Wer Lebensweltbezug drüberschreibt, muss Lebensweltbezug dann auch durchhalten – in der Lern- sowie in der Leistungssituation!
Statement der BLLV-Präsidentin Simone Fleischmann zur Pressemitteilung des Bayerischen Kultusministeriums vom 18. Juni 2026: „Stark in die Zukunft mit moderner Prüfungskultur“.
Wir begrüßen sehr, dass die bayerische Staatsministerin für Kultus und Unterricht, Anna Stolz, für Bayern erkannt hat: Prüfungskultur muss sich weiterentwickeln!
Wir haben uns als BLLV engagiert. Wir waren dabei in den vielen Runden zum Thema Prüfungskultur und in den Werkstätten am Kultusministerium. Und heute hat die Kultusministerin das Ergebnis veröffentlicht! Ja, eine Weiterentwicklung der Prüfungskultur ist genau das, was wir brauchen.
Was brauchen die Schülerinnen und Schüler? Sie brauchen in der Schule, im Lernen und im Leisten, genau das, was die Welt da draußen braucht. Ich freue mich sehr, dass der Lebensweltbezug die Überschrift ist zu dem, was die Kultusministerin heute auch im Detail herausgegeben hat.
Erstens möchte ich sagen: Wer lernen verändert, muss Leistung verändern. Lernkultur und Leistungskultur müssen kongruent sein. Das muss doch zusammenpassen. Wenn ich zum Lernen das coole KI-Tool verwenden darf, in der Prüfung dann aber nicht – das passt doch nicht! Wir haben als BLLV gerade unseren offenen Brief zum Thema adressiert. Es geht ums Gymnasium, es geht ums Abitur und im Kern natürlich um alle anderen Prüfungen und Schulen auch! Da sind Jugendliche mit KI-Tools unterwegs. Wie verbannen wir diese KI-Mentalität und versteckte technische Gadgets aus dem Faltenrock und aus dem Ohr? Nur indem wir überlegen, ob nicht auch solche Tools zugelassen sein könnten.
Und dann sind wir bei der Geschichte, die die Kultusministerin heute herausgegeben hat. Dann muss sich die Leistungskultur ganz prinzipiell verändern – und zwar bitte gemeinsam mit den Lehrerinnen und Lehrern und nicht gegen uns. Natürlich wollen wir nicht alles über Bord werfen. Was weiter stehen bleibt, ist ja anscheinend auch, dass unbedingt die unangekündigten Exen bleiben müssen. Da hätten wir natürlich andere Vorstellungen.
Worum wir aber bitten, ist ein guter Prozess mit den Kolleginnen und Kollegen. Und bitte nicht alles festschreiben! Zum Beispiel muss man den Mittelschulen nicht genau sagen, wie die Lehrkräfte dort eins zu eins was bewerten sollen. Wir Lehrerinnen und Lehrer an allen Schularten sind die Profis fürs Lernen und für die Leistung. Schön, dass es eine Weiterentwicklung gibt. Herzlichen Dank an die Ministerin, die aus den Foren jetzt ganz Konkretes formuliert hat. Und wir setzen in der Praxis um.