Heute wundere ich mich schon sehr darüber, dass ich mich vor bald drei Jahrzehnten kein bisschen gewundert habe. Dabei war das Phänomen offensichtlich: Insbesondere an den Grundschulen im Schulamtsbezirk arbeiteten fast nur Frauen. In den meisten Häusern gab es genau drei Männer: den Rektor, den Konrektor – und den Hausmeister. Irgendwie schien es mir eine Selbstverständlichkeit, dass die Leitung fest in der Hand von Männern war – auch wenn dieser Zugriff nicht immer als ein Resultat von Führungsstärke erschien. Wenn trotzdem notorisch Männer die Führungsrolle einnahmen, dann vor allem deswegen, weil die Frauen ja schon vielfach beschäftigt waren – mit dem Kümmern um die eigenen Kinder oder pflegebedürftige Angehörige.
Hausmeister wurden längst sprachlich promoviert zu „Facility Managern“, nach wie vor erledigen diesen Job so gut wie immer Männer. Dafür haben wir inzwischen eine Kultusministerin, eine Verbandspräsidentin, eine Bahnchefin und viele Frauen in verantwortungsvollen Aufgaben mehr. Was sich in den Führungsetagen geändert hat (oder nicht), diskutieren vier Frauen aus Wirtschaft, Wissenschaft und Verband, die es wissen müssen (S. 36). Die wissenschaftliche Mitarbeiterin des BLLV erklärt anhand von nüchternen Zahlen, wie viel Luft nach oben in Schule und Verband tatsächlich noch ist (S. 42). Und warum Führungspositionen gerne dann mit Frauen besetzt werden, wenn der Karren aus dem Dreck gezogen werden muss, erläutert die Professorin für allgemeine Soziologie, Birgitt Riegraf, in ihrem Gastbeitrag (S. 28).
Ihnen allen – egal welchen Geschlechts – wünsche ich von Herzen eine erholsame und abwechslungsreiche Sommerzeit. Und immer eine kleine Kühlung zur Hand.
Editorial bayerische schule #4 26
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Mannomann!
Eine Präsidentin hat der BLLV schon längst, dennoch ist im Verband noch Luft nach oben für Frauen in Führung - erst Recht an Schulen und in der Gesellschaft insgesamt, meint Chefredakteur Steve Bauer. Die neue bayerische schule zeigt Chancen und Wege auf.