Lehrermangel
Gesamtkonzept Unterrichtsversorgung Schuljahr 2026/27 Startseite Topmeldung
Arbeitsbelastung Arbeitsbedingungen Arbeitsschutz Teilzeit Systemdebatte

Wir brauchen nicht weniger Personal, sondern mehr!

Im kommenden Schuljahr treffen steigende Schülerzahlen auf das von der Bayerischen Staatsregierung verhängte Stellenmoratorium. Fast alle Schularten sind betroffen. BLLV-Präsidentin Fleischmann warnt vor der zunehmenden Überlastung von Lehrkräften.

Infolge von Zuwanderung und dem demografischen Wandel ist für das Schuljahr 2026/27 eine steigende Anzahl an Schüler:innen prognostiziert – und damit auch ein steigender Bedarf an Lehrkräften. Das Stellenmoratorium für das Haushaltsjahr 2026 verhindert allerdings zusätzliche Planstellen für Lehrkräfte.

Wie sollen mehr Schülerinnen und Schüler von immer weniger Lehrpersonal unterrichtet werden? Das „Gesamtkonzept zur Personal- und Unterrichtsversorgung im Schuljahr 2026/27“ lässt Fragen offen. 

(Fast) Überall fehlen Lehrkräfte

Im Februar hat das Kultusministerium das Gesamtkonzept zur Unterrichtsversorgung veröffentlicht. Es zeigt eine Unterdeckung des Bedarfs für fast alle Schularten. An Gymnasien fehlen die meisten Lehrerinnen und Lehrer mit 740 Vollzeitkräften (VZK), gefolgt von der Mittelschule mit 210 VZK, Förderschulen mit 80 und beruflichen Schulen mit 50 fehlenden VZK. An Grund- und Realschulen sollen laut Kultusministerium genügend Lehrkräfte vorhanden sein. 

Die Situation an bayerischen Realschulen ist allerdings regional sehr unterschiedlich. Bis 2030 könnte es auch an dieser Schulart einen Mangel von rund 410 Lehrkräften geben, schreibt die Passauer Neue Presse im Bericht vom 28.03.2026 (kostenpflichtig).

Folge ist überlastetes Personal

BLLV-Präsidentin Simone Fleischmann befürchtet eine zunehmende Belastung des bestehenden Personals: „Die Zitrone ist schon ausgequetscht“, erklärt sie. Statt diejenigen zu schützen, die noch da sind, setzt ein Stellenmoratorium Lehrerinnen und Lehrer immer weiter unter Druck, „dadurch gehen sie kaputt“.

Auch zum prognostizierten gedeckten Bedarf an Grundschulen äußert sich Simone Fleischmann gegenüber der Passauer Neuen Presse kritisch. Dieser komme nur zustande, „indem man verschweigt, dass es in den letzten Jahren große Kürzungen des Angebots, sowohl im Pflichtbereich, aber vor allem auch im Bereich der freiwilligen Angebote, gab“.

BLLV fordert attraktive Rahmenbedingungen statt Stellenmoratorien

Die BLLV-Präsidentin fordert, „dass man endlich aufhört, den Mangel schön zu rechnen, indem man das Angebot kürzt, Klassen und Gruppen größer macht und das vorhandene Personal immer weiter be- und überlastet“. Stattdessen ist der Ruf laut nach einem Konzept, das die Lehrkräfte schützt und den Beruf attraktiver macht.

Auch andere Maßnahmen der Staatsregierung, wie die Einschränkungen der familienpolitischen Teilzeit und die zeitversetzte Übertragung der Tarifergebnisse auf Beamtinnen und Beamte tragen nicht zu besseren Arbeitsbedingungen bei – ganz im Gegenteil.