Lehrermangel_Alarm_169.png
Was der Sparkurs für Bildung bedeutet Startseite Topmeldung
Bildungsqualität Bildungsgerechtigkeit Mittelschule

Stellenmoratorium: Ab Herbst werden Angebote gestrichen, besonders an Mittelschulen

Die Schülerzahlen steigen, doch neue Stellen sind nächstes Schuljahr auch an Schulen nicht erlaubt. BLLV-Präsidentin Fleischmann kritisiert, dass dadurch wichtige Bildungsangebote wegfallen – vor allem dort, wo besonders hoher Bedarf herrscht: an Mittelschulen!

Das Kultusministerium selbst rechnet den Zuwachs an Schüler:innen vor: Rund 600.000 mehr als im abgelaufenen Schuljahr werden es bis 2030 demnach sein.

Doch auch schon im kommenden Schuljahr werden allein an den Mittelschulen fast 5.000 mehr Kinder und Jugendliche erwartet. Doch das von der Regierung ausgerufene Stellenmoratorium verhindert auch hier Neueinstellungen. Der BLLV hat klargestellt, dass damit ab September etwa 500 Vollzeit-Lehrkräfte fehlen werden.

Klassen zusammenlegen, Kinder nach Hause schicken

Die Folgen schildert Präsidentin Simone Fleischmann im Gespräch mit der Augsburger Allgemeinen: „Es wird dazu führen, dass wir gerade an den Mittelschulen ab Herbst Angebote streichen müssen.“ Konkret heißt das: „Es gibt keine zusätzliche Förderung mehr, Klassen werden zusammengelegt und die Kinder müssen früher nach Hause gehen“, so Fleischmann gegenüber dem EPD dazu.

Umso wichtiger wäre es gewesen, dass das Kultusministerium die Vorschläge der Expertenkommission von 2025 zur Lehrkräftebildung, an denen auch der BLLV mitgearbeitet hat, endlich wie versprochen in ein Gesamtkonzept überführt hätte. Denn um das Personalproblem an Schulen nachhaltig lösen zu kennen, muss das Studium endlich attraktiver und praxisnäher werden. Doch hier lässt Ministerin Stolz über eine Sprecherin ausrichten, dass dies erst im Spätsommer oder Frühherbst geschehen werde.

„Fatales Signal“

Immerhin hat die Bildungsministerkonferenz unter dem turnusmäßigen Vorsitz der bayerischen Vertreterin Stolz sich in der populistischen Debatte um das Berufsbeamtentum von Lehrkräften klar für den Erhalt ausgesprochen, würdigt Simone Fleischmann das abgelaufene Schuljahr. Auch die leistungsgemäße Anhebung der Entlohnung von Verwaltungsangestellten sei zu loben, weil Schulen Schwierigkeiten hatten, Stellen überhaupt nachbesetzen zu können, berichtet die BLLV-Präsidentin der Augsburger Allgemeinen.

Dennoch schätzt Fleischmann vor allem das Durchsetzen des Stellenmoratoriums auch an Schulen als hochproblematisch ein: „Es ist völlig unverständlich, warum gerade jetzt der Bildungsbereich angegriffen wird, wo wir allein durch den G9-Ausbau an den Gymnasien massiv wachsende Schülerzahlen haben, für die wir mehr Personal bräuchten. Wenn die Politik im Bildungsbereich spart - es ist die Rede von 600 Millionen Euro -, dann ist das ein fatales Signal!“

» zum Bericht der Augsburger Allgemeinen: „Warum Bayern in den nächsten Jahren immer mehr Schüler bekommt“