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Eigenverantwortung Gebundener Ganztag

Neues Sportgesetz: „In einer digital geprägten Welt ist Bewegung verdammt wichtig!“

Das neue bayerische Sportgesetz will mit der „Bewegungshalbestunde“ für mehr Sport an Schulen sorgen. BLLV-Präsidentin Fleischmann begrüßt insbesondere den Ansatz, darüber hinaus auf Kooperation mit der Jugendhilfe und Sportvereinen zu setzen.

Der Landtag hat das von Innenminister Joachim Herrmann entworfene Bayerische Sportgesetz, das vom Ministerrat bereits am 29. Juli gebilligt wurde, nun beschlossen. Neben der von MP Söder verordneten und Kultusministerin Anna Stolz schon angekündigten „Bewegungshalbestunde“ sollen bewegungsorientierte Unterrichtsformen wie LeBe! (Lerne durch Bewegung) verstärkt werden. Gerade auch im Ganztag soll Sport eine größere Rolle an Nachmittagen spielen. 

Über das Ziel sind sich dabei alle einig, wie BLLV-Präsidentin Simone Fleischmann im Gespräch mit dem Bayerischen Rundfunk betont: "Für uns in der Gesellschaft ist es einfach verdammt wichtig, dass zwischen diesem ganzen digitalen Wahnsinn die Bewegung eine Rolle spielt."

Lernphasen abwechseln ist längst selbstverständlich

Deshalb sorgen gerade Grundschullehrkräfte im Schulalltag schon seit Langem für einen organischen Wechsel zwischen Phasen mentaler Konzentration und Bewegungsausgleich – denn anders wäre gutes Lernen schlicht schwer möglich. Das strikte Verordnen der „Bewegungshalbestunde“ wird daran also wenig ändern, wie Simone Fleischmann in den TV-Nachrichten des BR klarstellt: „Dazu brauchen wir kein Sportgesetz, da brauchen wir auch keine Bewegungshalbestunde. Wir wissen, dass die Kleinen in der zweiten Klasse mit sieben Jahren nicht ewig hocken können. Dann machst du etwas mit Musik, etwas mit Bewegung, du machst etwas, damit das Hirn wieder gut ins Denken kommt.“


Der BLLV plädiert immer dafür, Schulen und Lehrkräften möglichst viel Freiraum zu geben, um die Ausgestaltung des Unterrichts individuell gemäß ihrer pädagogischen Einschätzung an die Bedürfnisse der jeweiligen Lerngruppen anzupassen – denn genau dafür sind sie professionell ausgebildet und benötigen daher keine von oben verordneten Zeitpakete.

Von Schützenverein bis Kegelbahn: Gemeinsam geht’s leichter

Absolut sinnvoll ist der Ansatz, die Zusammenarbeit von Schulen und Sportvereinen zu stärken. Das neue Sportgesetzt baut hier Hürden ab, damit Vereine systematisch AGs und Projekte an Schulen anbieten können. Auch die Zusammenarbeit mit der Jugendhilfe wird erweitert.

BLLV-Präsidentin Simone Fleischmann hat genau damit bereits in ihrer Zeit als Schulleiterin in Poing gute Erfahrungen gemacht: “Wir hatten am Ort total viele, die Bock hatten, mit uns zu kooperieren. Der Schützenverein genauso wie die Kegelbahn.” Die Angebote der Vereine an der Schule in AGs und im Ganztag haben dabei dazu geführt, dass sich die Schüler:innen dann auch außerhalb der Unterrichtszeiten für die Vereine interessiert haben, berichtet Simone Fleischmann: "Die Kinder sind dann noch zusätzlich zum Fechten gegangen, noch zusätzlich zu den Vereinen gegangen. Wir haben sehr synergetisch kooperiert."

Dieser Ansatz ist auch und besonders für den Ganztag wertvoll. Darauf legt auch das neue Sportgesetz einen besonderen Fokus. Allerdings erzeugt dieser Weg zusätzlichen organisatorischen Aufwand - und das in äußerst knapper Ressourcenlage, wie die BLLV-Präsidentin warnt: "Wenn man die Kooperation zwischen Vereinen und Schule neu denken will, dann ist das schon ein struktureller Wandel. Ich finde das cool und habe es selber gemacht – es darf aber nicht zu Mehrbelastung bei unseren Schulleiterinnen und Schulleitern führen!“

» TV-Nachrichten des BR: „Neues Gesetz: Mehr Sport in der Schule“ (Thema ab 21:13, BLLV-Präsidentin Fleischmann ab 22:23)

» zum Bericht bei BR24: „Bayerisches Sportgesetz: Schulen und Vereine sollen kooperieren“

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