzt, für ein Gymnasium, in dem leistungsorientiert gearbeitet und nachhaltig gelernt wird.
Andrea Hecking
Studiendirektorin am Ehrenbürg-Gymnasium Forchheim
Englisch, Französisch
Im BLLV:
Mitglied des Referats BNE im BLLV
An der Schule:
Ansprechpartnerin für Gleichstellungsfragen
Der BLLV setzt sich seit vielen Jahren konstruktiv auf inhaltlicher und struktureller Ebene sowie schulartübergreifend für Transformation in der Bildung ein. Diese benötigt insbesondere personelle Ressourcen. Es ist wichtig für die Bereitstellung dieser Ressourcen zu kämpfen.
Dennis Reichert
Studienrat am Gymnasium München-Nord
Englisch, Geographie, Sport
Im BLLV:
ehem. Leiter der Fachgruppe Gymnasium München
Im Personalrat:
ehem. stellvertretender Vorsitzender der HJuAV
Ich setze mich engagiert für die Interessen meiner Kolleg:innen ein, und das mit Herz für einen starken und ganzheitlich denkenden BLLV.
Hier fehlen noch die Kandidat:innen 11-50
Unsere Ziele: Frischer Wind fürs Gymnasium!
Nach der überstürzten Einführung des G8, seinen halbherzigen Reformen sowie der darauffolgenden Rückabwicklung des G8 hin zum „neuen“ G9 ist die Lust auf weitere Reformen des Gymnasiums nicht allzu groß. Doch ehrlicherweise muss konstatiert werden: Das neue G9 hat, abgesehen von der Belastung durch häufigen Nachmittagsunterricht, weder die Probleme des G8 noch die des alten G9 gelöst.
Ganz im Gegenteil.
Auch das G9 leidet...
In zu vielen getrennten Fächern werden zu viele Inhalte in zu kurzer Zeit behandelt. Obwohl das Gymnasium um ein Jahr verlängert wurde, sind Stoffpensum und -progression kontinuierlich viel zu hoch – insbesondere in den Fremdsprachen und vor allem in der Unterstufe. Kernfächer haben weniger Stunden im Schuljahr und werden ab der 8. Jahrgangsstufe meist nur noch dreistündig unterrichtet. Auch in den Sachfächern müssen zu viele zu disparate Themen behandelt werden.
Dies führt dazu, dass der Stoff oft nur oberflächlich gelernt, aber nicht durchdrungen und nachhaltig verinnerlicht wird. In Mathematik und den Naturwissenschaften fehlt die Zeit für Übungen und für die Entwicklung von Verständnis mathematischer und naturwissenschaftlicher Zusammenhänge. Es reicht oftmals nur für das Auswendiglernen und Abspulen vorgeführter Algorithmen. Die Stofffülle führt in allen Fächern dazu, dass viel zu viel belehrt werden muss, statt dass die Schülerinnen und Schüler Zeit haben, selbstständig zu lernen. Sie pauken auf Prüfungen hin, der Stoff wird abgeprüft und schnell vergessen. Stofffülle und Prüfungsdichte erschweren weiterhin einen kompetenzorientierten und nachhaltigen Unterricht.
Der Unterricht am Gymnasium findet in den meisten Fällen strikt in einzelne Fächer getrennt statt, die sich zum größten Teil noch an einem Fächerkanon aus dem frühen 20. Jahrhundert orientieren. Wissenschaftliches Arbeiten und auch die moderne Berufswelt erfordern aber ein fachübergreifendes, multiperspektivisches Herangehen und Lösen von Problemen. Doch echtes fachübergreifendes Arbeiten kommt am Gymnasium viel zu kurz oder wird nur vorgegaukelt (z. B. im Fach Natur und Technik, in dem die einzelnen Fächer weiterhin streng getrennt sind und lediglich eine gemeinsame Note gegeben wird).
Auch konservative Bildungspolitiker:innen können sich vor schulischen Modernisierungen nicht komplett verschließen. Am Gymnasium führt das dazu, dass immer mehr zusätzliche Inhalte verpflichtend eingeführt werden: die Verfassungsviertelstunde, zahlreiche Veranstaltungen der beruflichen Orientierung (z. B. der „Tag des Handwerks“), Präventionsprojekte (z. B. netpiloten) oder auch die „Schule fürs Leben“ – genauso wie außerunterrichtliche Projekte, die schon immer das Schulleben bereichert haben (z. B. Theateraufführungen). Dies alles sind wichtige und sinnvolle Anliegen.
