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Förderprogramm „gemeinsam.Brücken.bauen“ Startseite Topmeldung
Individuelle Förderung Bildungsgerechtigkeit

Ganzheitlich Ansatz, moderner Lern- und Leistungsbegriff erkennbar

Die vielfältigen Ebenen, die „gemeinsam.Brücken.bauen“ bedient, begrüßt der BLLV. Die Umsetzung wird der akute Lehrermangel aber erschweren. Auch ob die „Sommerschule 21“ die Kinder erreicht, die es am dringendsten brauchen, ist fraglich.

Viele lobende Worte findet BLLV-Präsidentin Simone Fleischmann für das vom KM jüngst präsentierte Förderprogramm „gemeinsam.Brücken.bauen“. Es sei breit angelegt, spreche unterschiedlichste Ebenen an und denke ganzheitlich, so Fleischmann. Es zeige einen modernen Lern- und Leistungsbegriff.

Lehrermangel: immer im Hintergrund, erschwert alle Fördermaßnahmen

„Alle guten Fördermaßnahmen auf dem Papier werden aber in der Realität an den Schulen durch den akuten Lehrermangel schwer umzusetzen sein“, ist Fleischmann überzeugt.
Ob dabei die Maßnahme „Sommerschule 21“ wirklich die Schülerinnen und Schüler erreicht, die besonderen Bedarf haben, bezweifelt sie. Welches Kind, dem der durch die Pandemie erschwerte Schulalltag noch in den Knochen sitzt, habe in seinen Ferien wohl Lust, in die Schule zu gehen?


Alle Fördermaßnahmen auf lange Zeit und das gesamte kommende Schuljahr strecken

Gerade für Kinder mit migrantischem Hintergrund, deren Spracherwerb häufig seit Beginn der Pandemie gelitten habe, wäre die „Sommerschule 21“ theoretisch ein gutes Angebot. Aber gerade diese Familien sehnen sich nach den Kontakt- und Reisebeschränkungen verständlicherweise in den Ferien nach einem Besuch bei der Verwandtschaft in der Heimat. Die BLLV-Präsidentin appelliert deshalb, alle Fördermaßnahmen auf lange Zeit und das gesamte kommende Schuljahr zu strecken.

Mehr Leitungszeit für Umsetzung des Förderprogramms

Fleischmann verweist darauf, dass das Förderprogramm – wie auch schon das vergangene Pandemie-Jahr – einen großen organisatorischen Aufwand für die Schulleitungen bedeute. Deshalb ist für sie unumgänglich, mehr Leitungszeit zu fordern: „Aber natürlich beißt sich da die Katze wegen des Lehrermangels auch wieder in den Schwanz – das ist schon klar!“

>> Zum Hintergrund: Das Förderprogramm „gemeinsam.Brücken.bauen“ des KM will „die indivduelle Förderung und soziales Lernen“ stärken und setzt dabei unter anderem auf die „Sommerschule 21“. Mit zwei freiwilligen Wochen zusätzlichen Unterrichts in den Sommerferien will das bayerische Kultusministerium die pandemiebedingten Lernrückstände der Schülerinnen und Schüler auffangen. Laut KM richtet es sich besonders an schwächere Schülerinnen und Schüler. Gestemmt werden soll der Unterricht von eigens angeworbenem Personal, etwa durch pensionierte Lehrkräfte, Referendare oder Studierende. Das Kultusministerium kündigte an, Schulen bei der Gewinnung von Personal unter anderem mit einem Bewerberportal zu unterstützen. Schulen sollen die Wahl haben, diese zwei Wochen entweder am Anfang oder am Ende anzubieten. Alternativ sollen sie auch aufgesplittet werden können in eine Woche am Anfang und eine ‚Woche am Ende der Ferien.

Zusätzlich soll es auch an anderer Stelle mehr individuelle Förderung geben, etwa durch eine Differenzierung je nach Leistungsstand im Pflichtunterricht, geteilte Gruppen oder Zusatzkurse am Nachmittag. Zugleich sollen Aktivitäten wie Orchester, Chor oder Fußball-Schulmannschaften baldmöglichst wieder hochgefahren werden, um die sozialen Kompetenzen zu stärken.

>> Mehr Infos auf der Website des Kultusministeriums

Weitere Informationen

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