Nachdem die Bayerische Staatsregierung vor vier Jahren das strikte Handyverbot an Bayerns Schulen lockerte, soll die private Smartphone-Nutzung ab dem kommenden Schuljahr wieder eingeschränkt werden. Bisher betraf das Handyverbot nur Grundschulen, nun soll die Regelung bis einschließlich der siebten Klasse gelten. Damit sind auch weiterführende Schulen betroffen, unabhängig von der Schulart.
Nutzungsverbot auf dem gesamten Schulgelände
Chatten, scrollen, telefonieren, vor allem Ablenkung – die zunehmende Handynutzung bei Schülerinnen und Schülern auch im jungen Alter stellt Lehrkräfte oft vor Herausforderungen. Bis dato konnten Schulen selbst entscheiden, welche Regeln sie für die private Handynutzung aufstellen. An vielen, auch weiterführenden, Schulen in Bayern gilt bereits ein Handyverbot. So kommen mancherorts sogenannte „Handygaragen“ zum Einsatz, in denen die Schülerinnen und Schüler ihre mobilen Endgeräte in Schränken oder an anderen Aufbewahrungsorten bis zum Unterrichtsende ablegen müssen. Andere Schulen dagegen erlauben die Nutzung beispielsweise in der Mittagspause oder in speziellen Handyzonen.
Der beschlossene Gesetzentwurf des Bayerischen Kabinetts vom 17. März 2026 verbietet die Verwendung von Smartphones für private Zwecke für Erst- bis Siebtklässler:innen sowohl im Schulgebäude als auch auf dem gesamten Schulgelände. Florian Herrmann (CSU), MdL und Leiter der Bayerischen Staatskanzlei, räumte aber ein, dass es weiterhin Ausnahmen geben könne, etwa wenn die Nutzung im Unterricht erforderlich sei. Bevor das Gesetz in Kraft tritt, muss es noch vom Landtag verabschiedet werden.
BLLV fordert mehr Gestaltungsspielraum für Schulen
Simone Fleischmann, Präsidentin des BLLV, zeigt im Interview mit dem Bayerischen Rundfunk Verständnis für die Verschärfung der Handyregeln. Sie fordert allerdings auch, den Schulen mehr Freiheiten bei den Regelungen zu lassen, denn viele Schulen haben bereits strengere Vorgaben für die Jahrgangsstufen fünf bis sieben als für höhere Klassen.
Klarheit und Kontinuität ist erforderlich
Nicht zum ersten Mal macht die Staatsregierung beim Thema Mediennutzung eine Rolle rückwärts. Auch die Regeln zur Nutzung von Tablets im Unterricht wurden in den vergangenen Jahren immer wieder geändert. Das macht es für Schulen und Lehrkräfte umso schwerer, passende Maßnahmen zu treffen und beschlossene Gesetze umzusetzen.
Fleischmann kritisiert gegenüber dem BR das Hin und Her der Politik: „Pädagoginnen und Pädagogen brauchen Klarheit und Kontinuität“!
» zum Bericht bei BR 24: „Handyverbot an Bayerns Schulen wird ausgeweitet“