BLLV fordert Bescheid bis allerspätestens Mitte Juli
Karin Leibl, stellvertretende Vorsitzende des BLLV Oberbayern und Beisitzerin im BLLV-Landesvorstand, betont im Interview mit BR24, dass Lehrkräfte bis Anfang Juli, allerspätestens Mitte Juli, Bescheid wissen müssten, wo sie im kommenden Schuljahr unterrichten. In der Praxis sieht das aber oft anders aus. „Besonders an den Grund- und Mittelschulen ist es bisher teils so, dass sich die Lehrkräfte nicht mehr von den Kindern verabschieden können – weil sie erst mit Ferienstart erfahren, ob ihr Versetzungswunsch klappt", so Leibl. Auch bei Neueinstellungen dürfe man den Dienstort nicht erst auf den letzten Drücker erfahren.
In einem früheren Artikel im Donaukurier berichtet sie über die Situation für Prüflinge und junge Lehrkräfte in Oberbayern. Hier wird den neuen Kolleginnen und Kollegen an Grundschulen erst sehr spät bekannt gegeben, wo sie eingesetzt werden. „Die Schulleitungen wissen bis Mitte August nicht, mit welchen Kollegen sie planen können. Die Lehrkräfte wissen nicht, wo sie sich eine Wohnung suchen müssen, und nicht selten mussten neue Lehrkräfte in Ingolstadt bis November auf irgendeiner Couch schlafen, bis sie eine eigene Wohnung gefunden haben.“ In anderen Schularten sei dies dagegen weit früher bekannt: „In den Beruflichen Schulen beispielsweise wissen die Prüflinge schon am 1. Juli, wo es im nächsten Schuljahr hingeht. Nach den Pfingstferien sind die Noten bekannt, die Schulämter kennen ihren Bedarf“.
Versetzungen hängen von Schulart und Fächern ab
Durch das von der bayerischen Staatsregierung verhängte Stellenmoratorium sind im neuen Schuljahr in allen Schularten keine Einstellungen über den Ersatzbedarf hinaus sowie keine Nachrückerstellen vorgesehen. Und das trotz Lehrkräftemangel, erklärt Leibl. Versetzungen und Versetzungswünsche des bestehenden Personals gebe es aber trotzdem. „Wie gut und gerecht das abläuft, ist von Schulart zu Schulart unterschiedlich. Als Gymnasiallehrkraft hängt es extrem von der persönlichen Fächerverbindung ab. Bei den Förderschulen wiederum wollen überproportional viele in München oder Würzburg unterrichten – deshalb müssen vergleichsweise viele in Randbezirke in Bayern.“
Junger BLLV: Junge Menschen brauchen Verlässlichkeit
Der Junge BLLV fordert vor allem Verlässlichkeit, Planungssicherheit und transparente Perspektiven für Junglehrkräfte, Referendarinnen und Referendare sowie Lehramtsanwärter:innen. „Viele Lehrkräfte würden mit einem besseren Gefühl in einer für sie weniger passenden Gegend unterrichten, wenn sie die verbindliche Zusage hätten: Nach beispielsweise fünf Jahren wechselst du sicher an deinen Wunschort.“