Kindertageseinrichtungen sollen Orte sein, an denen alle Kinder willkommen sind, dazugehören und sich sicher fühlen können. Doch Diskriminierung und Ausgrenzung sind auch in der frühkindlichen Bildung Realität. Sie zeigen sich nicht immer offensichtlich, sondern häufig in alltäglichen Situationen, unbewussten Zuschreibungen, Routinen und pädagogischen Entscheidungen.
Aktuelle Forschung bestätigt, dass wir genauer hinschauen müssen: Eine bundesweite Studie von Hermes et al. (2023)1 zeigt beispielsweise, dass Eltern mit einem zugeschriebenen Migrationshintergrund bei der Suche nach einem Kitaplatz häufiger benachteiligt werden. Auch institutionelle Strukturen und pädagogische Praktiken können Ausgrenzung begünstigen.
Kartenset unterstützt pädagogische Fachkräfte im Alltag
Aus Sicht der BLLV-Fachgruppe Sozial- und Erziehungsdienst ist deshalb klar: Eine diskriminierungskritische Haltung gehört zum professionellen Selbstverständnis pädagogischer Fachkräfte. Dafür braucht es Wissen, Selbstreflexion und vor allem die Fähigkeit, in konkreten Situationen sprach- und handlungsfähig zu sein.
Genau hier setzt das Kartenset „45 Impulse zum Umgang mit Diskriminierung“ an, das Sarah Heße, Leiterin der Fachgruppe Sozial- und Erziehungsdienst im BLLV, gemeinsam mit Kristina Ullmann entwickelt hat. Es greift konkrete Situationen aus dem Kita-Alltag auf, vermittelt Hintergrundwissen und bietet Reflexionsanregungen sowie Handlungsmöglichkeiten. Es soll pädagogische Fachkräfte dabei unterstützen, Unsicherheiten zu überwinden, Haltung zu entwickeln und auch in herausfordernden Situationen angemessen reagieren zu können.
Denn Diskriminierung darf nicht unwidersprochen bleiben. Kinder brauchen Erwachsene, die hinschauen, zuhören, sie ernst nehmen und Verantwortung übernehmen. Unser Anliegen: Gegen Sprachlosigkeit. Für eine Pädagogik, die Vielfalt anerkennt, Ausgrenzung widerspricht und dazu beiträgt, dass Kitas sichere Orte für alle Kinder und Familien sind.