Die “Gottfried und Margaret Heller Stiftung” hat sich der Unterstützung der Jugend, der Bildung und der Forschung verschrieben und ist seit langem eine der wichtigsten und treuesten Spendenorganisationen für das denkbar Schulfrühstück. Da war es für den BLLV natürlich eine Freude, Herrn Olaf Snay von der Unicredit Bank als Vertreter der Stiftung einzuladen, um einmal selbst erleben zu können, was die Spendengelder der Stiftung bewirken.
Ein Besuch früh am Morgen
Es ist schon einiges los im Frühstücksraum an der Boschetsrieder Straße, als die kleine “Delegation” des BLLV um 07:20 Uhr morgens eintrifft. Im Haus untergebracht ist sowohl die Grundschule München Boschetsrieder Straße als auch das Sonderpädagogische Förderzentrum München-Süd und viele der Kinder und Jugendlichen sind um diese Uhrzeit schon zum Frühstücken vor Ort – und das aus ganz unterschiedlichen Gründen. Die einen holen sich ein zweites Frühstück. Andere erzählen, dass ihre Eltern früh los müssen zur Arbeit, also machen sie sich auch schon früh auf den Weg zur Schule, treffen Klassenkameraden und Freunde und unterhalten sich mit den Frühstückslots:innen vom denkbar Schulfrühstück. Die schmieren gerade fleißig Brote, geben Müsli und Obst aus und kümmern sich um warme und kalte Getränke – alles gesund und ausgewogen und vieles in Bioqualität. Und sie sind für die Kinder da – mit all ihren Sorgen, Wünschen und Fragen. Denn nicht wenige der Kinder und Jugendlichen sind an diesem, wie an vielen anderen Morgen auch, da, weil sich zu Hause niemand um sie kümmert und sie noch kein Frühstück hatten.
Engagement von Mensch zu Mensch
Zum Besuch kommen an diesem Tag gemeinsam mit Herrn Snay die BLLV-Präsidentin Simone Fleischmann und Sieglinde Stanzl, die Projektleiterin vom denkbar Schulfrühstück. Denn was die BLLV Kinderhilfe mit dem Frühstücksprojekt gemeinsam mit den Spendern und Unterstützern an mehr als 150 bayerischen Schulen leistet, muss man selbst erleben, um es wirklich nachvollziehen zu können.
Vor Ort beim Frühstück erzählen Früchstückslotsin Brigitta Lurz sowie die zweite Konrektorin des SFZ München Süd, Roya-Maria Ensen, ganz viel über ihre Erfahrungen mit den Kindern und dem Schulfrühstück und darüber, wie wichtig die Aktion für die Schule ist. Dabei merkt man schnell, dass Frau Lurz noch weit mehr ist als eine der für die denkbar so wichtigen Frühstückslotsinnen – hier ist sie der Anker und das Herz der ganzen Organisation. Als Fachlehrerin hat sie viele Jahre an der Schule gearbeitet und könnte eigentlich längst in Rente sein. Aber sie gibt immer noch einige Stunden Unterricht an der Schule und betreut seit langem auch noch zusätzlich das Schulfrühstück - wofür sie jeden Morgen um 04:30 Uhr aufsteht. Denn morgens muss sie zuallererst die Lebensmittel holen und zeitig mit den Vorbereitungen beginnen. Und es wird ihr gedankt, wie man vor Ort schnell merkt. Sie hat den Laden im Griff, die Kinder lieben Sie. Deswegen muss sie an dem Tag dem aufgeweckten Schüler Lukas auch versprechen, dass sie das Schulfrühstück noch so lange betreut, wie er hier zur Schule geht. Und das macht sie gerne, auch wegen der Kinder die das Schulfrühüpck hier im Haus ganz besonders brauchen. Denn wie Roya-Maria Ensen betont: “Viele der Kinder hier haben so gut wie nichts. Kein Frühstück zu Hause, keine Unterstützung für die Schule und keine Ansprechpartner für ihre Sorgen. Deswegen braucht das Schulfrühstück die Spender und Unterstützer und wir freuen uns sehr, wenn wir ihnen dann auch einmal live zeigen können, was ihre Gelder hier für die Kinder und Jugendlichen leisten.”
Viele Kinder haben nichts
BLLV-Präsidentin Simone Fleischmann kennt das Schulfrühstück natürlich schon sehr lange, ist aber immer wieder begeistert davon, es live zu erleben. Der Besuch macht aber auch sie nachdenklich: “Wenn im vergleichsweise reichen Bayern immer betont wird, wie viel Geld für die Bildung ausgegeben wird und wie exzellent wir hier aufgestellt sind, dann müssen wir uns auch mal fragen was genau das für die Kinder und Jugendlichen bedeutet. Und wir müssen uns fragen, wo das Geld ankommt, wofür es ausgegeben wird und wie es bei uns mit der Bildungsgerechtigkeit steht. Da kann jeder Bildungspolitiker gerne mal zu uns zum Schulfrühstück kommen und selbst sehen, wie viele Kinder es gibt, die viel mehr Unterstützung und Förderung bräuchten. Und zwar ganz umfassend, denn vielen Kindern fehlt es auch in Bayern an allem – an einem Frühstück und einer gesunden Ernährung genauso, wie an der individuellen Förderung oder Lernbegleitung und einer menschlichen und persönlichen Fürsorge. Hier vor Ort kann man genau sehen, wie alle zusammen eine Gemeinschaft bilden. Und die Kinder und Jugendlichen helfen mit. Frühstückslotsinnen, Lehrkräfte und Spender geben hier alles für die Schülerinnen und Schüler, aber viele Kinder an vielen Schulen bräuchten noch so viel mehr um gut ins Leben zu kommen. Das dürfen wir bei der ganzen Lobhudelei im bayerischen Bildungssystem nicht vergessen.”
Über das denkbar Schulfrühstück
Jedes fünfte Kind in Bayern startet seinen Schultag mit leerem Magen. Das bedeutet schnell nachlassende Konzentration, schlechteren Lernerfolg und damit schlechtere Bildungschancen. Aus diesem Grund verschärft sich schon vorhandenes Bildungsungleichgewicht zusätzlich durch ein fehlendes Frühstück. Mit dem Schulfrühstück trägt die BLLV-Kinderhilfe seit 2011 dazu bei, dass kein Kind hungrig den Schultag beginnen muss.
Die Kinder werden beim gemeinsamen Frühstück nicht nur satt, sie lernen auch, sich abwechslungsreich zu ernähren und finden in der Gruppe Geborgenheit und Ruhe vor dem Unterrichtsbeginn. Das Ergebnis ist eine Verbesserung der sozialen Kompetenzen. Die Kinder achten sich gegenseitig mehr, nehmen aufeinander Rücksicht und teilen beim Frühstück bereitwillig mit ihren Mitschülern.
>>Weitere Information über das denkbar Schulfrühstück und die Spendenmöglichkeiten finden Sie hier!