Doch beim gleichzeitigen Beharren auf einer übertriebenen Dominanz der Fachlichkeit des Gymnasiums lassen sich diese nicht effektiv umsetzen. Denn jede zusätzliche Veranstaltung geht auf Kosten des Fachunterrichts, der durch die hohe Stoffdichte bereits auf Kante genäht ist.
Auch das neue G9 leidet demnach unter dem Spagat zwischen dem Festhalten an überkommenen und veralteten Strukturen und Traditionen einerseits und einer halbherzigen und größtenteils oberflächlich postulierten Öffnung für das unvermeidlich Neue andererseits. Dieser Widerspruch, den Lehrkräfte und Schüler:innen nicht auflösen können, steht nachhaltigem Lernen entgegen.
Erfolgreiches Lernen beruht auf einer positiven Beziehung zwischen Lehrer:innen und Schüler:innen. Am Gymnasium sind Lehrkräfte durch die neue, noch enger getaktete Stundentafel noch weniger Stunden pro Woche in ihren Klassen als im G8. Das erschwert den Aufbau stabiler Beziehungen, insbesondere da aufgrund der Stofffülle und des dadurch hohen Unterrichtstempos zu selten auf einzelne Schüler:innen und ihre Bedürfnisse eingegangen werden kann. Pädagogische Arbeit findet oft außerhalb der Unterrichtszeit statt, unter Zeitdruck in Pausen oder nachmittags. Das bedeutet eine zusätzliche Belastung für Lehrkräfte und Schüler:innen.
Für viele Schüler:innen führen die enge Taktung, die Stofffülle und die Prüfungsdichte zu erheblichem Druck. Es gibt kaum prüfungsfreie Zeiten am Gymnasium – sieht man einmal vom üblichen „Weihnachtsfrieden“ ab. Wenn unangekündigte Leistungsnachweise nach wie vor verlangt werden, müssen Schüler:innen ständig damit rechnen, geprüft zu werden. Dass dies nicht zu besseren Leistungen führt, ist durch die Lernpsychologie hinreichend belegt.
Natürlich muss überprüft werden, über welche Kompetenzen und Fertigkeiten und über welches Wissen Schüler:innen verfügen. Ein konstruktives Feedback zum individuellen Leistungsstand ist unerlässlich für gelingende Lernprozesse. Jedoch dienen Prüfungen am Gymnasium in ihrer heutigen Form zu häufig nicht dem Lernen, sondern legitimieren die Zeugnisnoten und sind in erster Linie ein Verwaltungsakt. Lehrkräfte müssen daher einen erheblichen Aufwand betreiben, um juristisch korrekte Prüfungsaufgaben und -formate zu entwickeln. Dies erschwert das Etablieren modernerer Prüfungsformen (z. B. Projektprüfungen, mündliche Gruppenprüfungen) deutlich und verleitet zur Reduktion des Unterrichts auf vor allem abprüfbares Wissen.
Die meisten Prüfungen sind daher per se defizitorientiert. Für individuelles Feed-Back oder gar für individuelles Feed-Up (Wo musst Du hin und wo stehst Du auf diesem Weg?) bzw. Feed-Forward (Was musst Du als Nächstes tun?) fehlen Zeit und Ressourcen.
Wegen des starken Fokus‘ auf vorrückungsrelevante Prüfungen nehmen Schüler:innen Lehrkräfte oftmals nicht als helfend und unterstützend wahr, sondern als Beurteiler:innen. Das belastet das Verhältnis der Lehrkräfte zu ihren Schüler:innen und das zu den Erziehungsberechtigten.
Der BLLV hat dazu klare Positionen
Die Schüler:innen behalten oftmals erschreckend wenig der behandelten Inhalte. Das Lehrplanpensum erfordert ein zu hohes Lerntempo, intensive Verstehens- und Übungsphasen kommen daher oft zu kurz. Der schnelle Wechsel der Unterrichtsfächer führt zu oberflächlichem Lernen. Es fehlt die Zeit, in die Tiefe zu gehen und so handlungs- und verstehensbezogene Kompetenzen aufbauen zu können.
