Große Freude herrschte am Samstag vor Weihnachten im Kinderhaus in Ayacucho. Fast 300 Kinder waren gekommen, viele mit ihren Müttern, um gemeinsam eine Chocolatada zu feiern. So heißt das Fest, an dem für alle heiße Schokolade ausgeschenkt wird. Dazu gab es leckeres Gebäck aus der Bäckerei des Kinderhauses. Nachdem alle satt und zufrieden waren, traten zwei Clowns auf. Mit Zauberstücken, Gesang und Spielen verzauberten sie die jungen Zuschauerinnen und Zuschauer. Große Ausgelassenheit erfüllte den Platz vor dem Kinderhaus. So viele lachende und glückliche Kindergesichter!
Weihnachtsfeier im BLLV-Kinderhaus
Strahlende Kinderaugen bei der Chocolatada im BLLV-Kinderhaus in Peru: Die Weihnachtsfeier mit Spielen und Geschenken sorgte für Spaß und Ausgelassenheit. Auch die Abschlussfeier für Absolvent:innen der Berufsschule war für viele vor Ort ein bewegender Moment.
Mit traditioneller Verpflegung und Überraschungsgeschenken
Nach all dem Spielen gab es dann noch ein richtiges Mittagessen: Reis mit Gemüse, mariniertem Hähnchen, Kartoffeln mit Huancaína-Sauce und Chicha, dem süßen, dunkelvioletten Nationalgetränk der Peruaner aus Mais, Früchten und Gewürzen. Den ganzen Freitag bis spät in die Nacht hatte das Organisations- und Kochteam alles vorbereitet. Für 350 Kinder und Erwachsene zu kochen und auch noch Chicha und Kakao zuzubereiten, das ist kein Kinderspiel, noch dazu als der Gashahn des Herdes, auf dem gekocht wurde, plötzlich streikte. Aber: Ende gut, alles gut. Als dann die Kinder und Jugendlichen noch ein Überraschungspaket mit Schulsachen und mit Lebensmitteln erhielten, waren der Freude und Dankbarkeit keine Grenzen gesetzt.
Abschlussfeier der Berufsschule
Wenige Tage vorher fand im Kinderhaus eine ehrwürdige Abschlussfeier für die Absolventinnen und Absolventen der Berufsschule statt, die zu diesem Anlass ihr Diplom erhielten. In drei Ausbildungsgängen lernten die einen Backen, andere Nähen und wieder andere verschiedene Computeranwendungen. Feierlich waren alle 31 Schülerinnen und Schüler in schwarzen Talaren und Hüten erschienen. Für alle ein bewegender Moment als die Leiterin der Schule den Jugendlichen einzeln ihre Urkunde aushändigte.
Für viele war das Jahr nicht leicht, mussten sie doch oft nebenbei arbeiten oder noch Kurse an der Sekundarschule oder der Uni besuchen. Manche Träne der Rührung floss bei den Mädchen als sie endlich freudestrahlend ihr Diplom in den Händen hielten. Viele von ihnen erhielten ein Stipendium, da sie über keinerlei finanzielle Mittel verfügen. Das ist das Besondere an der Berufsschule: Zwar kann sie jeder besuchen und sie ist staatlich anerkannt, aber im Gegensatz zu anderen staatlichen und privaten Berufsschulen können hier auch Jugendliche lernen, die kein Schulgeld zahlen können.
Berührende Urkundenverleihung
Die Vorsitzende der Trägerorganisation Wawa Kuna Mantaq, Mariela Molinari, schrieb uns: „Jedes Mal, wenn eine Urkunde ausgehändigt und ein paar Worte zu der oft schwierigen Biografie der Auszubildenden gesagt wurden, wurde mir bewusst, wie schwer das Leben für gefährdete Teenager und junge Erwachsene in Ayacucho ist. Ich beobachtete unsere Sozialpädagogin Ludmi, die die Urkunden aushändigte, aufmerksam und sah, wie sehr sie von jedem Einzelnen berührt war – denn deren Erfolg war auch ihr Erfolg. Sie musste ein Jahr lang intensiv begleiten und unterstützen und unermüdlich daran arbeiten, dieser Gruppe von Schülern zu helfen, Durchhaltevermögen und Selbstvertrauen zu entwickeln, wie Tonio, einer der Schüler, es ausdrückte, damit sie trotz aller Widrigkeiten ihren Abschluss machen konnten.“