Der Deutsche Schulpreis
Der Deutsche Schulpreis
Der Deutsche Schulpreis 2026
Bildungsqualität Bildungsgerechtigkeit Kompetenzorientierung Schulentwicklung Schülerzentriert Teamfähigkeit Wertebildung

15 Schulen auf der "Shortlist" - darunter vier aus Bayern

Mit dem Deutschen Schulpreis zeichnen die Robert Bosch Stiftung und die Heidehof Stiftung seit 2006 besonders gute Schulen und ihre innovativen Konzepte aus. Jetzt sind die 15 nominierten Schulen bekannt, aus denen am 29.09.2026 die Gewinner gekürt werden.

15 Schulen sind im Finale des Deutschen Schulpreises 2026. Die Prämierung der Gewinner findet im Rahmen eines großen Festaktes am 29. September 2026 von 09:30 bis 11 Uhr in Berlin statt. Der Preisverleihung geht ein mehrstufiges Auswahlverfahren durch die Jury voraus, der auch BLLV-Präsidentin Simone Fleischmann angehört. 

Unter dem Motto „Für mehr gute Schulen!“ haben die Robert Bosch Stiftung und die Heidehof Stiftung den Deutschen Schulpreis ins Leben gerufen. Das Ziel: die Schulentwicklung und die Qualität des Unterrichts an deutschen Schulen verbessern. Kooperationspartner sind die ARD und die ZEIT Verlagsgruppe. Aus dem Wettbewerb ist mittlerweile ein bundesweites Netzwerk von exzellenten Schulen, Schulpraktiker:innen und Bildungswissenschaftler:innen entstanden, die gemeinsam das Ziel verfolgen, die Schulentwicklung in Deutschland voranzutreiben. Für den Deutschen Schulpreis 2026 sind jetzt 15 Schulen nominiert, darunter vier aus Bayern.

Wettbewerb für qualitativ gute Bildung

Der Deutsche Schulpreis zeichnet Schulen aus, die mit Mut, Haltung und Ideen Schule und Unterricht gestalten. Schulen, die sich weiterentwickeln und Kindern und Jugendlichen gleiche Chancen ermöglichen. Dabei orientieren sich die Stiftungen an einem umfassenden Verständnis von Bildung und Lernen, das in den sechs Qualitätsbereichen des Deutschen Schulpreises beschrieben ist. Teilnehmen können jedes Jahr alle allgemeinbildenden und beruflichen Schulen in Deutschland sowie Deutsche Auslandsschulen.

Von Erfahrungen profitieren und bewährte Lösungen übernehmen

Beim Deutschen Schulpreis geht es aber um mehr als nur um Auszeichnungen. Denn ob Sieger oder nicht, eine Teilnahme am Deutschen Schulpreis eröffnet die Möglichkeit zum Austausch mit Menschen, die bereits wertvolle Erfahrungen in komplexen Schulentwicklungsprozessen gesammelt und kreative Lösungen für Fragen gefunden haben, die sich dabei zwangsläufig stellen.

Diese Chance zum Netzwerken ist für viele Schulen, die sich beim Deutschen Schulpreis bewerben, der größte Gewinn. „Natürlich geht es beim Deutschen Schulpreis darum, exzellente Bildung und die vielen Wege und Bemühungen dafür sichtbar zu machen. Es geht aber auch ganz stark darum, ein Netzwerk zu bilden und die Schulen damit in ihrer Entwicklung zu begleiten und zu unterstützen. Der Idee und dem Angebot für die Schulen liegt der Gedanke zugrunde, allen Kindern und Jugendlichen die gleichen Chancen durch qualitativ gute Bildung zu ermöglichen. Dieses Engagement für Bildungsgerechtigkeit und für Bildungsqualität durch Austausch, Input und gemeinsames Lernen ist das Besondere am Deutschen Schulpreis“, wie Simone Fleischmann als Jurorin des Deutschen Schulpreises betont.

Die Nominierten 2026

Eine Liste aller Nominierten kann >>HIER auf den Seiten des Deutschen Schulpreises angerufen werden. Der BLLV gratuliert allen nominierten Schulen. Die nominierten bayerischen Schulen werden hier ausführlicher vorgestellt:

Hans-Carossa-Grundschule Heining-Schalding, Passau

Die Hans-Carossa-Grundschule Heining-Schalding in Passau wird von rund 250 Kindern besucht, die vielfältige sprachliche, soziale und individuelle Voraussetzungen mitbringen. Viele Schülerinnen und Schüler haben einen Migrationshintergrund, einige benötigen sonderpädagogische Unterstützung. Basierend auf der Erfahrung, dass traditionelle Formen des Unterrichtens den zunehmend heterogenen Lernvoraussetzungen vieler Kinder nicht mehr gerecht wurden, hat die Schule ihre pädagogische Arbeit grundlegend weiterentwickelt. Heute richtet sie ihren Blick konsequent auf die Bedingungen gelingenden Lernens: Kinder sollen sich gesehen, sicher und zugehörig fühlen und in ihrer Entwicklung unterstützt werden. Eine klare Rhythmisierung und strukturierte Lernphasen geben Orientierung, zugleich arbeiten die Schülerinnen und Schüler zunehmend selbstständig an ihren Aufgaben. Ein zentrales Element ist dabei das Sichtbarmachen von Denkprozessen: In Formaten wie Mathematik- oder Schreibkonferenzen erklären die Kinder ihre Lösungswege und entwickeln gemeinsam Strategien weiter. Lehrkräfte geben kontinuierlich Rückmeldung und unterstützen die Entwicklung von Selbstreflexion und Selbsteinschätzung. Regelmäßige Gespräche und Zielvereinbarungen binden die Kinder in ihre Lernentwicklung ein und schaffen Transparenz auch für die Eltern.