Daher müssen alle Lehrplaninhalte auf den Prüfstand. Es geht nicht darum, bestimmte Inhalte als unwichtig abzuwerten – jeder Lehrplaninhalt ist interessant und wichtig. Aber es ist die Frage zu stellen: Ist dieser Inhalt wirklich nötig oder kann darauf verzichtet werden, um einen anderen Inhalt dafür vertiefter behandeln zu können? Oder anders formuliert: Ist dieser Inhalt so wichtig, dass deswegen ein anderer Inhalt nur oberflächlich behandelt wird? Denn nachhaltiges Lernen verlangt Vertiefung, Wiederholung, Vernetzung und Anwendung. Lerninhalte müssen sich daher auf exemplarische Inhalte begrenzen, die kategoriales Wissen und den Aufbau von Kompetenzen ermöglichen.
Sollen neue (fachübergreifende bzw. fachunabhängige) Inhalte eingeführt werden, so müssen durch Streichungen bisheriger Inhalte Freiräume dafür geschaffen werden. Es kann nicht sein, dass durch sinnvolle Themen, wie der Demokratievermittlung, der eigentliche Fachunterricht noch stärker verdichtet wird, Veranstaltungen hierzu in den unterrichtsfreien Nachmittag verlagert werden oder gleich den Schüler:innen, wie beim Aufbaumodul der Beruflichen Orientierung, zum Selbststudium auferlegt werden.
Der Fächerkanon am Gymnasium ist zu stark aufgesplittert. Bei 16 verschiedenen Fächern wie etwa in der 10. Klasse kann Lernen nur oberflächlich stattfinden.
Auch lernen Schüler:innen verschiedene Facetten eines Themas oft in unterschiedlichen Fächern, ohne die Zusammenhänge zu erkennen. Die Lehrkräfte der unterschiedlichen Fächer können sich aufgrund der organisatorischen Zwänge nur in Einzelfällen thematisch absprechen und koordinieren. Dies verstärkt die Tendenz, bloßes Faktenwissen statt kategorialem Wissen zu vermitteln.
Kategoriales Wissen können sich Schüler:innen am besten in fächerübergreifenden Projekten mit konkretem Bezug zur Lebenswelt aneignen. Die Wissenschaftswoche in der 11. Klasse ist daher ein Schritt in die richtige Richtung. Doch eine einzige Woche in neun Schuljahren ist dafür viel zu wenig.
Die hohe Anzahl verschiedener Fächer in der Unter-, vor allem aber in der Mittelstufe, muss reduziert werden. Entscheidend ist nicht Fächervielfalt, sondern eine Vielfalt an Themen sowie die Vermittlung zukunftsorientierter Kompetenzen, die Schüler:innen befähigen, sich selbstständig und vertieft mit den Inhalten zu beschäftigen. Der Unterricht muss daher nicht nur in Einzelfächern (z. B. Fremdsprachen, Mathematik), sondern insbesondere auch in Domänen (z. B. Natur- oder Gesellschaftswissenschaften) organisiert werden. In diesen Domänen soll überwiegend projektorientiert an unterschiedlichen Themen gearbeitet werden. Dabei werden Kompetenzen und Fähigkeiten der einzelnen Fächer vermittelt, eingeübt und angewandt. In diese Projektfächer fließen auch Inhalte der Sachfächer ein, die in der jeweiligen Jahrgangsstufe nicht unterrichtet werden. Dies hätte auch den Vorteil, dass Fächer wie Geographie nicht mehr in einem Schuljahr komplett wegfallen, sondern dass deren Inhalte und Sichtweisen in jedem Schuljahr eine Rolle spielen.
Lehrkräfte müssen mehr Zeit für ihre Schüler:innen und Schulentwicklung haben.
