Wie der Münchner Merkur am 4. Mai meldete, sind die Zahlen nach Einschätzung der bayerischen Politik alarmierend: Immer mehr Kinder müssen von Schulbegleiter:innen unterstützt werden. Die Zahl der Kinder, die in Bayern wegen unterschiedlichster Einschränkungen oder Herausforderungen eine Schulbegleitung benötigen, hat sich laut dem Bericht von 2018 bis 2024 mehr als verdoppelt, auf jetzt 6.842 Fälle.
Die politische Idee zur Lösung? Eine “Pool-Strategie”: Es könnte weniger individuelle Schulbegleitungen geben, insbesondere wenn mehrere Kinder in einer Klasse einen entsprechenden Bedarf haben. Stattdessen wäre dann eine Person aus einem Pool von Schulbegleitungen für mehrere Kinder in der Klasse zuständig. Denn die individuelle Schulbegleitung ist laut CSU nicht mehr finanzierbar.
Wie geht “beste Unterstützung”?
Wird hier wieder mal an den Bedürftigsten gespart? Dort wo es am wenigsten Lobby gibt? “In einigen Regionen – gerade in sozioökonomischen Brennpunkten – gibt es sehr viele Kinder, die eine Schulbegleitung bräuchten und wegen Personalmangels nicht bekommen”, betonte BLLV-Präsidentin Simone Fleischmann schon im Februar gegenüber der Süddeutschen Zeitung. Könnte es in diesem Fall sogar helfen, die Ressourcen der Schulbegleitungen besser zu bündeln?
Wie wird die Schule inklusiv?
Im Gespräch mit dem Münchner Merkur, betont die BLLV-Präsidentin, wie wichtig es sei, das große Ganze zu betrachten, denn das Schulsystem sei alles andere als inklusiv. Schulbegleitungen seien da oft nötig und wichtig, aber gleichzeitig oft nur ein Feigenblatt, um andere Missstände zu verschleiern. Schlecht bezahlte Schulbegleitungen, die kaum über pädagogische Kenntnisse und Kompetenzen verfügen, „starren auf das betreute Kind und warten, bis sie helfen können, es an das System anzupassen“, wie sie kritisch bemerkte.
Echte pädagogische Expertise
Die Kinder bräuchten ein Schulsystem, das es möglich macht, ein gutes Leben zu führen – trotz aller Herausforderungen. Eine mögliche Vision ist laut Fleischmann, ein Zwei-Pädagogen-System in jeder Klasse. In Zeiten leerer Kassen und akuten Lehrermangels, das ist Fleischmann klar, ist das utopisch. Sie sieht deshalb auch Chancen in der Pooling-Lösung, ist aber der Ansicht, dass Schulleitungen den konkreten Einsatz am besten planen können. „Nur sie wissen genau, welche Art von Hilfe die Kinder brauchen.“