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Schulbegleitung: „Besonderer Bedarf braucht besondere Professionalität“

Immer mehr Kinder brauchen laut bayerischem Sozialministerium eine Schulbegleitung. BLLV-Präsidentin Fleischmann betont, wie anspruchsvoll und wichtig deren Aufgabe ist und regt weitere Unterstützung durch psychologische und pädagogische Fachkräfte an.

Das bayerische Sozialministerium hat auf Medienanfrage bekannt gegeben, dass sich die Zahl der Kinder, die wegen Beeinträchtigungen wie ADHS, Konzentrationsproblemen, mangelnder Impulskontrolle oder Aggressionen eine Schulbegleitung benötigen, zwischen 2018 und 2024 mehr als verdoppelt hat: von 2.755 registrierten Fällen auf 6842. Dazu kamen im Jahr 2024 noch 20.085 Kinder mit geistiger oder körperlicher Behinderung gegenüber 18.685 im Jahr 2018.

Leider werden aber gar nicht alle Fälle registriert, sodass der tatsächliche Bedarf deutlich höher liegt, wie BLLV-Präsidentin Simone Fleischmann gegenüber Medienvertretern von BR, SZ und Antenne Bayern klarstellt: "In einigen Gebieten – gerade in sozioökonomischen Brennpunkten – gibt es sehr viele Kinder, die eine Schulbegleitung bräuchten und wegen Personalmangels nicht bekommen. Der Bedarf ist lange nicht abgedeckt und die Töpfe reichen nicht aus."

Sie helfen letztlich allen

Ein Grund: Dafür wie schwierig und anstrengend die Arbeit der Schulbegleitungen ist, wird sie deutlich zu schlecht bezahlt, schildert Fleischmann: "Wenn man diese Aufgabe übernimmt, besteht der Alltag nicht aus Kuschelkurs."

Lehrerinnen und Lehrer wissen die Unterstützung von Kindern mit besonderem Bedarf indes sehr zu schätzen. Denn Lehrkräfte bekommen mitunter immensen Druck von Eltern ab, die sich beklagen, dass der eigene Nachwuchs nicht vernünftig lernen könne, weil die Lehrkraft immer wieder alleine versuchen muss, betroffenen Kindern eine Teilhabe am Unterricht zu ermöglichen.

Wenn dagegen eine Schulbegleitung diese Kinder unterstützt, „halten die betreuten Kinder nicht mehr die ganze Klasse auf“, so laut Fleischmann häufig die Wahrnehmung.

Unterstützung weiter professionalisieren

Aus Sicht der BLLV-Präsidentin könnten weitere Schritte hilfreich sein, um die betroffenen Kinder noch besser zu unterstützen: “Derzeit versuchen wir Probleme von Kindern mit wichtigem, aber ungelerntem Personal zu lösen.” Eine mögliche Ergänzung: "Profis, die den Unterricht und die Kinder begleiten."

So könnten im besten Fall auch pädagogisch und psychologisch geschulte Fachkräfte auf die Bedürfnisse der Kinder in diesen Bereichen eingehen, regt Simone Fleischmann an und betont: „Besonderer Bedarf braucht auch besondere Professionalität.“

» zum Bericht des Bayerischen Rundfunks: „Bedarf an Schulbegleitern in Bayern deutlich gestiegen“

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