Lernen ist Beziehungsarbeit. Die Zeit, die Lehrkräfte mit ihren Klassen verbringen, muss daher erhöht werden. Alle Lehrkräfte sollen deswegen möglichst in allen von ihnen studierten Fächern in der gleichen Klasse eingesetzt werden. Darüber hinaus benötigen immer mehr Schüler:innen eine intensivere Betreuung durch ihre Lehrkräfte. Dazu zählen nicht nur Schüler:innen mit sonderpädagogischem Förderbedarf oder mit Migrationshintergrund, sondern auch Schüler:innen mit psychischen Schwierigkeiten oder mit belastenden Familiensituationen, oder sogar die gesamte Schülerschaft. Schließlich verbringen Schüler:innen aufgrund veränderter Gesellschaftsstrukturen mit zwei berufstätigen Elternteilen immer mehr Zeit in Bildungs- und Betreuungseinrichtungen als mit der eigenen Familie. Somit wird für immer mehr Schüler:innen auch das Gymnasium ein wichtiger Lebensraum, der Sicherheit und Geborgenheit gibt.
Die Lehrplaninhalte müssen deshalb so reduziert werden, dass im Unterricht auch genügend Zeit für pädagogische Arbeit bleibt. Schließlich muss das Gymnasium neben seinem Bildungsauftrag auch seinen Erziehungsauftrag erfüllen können.
Multiprofessionelle Teams müssen etabliert werden, um Lehrkräfte zu unterstützen und zu entlasten. Sie dürfen aber nicht dazu führen, dass Lehrkräfte nur noch für die Inhaltsvermittlung zuständig sind. Denn die Gymnasiallehrkräfte wollen ihre Schüler:innen nicht nur in ihren Fächern unterrichten, sondern sie auch in ihrer Persönlichkeitsentwicklung und auf ihrem Weg vom Kind zum Erwachsenen begleiten, unterstützen und zur Seite stehen.
Zudem gilt es, das pädagogische Fachpersonal von bildungs- und pädagogikfremden Aufgaben zu entlasten. Dies betrifft insbesondere den kontinuierlich zunehmenden Verwaltungsaufwand der digitalen Infrastruktur. Die ursprünglich als vorwiegend pädagogisch angedachte Verantwortlichkeit der Systemadministration ist durch den stetigen Zuwachs an technischer und digitaler Infrastruktur zu einem großen verwaltungstechnischen Akt verkommen. Zudem bindet der darüber hinaus bestehende massive Zeitbedarf bei defekten bzw. falsch eingestellten Geräten wertvolle Ressourcen des pädagogischen Fachpersonals. Ressourcen, die weder der Qualitätssicherung von Bildung, noch den Schüler:innen, noch der Schulentwicklung zukommen können. Entsprechend sollte es an jeder Schule eine:n hauptberufliche:n Systembetreuer:in geben, der / die entsprechendes KnowHow aufweist und die reibungslose Funktionalität der digitalen Infrastruktur sicherstellen kann.
Das Durchfallen in der jetzigen Form muss beendet werden
Ziffernnoten an sich sind nicht problematisch. Problematisch ist der Umgang mit ihnen. Endlose Diskussionen in Lehrerzimmern und Klassenkonferenzen, ob bei der Bildung der Gesamtnote nun nach der ersten oder zweiten Nachkommastelle abgeschnitten wird, ob man mit „Komma 6“ noch die bessere Note geben oder ob ein Schüler wegen „4,51 gleich 5“ durchfallen darf, zeigen, dass Noten eben nicht als individuelles Feedback für die Schüler:innen genutzt werden, sondern vor allem der Legitimation der Zeugnisnote bzw. der Vorrückungsentscheidung dienen.
Nicht selten bereiten sich Schüler:innen auf die letzte Schulaufgabe gar nicht mehr vor, wenn sich ihre Zeugnisnote dadurch nicht mehr ändern würde. Damit wird der eigentliche Zweck von Lernzielkontrollen, nämlich den Schüler:innen eine verbindliche Rückmeldung über ihren aktuellen Leistungs- und Kenntnisstand zu geben, völlig pervertiert. Das Wiederholen einer Jahrgangsstufe wird von den Schüler:innen zurecht nicht als Chance gesehen, Lücken aufzuholen, sondern als Versagen oder Bestrafung. In vielen Fällen haben Wiederholungsschüler:innen auch in den Folgejahren schulische Probleme, was zeigt, dass das Wiederholen in der aktuellen Form nicht zielführend ist. Niemand kann außerdem vernünftig begründen, warum ein:e Schüler:in mit zwei Fünfern im Jahreszeugnis nicht nur diese beiden, sondern alle Fächer wiederholen muss.