Weitere Informationen und Bilder finden Sie auf den Seiten des Deutschen Schulportals.

Hans-Leipelt-Schule, Donauwörth, Berufliche Schule

Die Hans-Leipelt-Schule in Donauwörth vereint Fachoberschule und Berufsoberschule unter einem Dach und begleitet etwa 620 Schülerinnen und Schüler auf ihrem Weg zum Abitur. Besonders prägend ist die große Vielfalt der Lernenden, die nach einer Berufsausbildung mit unterschiedlichen Erfahrungen, Lebenssituationen und Zielen an die Schule kommen, um hier das Abitur oder Fachabitur zu absolvieren. Viele finanzieren ihren Lebensunterhalt selbst, einige kehren erst nach mehreren Jahren im Beruf in die Schule zurück, um doch noch das Abitur zu machen anschließend studieren zu können. Auf diese Ausgangslage reagiert die Schule mit dem Unterrichtskonzept „BOSVision“, das aus einer kritischen Auseinandersetzung mit einer externen Evaluation hervorgegangen ist. Kurze Instruktionsphasen strukturieren den Einstieg in neue Themen, anschließend arbeiten die Schülerinnen und Schüler mit Materialien auf verschiedenen Niveaustufen weiter. Lehrkräfte übernehmen die Rolle von Coachinnen und Coaches und begleiten die Lernprozesse durch regelmäßiges Feedback und Lernstandsgespräche. Ergänzt wird dies durch eine individuelle Lernbegleitung, die auch überfachliche Kompetenzen wie die Selbstorganisation gezielt in den Blick nimmt. Formate wie die „Komm-gut-an-Woche“ erleichtern den Übergang vom Berufsleben zurück in den Schulalltag, während alternative Leistungsnachweise und vielfältige Beteiligungsmöglichkeiten den Blick auf individuelle Stärken lenken.

Weitere Informationen und Bilder finden Sie auf den Seiten des Deutschen Schulportals.

Mittelschule Altdorf, Altdorf bei Nürnberg

An der Mittelschule Altdorf in der Region Nürnberg dreht sich alles um die „glorreichen 7“ (G7). Dahinter verbirgt sich ein Kompetenzraster, das sieben überfachliche Fähigkeiten enthält: Organisationskompetenz, Kommunikationskompetenz, Sozialkompetenz, Medienkompetenz, Lesekompetenz, Präsentationskompetenz und Reflexionskompetenz. Auf diesen fußt das gesamte pädagogische Handeln. Die Lehrkräfte haben genau definiert, welche Fähigkeiten dazugehören und an welchen Kriterien sie gemessen werden, und entsprechende Curricula erstellt. Jede Schülerin und jeder Schüler erhält den roten „G7-Ordner“. Immer wenn im Unterricht eine neue Kompetenz eingeführt wird, wird die entsprechende Karte in den Ordner eingeheftet und das Raster ergänzt. Und in jedem Klassenzimmer hängen die glorreichen 7 als großes Plakat aus, auf dem die jeweils erarbeiteten Kompetenzen markiert werden. Die Schülerinnen und Schüler lernen so systematisch, Verantwortung für ihre Lernorganisation zu übernehmen, Lernprozesse bewusst zu reflektieren und ihren Lernweg zunehmend selbstständig zu gestalten. Das multiprofessionelle Kollegium entwickelt die einzelnen Kompetenz-Curricula mit ihren Bausteinen wie etwa „Sex, drugs and social media“ oder „TextPro“ in sogenannten professionellen Lerngemeinschaften, die drei- bis viermal jährlich zusammenfinden.

Weitere Informationen und Bilder finden Sie auf den Seiten des Deutschen Schulportals.

Nymphenburger Schulen, München, Gymnasium und Realschule

Das Nymphenburger Gymnasium mit einem Realschulzweig ist eine Schule in freier Trägerschaft. Die Eltern zahlen Schulgeld. Insgesamt 860 Schülerinnen und Schüler besuchen die gebundene Ganztagsschule. Durch das bilinguale Angebot und das International Baccalaureate Diploma Programme (IBDP), das weltweit als Hochschulzugang anerkannt ist, gibt es auch viele zwei- oder mehrsprachige Kinder in den Klassen. Die Schule verfolgt das Ziel, wegzukommen vom passiven Lernen, das vor allem auf Prüfungen fokussiert ist, hin zu einem nachhaltigen, vertieften Lernen. Dafür steht das Konzept der vier Fahrspuren, bei dem alle in einer Richtung unterwegs sind, aber eben auf verschiedenen Spuren und in ihrem Tempo. Auf der Fahrspur A gibt es die Instruktion im Fachunterricht. Spur B ist das selbstregulierte Lernen in Lernateliers zum Üben, Vertiefen und Nachbereiten, begleitet durch Lehrkräfte. Auf der Fahrspur C geht es um das problemorientierte und anwendungsbezogene Lernen in Projekten. Und auf der Spur D schließlich findet das fachliche Lernen an außerschulischen Lernorten statt, etwa im Museum, in der Gedenkstätte, im Konzertsaal oder im Theater.

Weitere Informationen und Bilder finden Sie auf den Seiten des Deutschen Schulportals.