Klage Arbeitszeitkonto 11.05.2022 Startseite Arbeitsbelastung Arbeitszeitkonto

Wir warten!

Die Klage des BLLV aus dem Jahr 2020 gegen das Arbeitszeitkonto geht weiter: Mit Hilfe des BLLV wehrt sich eine Grundschullehrerin gegen das verpflichtende Arbeitszeitkonto. Denn die Belastungsgrenze ist deutlich überschritten.

Zum Schuljahr 2022/2023 geht die dritte Gruppe der Grundschullehrkräfte mit dem Arbeitszeitkonto an den Start. Im Moment würden wir alle sagen: „Selbstverständlich, wenn man den Lehrermangel bekämpfen und die Flüchtlingsbeschulung sicherstellen möchte.“ Trotzdem läuft aber die Klage des BLLV aus dem Jahr 2020 gegen das Arbeitszeitkonto weiter (Hintergrund: Wie es zu der Klage kam).

Ungerecht: Grundschullehrkräfte haben sowieso schon die höchste Unterrichtsverpflichtung zu schultern

Grundsätzlich hat sich die Sachlage wesentlich verändert und wir brauchen alle Lehrkräfte noch dringender um die Herausforderungen zu meistern. Der BLLV bleibt aber bei seiner Aussage, dass das Arbeitszeitkonto nur für Grundschullehrkräfte zu früh eingeführt wurde, die Laufzeit viel zu lange ist und die Belastungen der Grundschullehrkräfte mit der eh schon höchsten Unterrichtsverpflichtung nicht berücksichtigt wurde.

Außerdem fehlt uns jedes Verständnis, wenn Grundschullehrkräfte ein Arbeitszeitkonto machen, um den Lehrermangel in Mittel- und Förderschule bzw. in Zukunft aller Schularten zu beheben. Die Klage läuft weiter. Stellungnahmen von BLLV und KM wurden eingeholt. Ein Gerichtstermin steht noch nicht fest. „Bis das alles durch ist, ist die Ansparphase des Arbeitszeitkontos vorbei“, meint Gerd Nitschke, 1. Vizepräsident des BLLV.

Große Herausforderung: Flüchtlingsbeschulung

Wie geht es weiter? Die neue große Herausforderung der Flüchtlingsbeschulung steht an. Im Grund-, Mittel- und Förderschulbereich werden neue Maßnahmen zur Lehrkräftegewinnung, besser Personalgewinnung, überlegt. Die dienstrechtlichen Maßnahmen sind ausgeschöpft, die Belastungen sind weit überschritten und nun muss es wohl an weitere Streichungs- und Personalgewinnungsprogramme gehen.

"Wir können nicht mehr! Es wurde viel versprochen, doch Aussicht auf Entlastung besteht nicht!", so Nitschke

Für die Realschulen und Gymnasien werden die ersten dienstrechtlichen Maßnahmen umgesetzt und Arbeitszeitkontomodelle berechnet. Klar ist, dass wir alle zusammenrücken müssen, um diese Herausforderung zu meistern. Beim Personal kann man aber nicht mehr ansetzen. Lehrermangel, Corona und der normale Schulalltag haben ihre Spuren hinterlassen. „Wir können nicht mehr!“ so Nitschke. „Es wurde viel versprochen, doch Aussicht auf Entlastung besteht nicht!“

// Gerd Nitschke, 1. Vizepräsident des BLLV

Von: Gerd Nitschke (1. Vizepräsident des BLLV)