Das Durchfallen in der bestehenden Form muss daher abgeschafft oder zumindest neu überdacht werden. In einem ersten Schritt sollte die Anzahl der versetzungsrelevanten Fächer reduziert werden. Mittelfristig sollte durch ein modulares System den Schüler:innen die Möglichkeit geboten werden, in Fächern, in denen sie Schwierigkeiten haben, mehr Zeit zu bekommen und damit mehr Gelegenheit zum Üben und zum Durchdringen des Stoffes, während sie gleichzeitig in anderen Fächern in der normalen Progression lernen können.
Das stärkere Abkoppeln der Lernzielkontrollen von der Vorrückungsentscheidung erleichtert es auch, moderne Prüfungsformate durchzuführen, vor allem auch Projektprüfungen in Gruppen.
Darüber hinaus muss die Vermischung von Lern- und Prüfungsphasen beendet werden. Schüler:innen müssen in Lernphasen Fehler machen können und auch unterschiedlich lange benötigen dürfen, um sich einen Inhalt anzueignen. Dies ist nicht möglich, wenn sie nicht wissen, ob sie sich in einer Prüfungssituation befinden oder nicht. Lern- und Prüfungssituationen und -phasen müssen daher stärker und verbindlich voneinander getrennt werden. Ob eine Lehrkraft dafür generell auf unangekündigte Leistungsnachweise verzichtet oder verbindlich mehrwöchige prüfungsfreie Zeiten festlegt, ist hierbei zweitrangig.
Frischer Wind für die Lehrkräfte am Gymnasium
Wir Lehrkräfte am Gymnasium leisten jeden Tag wertvolle Arbeit. Doch diese leisten wir nicht wegen, sondern trotz des Systems, in dem wir arbeiten müssen. Viel zu oft zwingen uns Stofffülle und hoher Prüfungsdruck, an der Oberfläche zu bleiben und zu belehren, anstatt nachhaltig zu lehren und zu unterrichten.
Wir wollen ein System, in dem wir auf hohem Niveau vertieft und verständnisintensiv unterrichten können.
Der BLLV fordert daher:
Ursprünglich als Instrument der Qualitätssicherung gedacht, artet sie vielerorts zu einem Kontrollinstrument aus, das sowohl bei den Fachschaftsleitungen als auch bei den Lehrkräften enorm viel Zeit bindet.
Für Kolleginnen und Kollegen in den ersten Berufsjahren direkt nach dem Referendariat oder nach im Jahr nach einer Versetzung kann sie sinnvoll sein, weil sie Orientierung gibt. Aber für erfahrene Lehrkräfte ist sie oftmals einfach unnötig.
Fachschaftsleitungen tragen ohnehin eine enorme Last: Betreuung von Referendarinnen und Referendaren, Organisation von Fahrten, Ausstellungen und Projekten, Erstellung von Abituraufgaben, Durchführung von Aktionstagen, Weiterentwicklung der Fachschaften. Dafür gibt es in der Regel maximal eine einzige Anrechnungsstunde. Wenn dann noch die Respizienz als Pflichtkontrollinstrument obendrauf kommt, ist das schlicht nicht leistbar.
Wir können auf die hervorragende Arbeit der Lehrkräfte vertrauen und statt der Respizienz auf Kooperation setzen: kollegiale Hospitationen, gemeinsame Unterrichtsentwicklung, Teamstrukturen. Das stärkt die Qualität viel nachhaltiger und entlastet Fachschaftsleitungen und Kolleg:innen von unnötiger Bürokratie.
Die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen an den Gymnasien wird von Jahr zu Jahr schwieriger und belastender. Wir Lehrkräfte unterstützen und helfen gerne unsere Schülerinnen und Schüler auf ihrem Weg zum erwachsenen und mündigen Bürger.
Doch wir können nicht alle Probleme alleine lösen.
