Schulpflicht2.jpg
Pressemitteilung des VBE Sachsen-Anhalt mit Kommentar von BLLV-Präsidentin Simone Fleischmann Startseite Topmeldung
Bildungsgerechtigkeit Wertebildung Toleranz Respekt

VBE Sachsen-Anhalt hält an Schulpflicht als Grundpfeiler des Bildungswesens fest

Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) Sachsen-Anhalt spricht sich gegen Ansätze aus, die den verbindlichen Schulbesuch abschwächen oder durch andere Modelle ersetzen. BLLV-Präsidentin Simone Fleischmann erklärt, warum die Schulpflicht wichtig ist.

Pressemitteilung des VBE Sachsen-Anhalt vom 30. August 2026:

VBE Sachsen-Anhalt hält an Schulpflicht als Grundpfeiler des Bildungswesens fest

In der laufenden Diskussion über die Schulpflicht macht der Verband Bildung und Erziehung (VBE) Sachsen‑Anhalt deutlich, dass er die Haltung des VBE‑Bundesverbandes unterstützt. Schule ist aus Sicht des VBE Sachsen-Anhalt weit mehr als ein Ort der Wissensvermittlung: Sie bietet Kindern und Jugendlichen einen gemeinsamen Raum, in dem demokratisches Miteinander, Verantwortung füreinander und das Zusammenleben in Vielfalt praktisch erfahrbar werden. Die im Recht verankerte Pflicht zum Schulbesuch trägt zugleich dazu bei, dass öffentliche Bildungsangebote verlässlich allen Kindern offenstehen und der Staat seiner Verantwortung für das Schulwesen gemäß Artikel 7 des Grundgesetzes nachkommt.

Der VBE Sachsen‑Anhalt sieht in der Schulpflicht eine unverzichtbare Voraussetzung für faire Bildungschancen und soziale Teilhabe. Sie sorgt dafür, dass Kinder unabhängig von familiären, sozialen oder wirtschaftlichen Voraussetzungen ein Bildungsangebot erhalten, das öffentlich verantwortet, pädagogisch begleitet und qualitativ abgesichert ist.

Torsten Wahl, VBE‑Landesvorsitzender, erklärt: „Schulpflicht bedeutet nicht Verwaltung um ihrer selbst willen. Sie ist Ausdruck eines gemeinsamen gesellschaftlichen Anspruchs: Jedes Kind soll gemeinsam mit anderen lernen, unterschiedliche Perspektiven kennenlernen und Schule als Teil einer demokratischen Gemeinschaft erleben. Wird die Schulpflicht relativiert, gerät ein zentrales Element unseres öffentlichen Bildungswesens ins Wanken – mit Folgen für Chancengleichheit und Zusammenhalt.“

Aus diesem Grund spricht sich der VBE Sachsen‑Anhalt gegen Ansätze aus, die den verbindlichen Schulbesuch abschwächen oder durch andere Modelle ersetzen wollen. Konzepte wie eine bloße „Bildungspflicht“ oder eine freie Wahl zwischen Schule und häuslichem Unterricht würden nach Auffassung des Verbandes die gemeinsame Basis des öffentlichen Schulwesens verändern und die staatliche Verantwortung für ein verlässliches Bildungssystem schwächen.

Der VBE Sachsen‑Anhalt appelliert daher an Politik und Gesellschaft, die Schulpflicht nicht infrage zu stellen, sondern sie als wichtigen Bestandteil demokratischer Bildung zu sichern und weiterzuentwickeln.

>> Zur Original-Pressemitteilung des VBE-Sachen-Anhalt

Kommentar von BLLV-Präsidentin Simone Fleischmann:

"Gerade in Zeiten von zunehmender gesellschaftlicher Polarisierung werden Demokratiebildung und Wertevermittlung immer wichtiger. Beides muss gemeinsam erlebt und geübt werden, beispielsweise bei Diskussionen, bei gemeinsamen Entscheidungen oder im täglichen Umgang miteinander.

Schule ist der Ort, an dem unsere Gesellschaft zusammenkommt. Kinder und Jugendliche lernen hier nicht nur miteinander, sondern auch voneinander. Hier treffen unterschiedliche Perspektiven und Lebenswelten aufeinander. Und dann haben Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit zu erfahren: Meine Stimme ist wichtig, aber auch die Stimme der anderen zählt. Ich darf eine eigene Meinung entwickeln und für meine Werte einstehen. Gleichzeitig lerne ich Widerspruch auszuhalten und andere Standpunkte zu respektieren.

Darüber hinaus ist die Schulpflicht auch eine Frage der Bildungsgerechtigkeit. Jedes Kind hat das Recht auf Bildung und Teilhabe. Dies in einem kontrollierten Umfeld zu gewährleisten, ist eine der wichtigsten Aufgaben des Staates.

Für den BLLV steht fest: Toleranz, Menschenwürde, Respekt und demokratisches Miteinander sind keine beliebigen Meinungen. Sie sind die Grundlage unserer Gesellschaft. Schule kann diese Werte vermitteln und vorleben. Und jedes Kind hat das Recht darauf, Teil dieser Gemeinschaft zu sein."