Daher müssen an allen Gymnasien Stellen für multiprofessionelle Teams ausgebracht und ausgeweitet werden. Jedes Gymnasium benötigt nicht nur mindestens eine:n Schulpsycholog:in, wir benötigen auch ausreichend Stellen für Jugensozialarbeit an den Gymnasien vor Ort.
An allen Schularten müssen die Stellen für Beförderungen ausgeweitet werden, damit so auch der Beförderungsstau am Gymnasium von A13 auf A14 - im November 2025 wurden erst die Kolleg:innen mit fiktivem Beförderungsdatum Oktober 2022 befördert! - abgebaut werden kann. Drei Jahre nach dem errechneten Termin befördert zu werden demotiviert die Kolleginnen und Kollegen und senkt die Attraktivität unseres Berufs!
Lehrkräfte sind professionell ausgebildete Expertinnen und Experten für ihre Unterrichtsfächer, für Didaktik, Methodik, Pädagogik und Psychologie.
Sie sind keine Fachkräfte für Systembetreuung und Datenschutz.
Viele Kolleginnen und Kollegen haben sich mühsam und dankenswerterweise in diese Themengebiete eingearbeitet. Aber das ist nicht die Aufgabe von uns Lehrkräften.
Wir fordern daher externe Fachkräfte, die die technische Systembetreuung und den Datenschutz an Schulen übernehmen.
Das Referendariat am Gymnasium hat durchaus Stärken. Der schrittweise Einstieg in den Unterricht, begleitet durch Hospitation und angeleitete Lehrversuche, bietet grundsätzlich eine gute Grundlage.
Doch gleichzeitig sorgen u.a. die starke Abhängigkeit von einzelnen Seminarlehrkräften, starre Prüfungsmodalitäten und zu wenig Transparenz in der Notengebung dafür, dass viele Referendar:innen den Vorbereitungsdienst als sehr belastend und wenig zielführend empfinden. Das Innovationspotential, das junge Lehrkräfte an die Gymnasien bringen könnten, kann sich nicht entfalten, weil sich viele Referendar:innen zu einer Anpassung an den Stil ihrer Seminarlehrkräfte gezwungen sehen.
Zu viele Referendarinnen und Referendare brechen ihren Vorbereitungsdienst ab und gehen damit dem Gymnasium verloren. Kritik am Referendariat wird schon lange geäußert, geändert haben sich nur Marginalien.
Ziel muss ein Referendariat sein, das nicht hemmt, sondern stärkt. Eines, das angehende Lehrkräfte ermutigt, ihre Persönlichkeit zu entwickeln und neue Wege im Unterricht zu gehen. Doch Veränderungen entstehen nicht von selbst. Sie brauchen eine starke Stimme!
Hier können Sie unser Konzept für eine Reform des Referendariats lesen.
So wählen Sie frischen Wind fürs Gymnasium:
Wahlberechtigt für die Hauptpersonalratswahl - Gruppe der Lehrkräfte am Gymnasium sind:
- alle verbeamteten Lehrkräfte am Gymnasium, auch Referendar:innen in allen Ausbildungsabschnitten
- alle angestellten Lehrkräfte am Gymnasium
Bei der Wahl zum Hauptpersonalrat - Gruppe der Lehrkräfte am Gymnasium haben Sie fünf Stimmen.
- Am besten ist es, Sie kreuzen zunächst “Vorschlagsliste 3: Bayerischer Lehrer- und Lehrerinnenverband - BLLV” an. So stellen Sie sicher, dass Sie keine Stimme verschenken.
Anschließend können Sie bis zu fünf Stimmen innerhalb der BLLV-Liste auf einzelne Kandidat:innen verteilen. Beachten Sie dabei:
Sie können einer Kandidatin/einem Kandidaten maximal drei Stimmen geben (häufeln).
Sie dürfen nur Kandidat:innen der gleichen Liste wählen. Ihre Wahl ist ungültig, wenn Sie Kandidat:innen aus verschiedenen Listen wählen.
Bleiben Sie daher innerhalb der BLLV-Liste.Achten Sie darauf, dass Sie insgesamt nur maximal fünf Stimmen vergeben dürfen. Haben Sie einer Kandidatin/einem Kandidaten schon drei Stimmen gegeben, haben Sie also nur noch zwei Stimmen übrig.